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dafür ein großes Kabelpaket an jeden Tisch verlegt“, erklärt der

Ingenieur, „jetzt machen wir das erstmals netzwerkbasiert.“

DiemultifunktionalenProduktionsräume (z.B. Schnitt, Audio-

mixundSprecherräume)werdendieMöglichkeitbieten, ohnegroßen

AufwandundsehrschnellTrailer,kurzeBeiträgeoderhochqualitative

Sendebeiträge (z.B. »Sportschau« Bundesliga) zuproduzieren – auch

ohne Branding unddeshalb vielfältig einsetzbar. „Fällt zumBeispiel

im Fußball ein Tor, wird die Szene

unmittelbar zusammengeschnit-

ten, livekommentiert undgemischt

und direkt auf

sportschau.de

oder

wdr2.de

gestellt“, veranschaulicht

Coutts die Möglichkeiten. Außer-

dem könne die Internetredaktion

bis zu drei Spiele der 3. Bundesliga

gleichzeitig live streamen.

Schnellere Informationen,

bessere Sendungen? Was hat das

Publikum konkret von der neuen Zusammenarbeit und den tech-

nischen Finessen? „Das Publikum profitiert auf jeden Fall“, ist der

Intendantüberzeugt.„BeicrossmedialerZusammenarbeitgibteseinen

Wissensstand und auch ein Einverständnis für Prioritäten. Das gilt

für den Sport, für die Nachrichten und für Investigatives. Wenn die

RedaktionenhierihreKräftebündelnundbeiderRechercheeinesThe-

mas zusammenarbeiten, dannkönnenwir einegroße journalistische

Schlagkraft erreichen – und das kommt direkt beimPublikuman.“

Auch er betont: „Um

zukunftsfähig zu bleiben, müs-

senwir schauen, wiewir unsere

Inhalte auch auf den digitalen

Wegen bestmöglich unter die

Leute bringen.“ Früher habe

man erst überlegt, was online

noch geht, wenn die Sendungen

standen. Heute gilt die Devise

„mobile first“, insbesondere im

Nachrichtenbereich. Natürlich

dürfe die journalistische Sorg-

falt dabei nicht auf der Strecke

bleiben. Auch seien die spezifi-

schen Anforderungen digitaler

Ausspielwege zubeachten. „Wer

für das Fernsehen hergestellte

Filme eins zu eins bei Facebook

postet, darf sichnicht wundern,

wenn das nicht funktioniert –

die Sehgewohnheiten und die

Aufmerksamkeitsspanne sind

hier anders“, mahnt Elmar Pott.

Hier müsse derWDR noch pro-

fessioneller werden. Die „cross-

medialen Leuchttürme“ weisen

die Richtung.

Als Erster nahmder Sport-

Campus bereits im Januar den

Betrieb auf – pünktlich zum

Start in die Bundesligasaison

(siehe Artikel Seite 12)

. Ab Februar

arbeiten alle Redaktionen aus dem Bereich Wirtschaft & Service

medienübergreifend in gemeinsamen Räumen. Im Mai folgt das

Ressort Wissenschaft diesemBeispiel. „Wir haben in den vergan-

genen zwei Jahren die Redaktionen dabei unterstützt, zueinan-

derzufinden.“ Cario meint damit sowohl die räumliche Zusam-

menführung als auch die Entwicklung medienübergreifender

Zusammenarbeit und die dafür nöti-

gen technischen Voraussetzungen.

Die Raumkonzepte sind offen:

Alles ist gläsern und transparent. Das

erleichtert dieKommunikation. Beson-

ders der neue SportCampus indenKöl-

ner WDR Arkaden beeindruckt. Das

Kompetenz- undDienstleistungszent-

rumfür Sportthemen ist Zulieferer für

alleWDR-undARD-Programmesowie

sportschau.de

,

wdr.de

und Videotext.

Robin Coutts leitete das Projektteam, das die Redaktionsar-

beitsplätze und die Hörfunk- und Fernsehproduktionstechnik im

SportCampus einrichtete. Per Knopfdruckwerden dieMitarbeiter­

Innennun, innerhalb der Produktionsräume, auf die unterschiedli-

chenProduktionsmittel für Fernsehen, Radiooder Internet umswit-

chen. „Das ist absolut neu“, betont Coutts. Außerdem ist von jedem

Platz der gewünschteTonvonzahlreichenparallel auf einemgroßen

Bildschirm laufenden Sportevents auswählbar. „Bisher haben wir

„Wenn die Redaktionen ihre

Kräfte bündeln, können wir

eine große journalistische

Schlagkraft erreichen.“

Tom Buhrow

Die crossmediale Zusammenarbeit wird am 360-Grad-Desk, dem Zentrum des neuen SportCampus, besonders sichtbar: Holger

(Fernsehen, links).

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