WDRprint Oktober/2017

24 Bis vor 40 Jahren, als Corinna 20 und Julia 13 Jahre alt war, gab es eine enge Verbindung zwischen ihren Familien. Die Väter waren Studienfreunde, Jürgen Ponto war Julias Taufpate und Hans- Christian Albrecht Corinnas. Am 30. Juli 1977 besuchte Julias ältere Schwester Susanne, angemeldet von ihren Eltern, die Pontos in ihrer Villa bei Frankfurt. Sie war in Begleitung zweier Freunde: Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt. Das Trio missbrauchte das Vertrauen der Familie. Um inhaftierte RAF-Mitglieder frei- zupressen, wollten sie Jürgen Ponto, Chef der Dresdner Bank, entführen. Doch der Versuch misslang. Klar und Mohnhaupt schossen auf Ponto, der wenig später seinen Verletzungen erlag. Die Täter konnten fliehen. IM SCHATTEN DER TAT Julia Albrecht, Schwester der RAF- Terroristin Susanne Albrecht, und Corinna Ponto, Tochter des von der RAF ermordeten Jürgen Ponto, traten mit dem Buch „Patentöch- ter“ in einen Dialog. Das gleich- namige WDR-Hörspiel setzt nun diese persönliche Geschichts- aufarbeitung in einer intensiven Inszenierung um. „Hallo Schwesterchen!“ Jahrelang begegnete Julia Albrecht ihrer Schwester Susanne (Bild) nur auf Fahndungsplakaten. Foto: picture-alliance/dpa 5. August 1977, Trauerfeier in der Frankfurter Pauluskirche: die Witwe Ignes Ponto mit Bundes- präsident Walter Scheel (r.) und Bundeskanzler Helmut Schmidt. Foto: WDR/dpa Bankier Jürgen Ponto wurde am 30. Juli 1977 ein Opfer der RAF. Foto: ullstein bild

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