WDR print Dezember 2017/Januar 2018

Unterhaltung 37 Live statt Mitschnitt: „Wie wär‘s mit einer Neuauflage?“ Die »UaW« war viele Jahre lang etwas Beson- deres, weil sie von Bühnenkünstlern gemacht wurde, begleitet von einer Redaktion, die so klug war, sie machen zu lassen. So bestritt ein Pool von Kabarettisten abwechselnd die Moderation der Sendung und war gegensei- tig zugleich als Gast live im Studio. Weil alle von der Bühne her kamen, war man daran gewöhnt, gezielt fürs Publikum zu arbeiten, auch wenn das in diesem Fall halt „nebenan“ saß. Das spürten die Hörer, und die Reso- nanz war enorm. Später sendete man statt- dessen Mitschnitte, was aber eine Radioshow wie das „Programm ohne Programm“ nicht ersetzen kann. Natürlich bedeutet „live“ immer Frei- heit und Risiko zugleich, bildet aber auch. Denn sollte der Redakteur das gespielte Stück zufälligerweise noch nicht gekannt haben, lernt er es auf diesem Wege live kennen. Wie wär’s denn mit einer Neuauflage der alten »Unterhaltung amWochenende«? Wendelin Haverkamp Samstagsritual mit „meinen Humor-Helden“ Die »Unterhaltung amWochenende« ist seit vielen Jahren Bestandteil mei- nes samstäglichen Rituals. Wenn andere zum „Fußball“ ge-gangen sind, habe ich zwei wertvolle Stunden vor dem Radio verbracht, sei es nun mit Hanns Dieter Hüsch, Harald Schmidt, ElkeHeidenreichoder anderenmeiner Humor-Helden. Die erste Sendung, an welcher ich aktiv beteiligt war, muss um 1994 gewesen sein; damals war ich noch der kleinere Teil des Kabarettduos „Lengkeit gegen Ben- der“. Ich erinnere mich noch, dass die Sendung live aus der Kneipe „Fliegen- pils“ in Bochum gesendet wurde. Der Moderator hieß Hanns Dieter Hüsch und der Redakteur Hilmar Bachor. Beides Legenden. Heute noch. Dass ich Jahre später die Ehre und das Pri- vileg haben sollte, diesen Sendeplatz als Moderator des Kabarettfestes gestalten zu dürfen, lag mir damals wohl so fern wie das Amt des Präsi- denten für Donald Trump. Die »UaW« und insbesondere das Kabarettfest im Speziellen sind auch nach so vielen Jahren der Maßstab für intelligente und zeitgemäße satirische Unterhaltung weit über das MediumRadio und den Sendebereich des WDR hinaus. Habe ich erwähnt, dass ich selbst demnächst 50 werde? Na denn: Happy birthday to me and to you, UaW! Hennes Bender Glückwunsch und Lob der „seriösen Erheiterung“ Wenn man sich etwas anschafft, wie ein Gebäude,einAutooderaucheintechnisches Gerät wie einen aufblasbaren Swimming- pool, dann muss man sich vorher fragen: Was kostet die Unterhaltung dieser begehr- ten Sache? Und vor allem, wer kümmert sich um die Unterhaltung? Vor allem dann, wenn keiner Zeit hat, wie z. B. amWochenende. Die »Un- terhaltung amWochenende« kann man hier gar nicht hochgenug loben, siehat sichseit 50 Jahren zuverlässig um die Unterhaltung des Wertvollsten und Wichtigsten gekümmert, was wir haben: der Hörerinnen und Hörer. Und das am wohlverdienten Wochenende. Herzlichen Glückwunsch der »Unterhaltung amWochenende«, ihr Wartungsvertrag für seriöse Erheite- rung. Ohne Wochenendzuschlag. Jürgen Becker „Gegen die TV-Konkurrenz der Comedians behauptet“ Es gibt Titel von Sendungen, die darf man NIE ändern: »Unterhaltung am Wochenende« ist so ein Titel, kurz: »UaW«. Seit 50 Jahren ist die »UaW« beim WDR auf Antenne, seit 5o Jahren hat sie an jedem SamstagMillionen vonMenschen unterhalten, seit 50 Jahren begleitet sie das Leben der Menschen, die lieber heiter und aufgeweckt ins Wochenende gehen anstatt in bundesdeutscher Trance zu versinken. Ich bin Hörer der ersten Stunde und bin es bis heute geblieben. Seit 1984 habe ich sie jahrelang mitgestalten dürfen und bin stolz darauf. War die »UaW« jahrelang DIE Kabarett-Sendung, in der alle von uns ein Forum oder den Start hatten, hat sie sich bis heute gegen die TV-Konkurrenz der Comedians behaupten können: Hier ist Kabarett nach wie vor zu Hause, hier ist Qualität und Klasse, hier zeigt Kleinkunst, wo der Hammer wirk- lich hängt. Die »UaW« ist nach wie vor die Tür in die Kleinkunst: Sie ist aktuell, frech, unterhaltsam auf bestem Niveau und mutig. Glückwunsch, liebe »Unterhaltung am Wochenende«, bleib so lebendig, wie Du immer warst! Auf die nächsten 5o Jahre! Konrad Beikircher Alle an einem Tisch: Heidenreich, Schmidt, Hüsch 50 Jahre »Unterhaltung am Wochenende«. Ich habe viele Jahre sehr gerne die »UaW« moderiert oder einfach nur mit anderen Beiträgen begleitet. Das hat viel Spaß gemacht. Unvergessen die Sendungen imStudio: Umeinen Tisch saßenHanns Dieter Hüsch, Elke Heidenreich, Konrad Beikircher, Volker Pispers, Harald Schmidt und viele andere tolle Kollegen mit meiner Wenigkeit zusammen und wir haben Radio gemacht. Und das live. Wunderbar. Merkwürdigerweise kann ich heute leider in den Internet-Analen des WDR wenig bis gar nichts darüber finden. Schade. TrotzdemherzlichenGlückwunsch zum 50-jährigen Jubiläum! Thomas Freitag „Wir versuchten das Regime zu stürzen. Nun hat es endlich geklappt“ 50 Jahre »Unterhaltung am Wochenende«! Großartig. Gefühlt war ich ja bei der ersten Sendung schon dabei. Moderator war Hanns Dieter Hüsch, später kamen dann Harald Schmidt und Johann Wolfgang von Goethe dazu. Eine großartige Zeit! Als jemand mehrfach vergaß, im Studio das Fenster aufzumachen, wären einige Künstler fast erstickt. Daraufhin beschloss man, den Sender zu verlassen und live aufzu- zeichnen. Eine großartige Idee. Ich durfte ein paar Jahre lang moderie- ren. Das hat mich stolz gemacht! Damals war alles sehr anarchisch. Die Kabarettisten versuchten das Regime zu stürzen. Nun hat es endlich geklappt. Deutschland hat keine Regierung mehr, ein großer Erfolg. Nun gilt es, in die Zukunft zu blicken. Ich denke, die »Unterhaltung am Wochenende« ist eine der wichtigsten Säulen unserer Gesellschaft, spätestens seit die katholische Kirche weggefallen ist. Ich hoffe, das bleibt so. Auch die nächsten 50 Jahre. Herzlichen Glückwunsch! Dieter Nuhr Foto: Manfred Zehner Foto: WDR/Grande Foto: Nina Stiller

RkJQdWJsaXNoZXIy NTQ3NzI=