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Titelthema

„Ich habe mir nur die Fragen einmal

durchgelesen und wusste, da fällt mir zu

jedemThema was ein“, sagt die 49-jährige

Sozialarbeiterin, die im Foyer des WDR-

Studios Wuppertal auf ihren Einsatz

beim Videodreh für den »WDR Kandida-

tencheck« wartet. Mit 21 begann sie, sich

politisch zu engagieren – damals noch

für eine andere Partei. Heute kandidiert

sie für „Die Linke“. Vom Zettel ablesen

oder auswendig lernen, das kommt für

sie nicht in Frage, „ich mache das lieber

spontan“.

20 FRAGEN, 4 MINUTEN,

KEINE SCHNITTE

Alle Kandidatinnen und Kandidaten

erhalten dieselben, ihnen vorher bekann-

ten Fragen zu landespolitischen Themen.

Jeder entscheidet selbst, ob und wie lange

er zu den einzelnen Themen spricht. Nach

vier Minuten ist allerdings Schluss. Chan-

cengleichheit und Vergleichbarkeit sind

Teil des ungewöhnlichen Online-Formats.

Die Idee orientiert sich an einem Pro-

jekt aus Finnland. Der Sender YLE hatte ein

ähnliches Angebot zur Europawahl 2014

und zur Parlamentswahl 2015 umgesetzt.

Kurz vorWeihnachten 2016 ludWDR-Fern-

sehdirektor Jörg Schönenborn alle potenzi-

ell zur Landtagswahl antretenden Parteien

ein, beim »WDR-Kandidatencheck« mit-

zumachen. Seitdem war das fünfköpfige

Projekt-Team aus dem Programmbereich

Internet in ständigem Kontakt mit den

Parteien. Außerdem berichtet es in einem

Blog (unter

blog.wdr.de/ihrewahl

) laufend

über den Stand des Checks.

„Konzept und Umsetzung des auf-

wändigen Projektes ist nur möglich, weil

das Ganze eine echte WDR-Gemein-

schaftsproduktion ist“, erklärt Projekt-

Dieses

WDR.de

-Büro schmücken während der Produktion des »WDR-Kandidatenchecks« riesige Papiebahnen mit den Terminen für rund 950 Kandidaten:

Wer sitzt wann in welchem Studio vor der Kamera? Projektleiterin Julia Lüke (Mitte), Stefanie Faulhaber und Hans-Christian Müller trauen bei dieser logistischen

Herausforderung mehr dem Papier als ihren Computer-Dateien.