WDR print Dezember 2017/Januar 2018

Wirtschaft 13 Kein WDR-Standort steckt tiefer im Steinkohlethema als das Studio Essen. Von hier aus wird eine Vielzahl aller Radiobeiträge zum Zechen-Aus 2018 realisiert. Von hier kommen starke Impulse für Online- und Social-Media-Aktionen. Ralf Becker, stellvertretender Studioleiter in Essen, über seine Rolle als Vermittler und erste konkrete Projekte. Als WDR-Studio in der Stadt der RuhrkohleAG (RAG) haben die Kolleginnen und Kollegen in Essen naturgemäß die bes- ten Kontakte zu den Zechen. Wie können Sie den anderen Studios beimThema „Ende des Steinkohlebergbaus“ helfen? Wir sehen uns bei Bedarf als Vermittler für Ansprech- partner rund um das Thema Steinkohle. Das Studio Essen steht in ständigem Kontakt zur RAG und zur RAG Stif- tung und hat bereits eine Vielzahl von TV-, Radio- und Online-Beiträgen realisiert. Darunter eine Multimedia-Reportage (Internet: reportage.wdr. de/bergbau-in-nrw-geht-zu-ende) zum Ende der Zeche Auguste Victoria inMarl, die imDezember 2015 ihre letzte Schicht gefah- ren hat. Die Autoren Sebastian Auer und Florian Biernat beka- men dafür sogar den Online-„lorry“ – den Journalistenpreis der Metropole Ruhr. BeimerstenWDR-Treffen der Programmplaner von TV, Radio und aus demOnline-Bereich kamen Dutzende Ideen zum Zechen-Aus Ende 2018 auf den Tisch. Darunter eine Kabarett-Gala und ein 360-Grad-Bergwerk-Projekt. Was wird davon konkret umgesetzt? Vieles ist noch nicht entschieden. Das 360-Grad-Projekt wird allerdings sicher vom Innovations Lab umgesetzt, unter Tage in einem Bergwerk auf gut 1000 Meter Tiefe. Was steuert das Studio Essen konkret zumSteinkohle-Thema bei? Eine Vielzahl von Hörfunk-Beiträgen – von Ausflugstipps rund um den Bergbau über neue Jobs für die Bergleute bis zur letzten Grubenfahrt. Mit unseren Beiträgen zu aktuel- len Anlässen, Hintergründen und Terminen beliefern wir natürlich nicht nur denWDR, sondern die gesamte ARD. Außerdem steuern wir einige Online-Projekte bei. Auf alle Fälle gibt es ein „Kumpel-Glossar“, das etwa Mitte 2018 online geht, auf einer eigenen Landing-Page. Dafür werden rund 50 kleine Videos à 30 bis 60 Sekunden mit einemBergmann gedreht. Wer weiß denn schon, was typische Kumpel-Begriffe und -Redewendungen wie „Alter Mann“*, „Glückauf“** oder „Ich bin wech vom Fens- ter“*** wirklich bedeuten? Es soll auch einen Whatsapp- Countdown geben? Ja, ab 13. September bis zur offiziell letzten Schicht am 21. Dezember 2018 wollen wir einen Countdown per Whatsapp senden. 100 Tage lang. Ein paar Videos aus dem „Kumpel-Glossar“ sind darin zu sehen. Aber auch Audios und Videos zur Bergbaugeschichte. Zusätzlich werden WDR-Nutzer auf allen Kanälen dazu aufge- fordert, ihre Erinnerungen rund um den Bergbau zu schicken: Fotos vom Opa, vom alten Zechenhaus der Familie oder vom Grubenpferd. Wer diesen Whatsapp-Service nutzen möchte, kann sich dazu ganz einfach ab Spätsommer 2018 unter www. wdr.de anmelden. Mit Ralf Becker sprach Heiko Schlierenkamp *Nicht mehr genutzter Grubenbau **Bergleute sollen viel Kohle abbauen und gesund wiederkommen ***Bergleute mit Staublunge standen oft am Fenster. Starben sie, waren sie „wech vom Fenster“ „Countdown per Whatsapp“ „Wir sehen uns bei Bedarf als Vermittler für Ansprechpartner rund um das Thema Steinkohle.“ Ralf Becker, stellvertretender Leiter des WDR-Studios Foto: WDR

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