WDRprint Februar 2018

42 Musik Singen Sie gerne schöne Lieder? Dann sin- gen Sie doch zusammen mit den Profis vom WDR Rund f unkchor ! Ende Februar laden die 45 Sän- gerinnen und Sänger wie- der einmal zum beliebten Mitsingkonzert ins Kölner Funkhaus amWallrafplatz ein–unddanachnochzum gemütlichenAustausch im Foyer. Das Prinzip: einfach ohne Anmeldung vorbei- kommen, beim Einsingen des Chors dabei sein und den ganzen Saal zumKlin- gen bringen. DieMelodien werden gemeinsam geübt und gehen leicht ins Ohr und ins Herz. Publikumsnah prä- sentiert sich der Kölner Rundfunkchor seit 70 Jah- ren. Mit Musik des Mittel- alters, zeitgenössischer und geistlicherMusik, Kantaten und Motetten in Kirchen des Landes, Operette und Oratorium samt Orchester, Computerspiel- und Film- musik weiß der WDR Rundfunkchor sein Publi- kum immer aufs Neue zu überraschen. Die Flashmobs Besondere Überra- schungen gelangen in den vergangenen Jahren mit Flashmobs – etwa in einemKaufhaus, in einem Flugha fen und Weih- nachten auf der Treppe zwischen Dom und Bahnhof. „Wenn plötzlich mitten in der Öffentlichkeit ein Passant zu singen beginnt undDutzende bisHunderte Sänger folgen, dann entsteht wirklich eine gran- diose Stimmung“, schwärmt Chefdirigent Stefan Parkman. Zählt man den Vorläufer des Chors, den 1927 gegründeten und 1940 aufgelösten „Kammerchor des Kölner Senders“, noch hinzu, so kann der WDR Rundfunkchor auf 13 weitere traditionsreiche Jahre bli- cken. Doch am 1. September 1947 war es wieder so weit: Pünktlich um zehn Uhr begann für den offiziellen „Kölner Rund- funkchor“ imPfarrsaal der Kirche St. Agnes die erste Probe. Danach folgten unzählige Konzerte und Festivals sowie mehr als 150 Erstauf- führungen von zeitgenössischer Musik. Aktuell freut sich das Ensemble auf seine Mitwirkung Ende April beim Requiem von Hector Berlioz in der Pariser Philhar- monie. ➔ „Ich will die Seit der Spielzeit 2014/15 ist der schwe- dische Dirigent, Universitätsprofessor und Chorleiter Stefan Parkman Chef- dirigent desWDR Rundfunkchors. Bei der Verlängerung seines Vertrages im vergangenen Jahr bis zum Sommer 2020 schwärmte WDR-Hörfunkdi- rektorin Valerie Weber: „Durch seine charismatische Art, mit Menschen umzugehen und auf Menschen zu wirken, gelingt es Stefan Parkman in besonderem Maße, die Sänger und Sängerinnen sowie auch das Publikum in die Musik mitzunehmen.“ Genau dieses Charisma war für RenéWagner beim Interview sofort spürbar. Vor20JahrenhatIhnenQueenMargaretheII. das Ritterkreuz des dänischenDannebrog- ordens verliehen. Wie spreche ich Sie richtig an – mit „Herr Parkman“ oder „Sir Stefan“? Einfach nur Stefan. Ich freue mich, wenn wir uns duzen. Ich bin stolz auf diese Auszeichnung, aber in Schweden sind wir nicht so förmlich. Was unterscheidet den WDR Rundfunk- chor vom dänischen oder vom schwedi- schenRundfunkchor, die Sie schon geleitet haben? Egal mit welchem Chor ich arbeite, ich habe immer denselben Respekt, die- selbe „Attitude“, mache dieselbe Arbeit. Der Zeitplan in der Arbeit mit einemPro- fichor ist nur viel intensiver, viel schnel- ler. DerWDR Rundfunkchor hat aber ein Markenzeichen: das unglaublich breite Spektrum der Sänger über die musikali- schen Genres hinweg. Wichtig sind uns die traditionelle deutsche Musik und die romantische Chortradition bis zur zeitge- nössischen Musik. Der Chor feiert jetzt ein großes Jubiläum. Du selbst bist im vierten Jahr dabei. Wie intensivwar alleindiese relativ kurze Zeit? Was waren deine schönsten Momente? Jede Probe ist für mich ein wunder- barer Klangkultur-Prozess. Am liebsten Singen macht glücklich (v.r.): Tenor Kwon-Shik Lee, Altistin Pauline Bourke und Sopranistin Christiane Rost

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