WDRprint März 2018

27 26 Medienmenschen Medienmenschen Im Gespräch Seit Anfang Februar ist er nicht nur der Bursche bei 1LIVE: AndreasBurschemacht nun auch Fernsehen – »WDR aktuell«. 1LIVE-Moderator Andreas Bursche ist der Neue imModeratorenteam von »WDR aktuell«. Künftig wird der Journalist alle zweiMonate die »WDR aktuell«-Ausgaben, diemontags bis freitags um 12:45 und 16:00 imWDR Fernsehen zu sehen sind, präsen- tieren. Unverändert moderiert Bursche bei 1LIVE die Morgenshow »1LIVE mit Tobi Schäfer und dem Bursche«. Neuerdings im schicken Sakko „Die erste Sendung verlief ohne Probleme und hat großen Spaß gemacht“, sagt der 38-Jährige. „Allerdingsmuss ich beimFern- sehen auf einmal pünktlich in der Maske sein, Haare machen und auch noch ein schickes Sakko anziehen – wenn ich im Radio moderiere, kann ich theoretisch im Bärchen-Schlafanzug kommen.“ Natürlich sei er auch aufgeregt gewe- sen. Da Bursche aber nicht nur als Journalist arbeitet, sondern auch alsModerationstrai- ner, weiß er, was er dem entgegenzusetzen hat: „Wenn ichgut vorbereitet binundweiß, wovon ich spreche, dann ist das Lampen- Der Bursche macht jetzt auch TV fieber deutlich geringer.“ Daher habe er bereits am Tag zuvor recherchiert und sich intensiv über die voraussichtlichen The- men informiert. Dennoch: „Eine gewisse Anspannungmuss da sein, sonst wirdman nachlässig.“ „Ich bin ein Fan von live!“ Der deutliche Fokus auf den Nach- richtenjournalismus reizt Bursche an der Moderation von »WDR aktuell«. Und noch etwas: Ebenso wie die 1LIVE-Frühstrecke ist »WDR aktuell« eine Live-Sendung. „Ich bin ein Fan von live!“, schwärmt Bursche, „die Nachricht passiert – und ab ins Stu- dio!“ Andreas Bursche arbeitet nach Sta- tionen bei Radio FFN, Antenne Bayern und dem Hessischen Rundfunk seit 2009 bei 1LIVE. Nebenbei hat er auch früher schon Fernsehen gemacht: als Reporter und Moderator verschiedener Unterhal- tungsformate. kp Ihn reizt der deutliche Fokus auf den Nachrichtenjournalismus: 1LIVE-Moderator Andreas Bursche ist der Neue bei »West aktuell«. Foto: WDR/Fußwinkel WDR FERNSEHEN MO – FR / 12:45 und 16:00 »WDR aktuell« Das Team Paradise Papers im Rechercheverbund Süddeutsche Zei- tung/WDR/NDR gehört zu den „Jour- nalisten des Jahres 2017“. Die Auszeich- nung der Branchenzeitschrift „Medium Magazin“ in der Fachkategorie Team erhielten die Journalistinnen und Jour- nalisten von SZ,WDRundNDR, die ver- gangenes Jahr unter demTitel „Paradise Papers“ als Teil eines internationalen Recherchenetzwerks aufgedeckt hatten, mit welchen Steuertricks Unternehmen, Superreiche undMächtige viel Geld am Staat vorbeischleusen. An der Datenre- cherche waren rund 400 Journalisten aus aller Welt beteiligt; sie werteten rund 13,4 Millionen Dokumente aus, die der Süddeutschen Zeitung zuge- spielt worden waren. Vom WDR aus- gezeichnet wurden Monika Wagener, die Leiterin Investigatives Ressort und stellvertretende Leiterin der Programm- gruppe Inland, sowie Petra Blum, And- reas Braun, Jochen Becker, Petra Nagel, Jochen Taßler, Martin Suckow und der freie Journalist Georg Wellmann. Über die Vergabe des Preises ent- scheidet eine rund 100-köpfige unab- hängige Fachjury. In der Begründung für die Auszeichnung des Teams Para- dise Papers heißt es: „Aufklärung wie diese ist die Basis von Journalismus. Ihr gehört die Zukunft.“ kp Journalisten des Jahres 2017 Monika Wagener (WDR), Nico Richter (SZ) und Stephan Wels (NDR, r.) Foto WDR/Ernst Eine Schwäche für Sahnetorte, die hat Roland Riebeling mit Norbert Jütte gemeinsam. Ab März wird der Schauspieler als neuer Assistent des Duos Ballauf und Schenk im Kölner »Tat- ort« zu sehen sein. Gibt es sonst noch etwas, das den lebhaften RiebelingmitseinereherbehäbigangelegtenRolleverbindet?Wir treffenuns auf einenKaffeemitten imBochum. ImCaféZurAlt- stadt gibt esdie leckerstenTorten, und ineinerViertelstunde ist man zu Fuß am Schauspielhaus. Denndortspieltder40-Jährigeam AbendimStück„GefährlicheLieb- schaften“mit, alsKammerdiener. Seit 18 Jahren stehen Sie sowohl auf Bühnen, als auch vor der Kamera. Dabei wollten Sie ursprünglich etwas ganz andereswerden: Latein- lehrer oder evangelischer Pfarrer. Das müssen Sie bitte erklären! Lateinfandichspannend,uralteTexteausderVersenkungholen, dieSprache lebendigmachen.Und ichhatte schonGottesdienstemit- gestaltet.AbermeineChefinbeimZivildienstsagte:„Bewirbdichdoch mal bei der Schauspielschule. Bei deinemgroßenMitteilungsbedürf- nis reicht es bestimmt nicht, wenn du dich sonntags auf die Kanzel stellst.“ Das habe ich brav gemacht, dabei hatte ich erst zwei Mal ein Theater von innen gesehen. Ich bin damit großer Unbedarftheit her- angegangen.AberalsSchauspielerarbeite ichjaauchmitSprache.Und auchdasLehrerseinhatmichnicht losgelassen; ichbinDozent ander Folkwang Universität der Künste. Woran haben Sie gemerkt, dass die Schauspielerei das Richtige ist? Man erfährt so viel übersMenschsein. Man zeigt Liebe, Trauer, Wut, man sucht stimmige, wahreMomente.Man stellt seine Persön- lichkeit zur Verfügung, mit allem, was einen so ausmacht an Emoti- onen, Wissen, Nichtwissen. Das Gefühl: „Huch, was mache ich hier eigentlichgerade?“,hatmichabernieverlassen.EinePrisedavongehört für mich dazu, umgewissenhaft zu arbeiten. Auf Kaffee und Kuchen mit Roland Riebeling „Norbert eckt oft an: Er ist bauernschlau, macht Dienst nach Vorschrift, ein typi- scher Schreibtischtäter.“ Längst sind Sie sehr gefragt, haben in etlichen Stücken, Filmen, KrimiserienundComedy-Formatenmitgespielt.Was bedeutet Ihnen die Rolle im »Tatort«? Der »Tatort« begleitetmich, seit ich 15 bin. Ich hätte nie gedacht, dass ich da mal mitmache. Als die Anfrage kam, dachte ich: Ach du dickes Ei, das ist ja der Hammer! BeimDreh ertappe ich mich dabei, dass ichmich frage: Was passiert denn hier gerade? Wie lautet Ihr erster Satz im »Tatort«? „Nee nee, mir geht es schonwieder ganz gut.“ Da telefoniere ich und erzähle vonmeinen drei Bypässen, die ich bekommen habe. Erzählen Sie uns ein bisschen von Norbert Jütte? Ichfinde die Rolle unfassbar schön. Ganz anders, alsman einen Ermittler vermutet.Norbert ist sperrig,machtDienstnachVorschrift, ein typischer Schreibtischtäter. Er geht alles in Ruhe an, hat einen Herzfehler, raucht aberheimlich–dakannichmichgut reinversetzen. Er ist bauernschlau und eckt oft an. Er ist so der Typ: Wenn ich beim Amt eine Wertmarke ziehe und dann in das Großraumbüro gehe – genau bei demwill ich nicht landen. Können Sie die Rolle mitgestalten? Ja, zumBeispiel, indemich entscheide, wie denn seinSchreibtisch aussehensoll.UndoberlieberKaffeeoderTeetrinkt–NorbertistTeetrin- ker!Under liest unheimlichgerne seineKleingartenzeitschrift. Mit Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär sind nun drei „Ruhris“ im Kölner »Tatort«. Wie wirkt sich das aus? Klaus ist in den Pütt eingefah- ren, ich stamme auch aus einer Esse- ner Bergmannsfamilie, aber ich habe außerdemeinekölscheUrgroßmutter! DietmarwaraufderselbenSchauspiel- schule wie ich. Da ist viel Stallgeruch. WirhabeneineguteZeit,esistrauund herzlich, wie imRuhrgebiet. Sie haben schon Engagements in anderen Städten abgelehnt. Was mögen Sie am Ruhrgebiet? Aus Freiburg bin ich in einer Kamikazeaktion wieder zurück, dennichhattesofortHeimweh.Hierbistduniealleine.Wenndunach demWeg fragst,wirstduerstmal gefragt: „Waswillstedennda?“Man mischt sich ein. Dafür liebe ich das Ruhrgebiet. Mal vom »Tatort« abgesehen: Haben Sie eine Traumrolle? Ichwollte immer mal in einem richtigen Kostümschinkenmit- spielen. Und, ein Traum seit meinem fünften Lebensjahr: eine Rolle in einemVampirfilm. Mit Roland Riebeling sprach Ina Sperl Roland Riebeling, der neue »Tatort«-Assi, spielt zurzeit in Bochum Theater. Foto: WDR/Anneck Das Erste SO / 18. März / 20:15 Der »Tatort« aus Köln Mitgehangen

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