WDR print Dezember 2017/Januar 2018

58 Der WDR hat in diesem Jahr zwei Bre- mer Fernsehpreise gewonnen. Anne Willmes wurde als beste Moderatorin ausgezeichnet, die »Aktuelle Stunde« für eine besondere Idee. „Eine Moderatorin so auf Augenhöhe mit ihren Zuschauern – das sieht man sel- ten“, begründete die Jury ihr Urteil: Die WDR-Journalistin Anne Willmes wurde MitteNovembermit demTitel „besteMode- ratorin“ gekürt für ihre Präsentation der Bremer TV-Preis: Anne Willmes beste Moderatorin »Lokalzeit« vom 15. Juni aus Essen. „Mit ihrer klarenungekünsteltenSprachemacht sie den Zuschauer neugierig auf alles, was in seiner Nachbarschaft passiert.“ In der Kategorie „Worauf wir beson- ders stolz sind“ vergab die Jury zwei erste Plätze: Einen davon bekam das Team der »Aktuellen Stunde« für #ausgesetzt, ein Format, das vom 5. April an zu sehen war. Die Redaktion hatte sechs Spitzenkan- didaten zur Landtagswahl an einen Ort in NRW gefahren und sie auf Menschen Der WDR trauert um Sonja Kurowsky, die über viele Jahre als Ansagerin und Moderatorin demFernsehen undHörfunk des WDR Gesicht und Stimme gab. Sie starb am 14. November im Alter von 78 Jahren. Eigentlich wollte sie nur kurz imWDRjobbenundzwaralsSekretä- rininderSportredaktion.Dochdann blieb SonjaKurowsky fürmehr als 35 Jahre, davon30alsFernsehansagerin. In dieser Zeit gab sie dem Sender Stimme und Gesicht. 1961, gerade23 Jahrealt, nutzteSonjaKurowskydieChance, die sichdurcheinCasting als Fernsehansagerinbot. Promptwurde sie engagiert. Und auch ihr Debüt am10. Oktober 1961 gelang. Nur der blendendweißeKragen ihres Pepita-Kleids überfordertedieKame- ratechnik. Der Kragen musste „überschminkt“ werden, und das Kleidwar einFall fürdieTonne. Für seineTrägerinaberbedeutetees denStart ineine langeKarrierealsFernsehansagerin, dieKurowsky erst 1991 beendete. Indiesen 30 Jahren konnte die Fernsehfraumit den blonden kurzenHaaren undmit ihrer warmherzigenArt „die Herzen der Zuschauer erobern“, so der damalige WDR-Intendant Friedrich Nowottny. Sonja Kurowsky stammte ursprünglich aus Wiesbaden. Auf dem Sender erlangte sie schnell große Sympathie durch ihre unkon- ventionellen, einfallsreichen und humorvollen Ansagen und Mode- rationen. Vielen Sendungen verlieh sie ihre unverwechselbare Hand- schrift. Eine Jugendsendung sagte sie einmal tanzend an, und zu einer Bademodenreportage trat sie im Badeanzug auf. DennnebenihrerArbeitalsFern- sehansagerin war Sonja Kurowsky regelmäßig als Sprecherin für Hörspiele, aber zum Beispiel auch für die Puppen-Comedy »Hurra Deutschland« sowie als Modera- torin im Einsatz. Von den frühen 70er Jahren an war sie Teil der Kindersendung »Der Hase Cäsar«. Von 1978 an präsentierte sie das »Schlagertelefon« inderHörfunk-Reihe »Daheimundunterwegs«. Undab 1982moderierte siedieTV-Sendung»Gesucht –Gefunden«, die 1993 eingestelltwurde. Geradedieses Format entsprachsehr der Persönlichkeit Sonja Kurowskys, die zu den unterschiedlichsten Menschen schnell einen guten Draht finden konnte. 1997 zog sie sich aus demBerufsleben zurück. SaW Sonja Kurowsky † 30 Jahre Gesicht und Stimme des WDR Preisträgerin Anne Willmes und Juryvorsitzender Frank Plasberg Fotos: Radio Bremen/Bahlo Für „#ausgesetzt“ ging ein Bremer Fernsehpreis an Astrid Houben, Jonas Wixforth, Julia Kleeschulte und Sascha Stein. Sonja Kurowsky 1964 im Fernsehstudio Foto: WDR Ein Foto von Sonja Kurowsky aus diesem Jahr Foto: privat treffen lassen, mit denen sie wenig verbin- det. Keiner der Politiker wusste, wohin es geht. Die Jury: „Beim Zuschauen geraten eigene Anschauungen ins Wanken, wenn Spitzenpolitiker in der rauenWirklichkeit versagen.“ Der Bremer Fernsehpreis gilt als maßgebliche Auszeichnung für regionale deutschsprachige Fernsehprogramme und wird von Radio Bremen im Auftrag der ARD organisiert. In diesem Jahr wurden 116 Beiträge eingereicht. EB

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