WDRprint März 2018

25 24 Musik Am 16. März ist es wieder soweit: 70 Stunden 70er auf WDR 4. Zeit genug für die Fans, sich die Koteletten wusche- lig wachsen zu lassen oder noch flugs die Dauerwelle aufzufrischen. Von Freitag bis Montag früh spielt dieWelle ausschließlich Musik aus der Dekade der sehr, sehr lan- gen Gitarrensoli und wirft einen Blick auf Mode, Filme, Lebensstil und bedeutende Ereignisse aus diesen zehn Jahren. „Wir werden mit einem sehr emotionalen und leidenschaftlichen Blick in die 70er Jahre eintauchen“, sagt Ulf Pohlmeier, stellver- tretender WDR 4-Wellenchef. 70er-Fans machen durch mit WDR 4 EsistbereitsdasdritteMal,dassWDR4 ein 70er-Wochenende veranstaltet, auch die 60er und 80er waren schon an der Reihe. Denn jedes Mal sind die Hörerreak- tionen ausgesprochen positiv. Pohlmeier: „Leute schrieben uns, sie hätten sich kaum getraut, zwischendurch in den Keller zu gehen, weil sie nichts verpassen wollten. Einige machten sogar die Nächte durch.“ Ein Highlight stand schon Anfang Februar fest: Am Samstag, den 17. März, spielen „The Sweet“ ein Radiokonzert im Kölner Funkhaus am Wallrafplatz. Von den Gründungsmitgliedern ist nur noch Andy Scott dabei: Seit 1970 macht der seinen Job an der elektrischen Gitarre der erfolgreichsten Glam-Rock-Band der 70er. Er hat ein wenig zugenommen, trägt aber das Haar noch immer lang. Naturgemäß ist es etwas problemati- scher, Stargäste für ein 70er-Wochenende zu bekommen als für ein 80er-Special. „The Sweet“ aber ist immer noch auf Tour. Die Band ist im kleinen Sendesaal des WDR zu sehen, ist für Fans sicher ein spezielles Erlebnis. Anfang März werden die Karten auf WDR 4 verlost. „Radio an, aufpassen und auf die Verlosung achten“, empfiehlt Pohlmeier. Am ersten Abend des 70er-Revivals hat Moderator Peter Großmann Besuch von zwei Radiolegenden: Roger Handt und Adolf „Buddha“ Krämer. Handt war bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2013 40 Jahre beimRadio, davon 37 beimWDR. Seine markante Stimme verbinden viele Menschenmit Sendungenwie »Freie Fahrt ins Wochenende« oder »Yesterday«. Krä- mers Name, besonders verbunden mit der »Schlagerrallye«, dürfte vielen aus Abspän- nen zum Beispiel vom »Mittagsmagazin« bekannt sein. „Musikzusammenstellung: Adolf ‚Buddha‘ Krämer“. Aber auch am Mikrofon war er jahrelang aktiv, zum Beispiel mit Carmen Thomas bei »Hallo Ü-Wagen«. Ulf Pohlmeier ist 1971 geboren, seine musikalischePrägung typisch für dieGene- ration: „Gleichzeitig Record und Play drü- cken, ummit demKassettenrekorder Hits aus dem Radio aufzunehmen. Die Erinne- rung an den Grand-Prix-Sieg von Abba ist eine meiner frühesten Kindheitserinne- rungen.“Heute hört und singt er gerne Soul der 60er und 70er. DennPohlmeier ist nicht nur Redakteur, sondern auch Bandleader. Earth Wind und Fire, Kool & the Gang, James Brown, Stevie Wonder, aber auch Pink Floyd und die Eagles – „damals war die Musik von extremer handwerklicher Qualität geprägt“, sagt er. „Vergessene“ Erinnerungen Am 70er-Wochenende wird es jedoch für die meisten nicht um die fachmänni- sche Anerkennung ausgefuchster Arran- gements und die virtuose Bedienung der Hammond-Orgel gehen, sondern umNos- talgie. Nach dem letzten 70er-Wochende schrieb einHörer: „Ihr weckt bei mir Erin- nerungen, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie habe.“ Christian Gottschalk AB IN DIE 70ER! Anfang März verlost WDR 4 Karten für ein Radiokonzert mit „The Sweet“ in Köln. Denn ab 16. März heißt es wieder: „Ab in die 70er!“ WDR 4 FR – MO / 16. bis 19. März / 8:00 – 6:00 Ab in die 70er – 70 Stunden 70er „The Sweet“, die erfolgreichste Glam- Rock-Band der 70er. Heute ist nur noch Andy Scott (2.v.r.) dabei. Fotos: WDR ... zusammen mit einer weiteren Radiolegende: Musikredakteur Adolf „Buddha“ Krämer, hier ebenfalls im Look der späten 70er. Roger Handt, hier ein Bild, das ihn Ende der 70er zeigt, ist am 16. März zu Gast im WDR 4-Studio ...

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