WDRprint Oktober/2017

40 Online Mit derApp»NRW2go«unddemFace- book-Kanal »Heimatflimmern« lässt sich das Land ganz neu entdecken. „EineEwigkeit lagdieAtta-Höhle in stiller Finsternis. Bis Steinbrucharbeiter 1907 durch Zufall auf dieHöhle stießen.“ So beginnt einer von rund 100 Clips, mit der die App »NRW2go« im Oktober an den Start geht. Und jede Woche kommt einneuer Filmdazu. Mit Hilfe des neuen Ausspielkanals lässt sichvomWohnzim- mer aus die Heimat erkunden, können Wunschorte besucht oder der nächste Ausflug geplant werden. »NRW2go« – eine weitere Reiseser- vice-App wie „App in die Natur“, „Radroutenplaner NRW“ oder „Verlassene Orte NRW“? „Nein, unsere App ist kein Baedeker“, widerspricht Chris- tiane Hinz. Die Leiterin der Programm- gruppe Dokumentation/Kultur und Geschichte steht gemeinsam mit Pro- jektleiter Thomas Kamp und Multi- mediaredakteur Simon Sturm an der Spitze des »NRW2go«-Teams. Statt einer typischen Touristen-App dürfenNutzer vielmehr ungewöhnliche Perspektiven von Burgen, Brücken oder Bergwerken erwarten, „die etwas zeigen, was Besu- cher sonst nicht sofort sehen“, verspricht Thomas Kamp. Ob beim Kölner Dom oder im Bonner Palais Schaumburg – „immer wieder öffnen sich in den Clips Türen, die Besuchern sonst verschlossen bleiben“, erklärt Christiane Hinz. Das Ziel sei „Heimat wie noch nie gesehen“. 30 bis 90 Sekunden lange Clips Im Gegensatz zu den Steinbrucharbeitern, die zufällig auf die Atta-Höhle stießen, plante und realisierte die Programm- gruppe das Projekt »NRW2go« sorgfältig über zwei Jahre hinweg. Der Riesenfundus der »Doku am Freitag«-Filme liefert die Basis für die 30 bis 90 Sekunden langen Clips. Erzählt wird darin allesneu–mit neuemSchnitt, neuemText, einerneuen, ungewöhn- lichen Geschichte“, sagt Thomas Kamp. Zusätzlich werden Filme exklusiv für die App gedreht. Natürlich taugt »NRW2go« auch als Orientierungshilfe und Inspiration für unterwegs. Eine NRW-Karte zeigt, welche Clips etwa beim Besuch Münsters rund um den Ort verfügbar sind. Und warum sich die Stippvisite zu Schloss und Schlossgarten Münster lohnen könnte. Neben der gezielten Suche nach Städten lässt sich auch innerhalb von gut zwei Dutzend weiteren Kategorienwie „Geo- cache“, „Route der Industriekultur“ oder „Weltkulturerbe“ stöbern. Mit »NRW2go« will Christiane Hinz „neue, auch jüngere Nutzerinnen undNutzer erreichen, die sonst nicht so WDR-affin sind.“ Das ist der Programm- gruppe Dokumentation seit Mai schon mit ihrem Facebook-Kanal »Heimat- flimmern« gelungen. Spitzenreiter bei den gut zwei Millionen bislang erreich- ten Personen: die Altersgruppe von 25 bis 34 Jahren (29 Prozent). Knapp drei Millionen Mal wurden seit Mai Videos aufgerufen. Den Topwert erreichte ein Clip übers Jahrhundert-Tor von Lars Ricken: 315.449 Aufrufe (Reichweite: 885.504 erreichte Personen). Aktuell gibt es rund9000Abonnen- tinnen und Abonnenten. Heimatflimmern Während sich »NRW2go« auf Clips von Orten konzentriert, präsentiert »Heimatflimmern« ein deutlich breite- res Spektrum von NRW-Impressionen. Fotos von der Fußball-WM 1974 finden hier genauso ihren Raum wie Frage- Aktionen („Wie bezeichnet ihr den Apfelrest?“) oder ungewöhnliche Fak- ten, etwa „Grün, grüner, Siegen: Hier gibt es die meisten Grünflächen in Deutschland.“ „»Heimatflimmern« und »NRW2go« gehören zu einer Fami- lie – sind aber eigenständig“, erklärt Christiane Hinz. Täglich finden Gespräche zwischen den Beteiligten beider Angebote statt, Clips werden zumTeil auf beiden Ausspielkanälen gezeigt. Thomas Kamp: „Aber nicht alles, was bei »Heimatflimmern« funktioniert, kann auch bei »NRW2go« laufen und umgekehrt.“ Das hat technische wie inhaltliche Gründe. 360-Grad-Aufnah- men etwa seien für »NRW2go« noch ungeeignet. Andersherum müsse zum Beispiel ein Clip aus der App ins „Tagesgefühl bei Facebook passen“, sagt die Doku-Chefin. So geschehen an einem 36-Grad-Tag im Sommer, als die Atta-Höhle in Attendorn zu einemder kühlstenOrteNordrhein-Westfalens befördert wurde. Da herrschen nämlich konstant neun Grad. hei Heimat wie neu erleben »NRW2go«-App Kostenlos für iOS und Android ab Oktober Der Facebook-Kanal »Heimatflimmern« hat schon rund 9000 Abonnenten. Foto: WDR/Fußwinkel Die neue App »NRW2go« erschließt unser Land mit ungewöhnlichen Perspektiven.

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