WDRprint März 2018

37 36 Aus der Werkstatt Aus der Werkstatt Maus, Elefant, Ente und Hase können machen, was sie wollen: Jede Bewe- gung wird für die TV-Ewigkeit fest- gehalten und landet in der Animations- bibliothek. Ein Blick in die „Werkstatt“ der beliebten WDR- Kindersendungen. BEWEGUNG IM TV-ZOO Wenn die Maus mit den Augen klim- pert, die Moderatoren animierte Raketen steigen lassen oder der kleine blaue Elefant echtes Konfetti aus seinem Rüssel über seine zweibeinigen Kollegen prustet, dann warHardyH. Hoffmann amWerk. Er ist im WDR On-Air-Design Realisator und kann die beliebteWDR-Maus, den Elefanten, die quakende Ente oder auch den rosa Hasen aus »Die Sendung mit dem Elefanten« vor jeden denkbaren Hintergrund montieren: auf eine reale Wiese, in ein virtuelles Set oder vor eine grafische Fläche, dieman zum Beispiel in einem kurzen Clip verwendet, in dem der Elefant die neue Startzeit seiner Sendung verkündet. Hoffmann: „Unsere Figuren können im Prinzip überall auftau- chen und spielen so selbst eine Rolle.“ InderOster-Ausgabe gehenAndré und Tanja, die Moderatoren der »Sendung mit dem Elefanten«, im Studio auf Eiersuche. Und natürlich hat Hardy Hoffmann auch Elefant undHase in die Suche eingebaut. So gibt der rosa Hase den Hinweis, dass zwei also die kurzen Filmemit Maus und Elefant zwischen den Lach- und Sachgeschichten, werdenvonzweiTrickfilmfirmenproduziert, wo sie wie früher vonHand gezeichnet wer- den– inzwischenaber nichtmehr auf Papier, sondern amTouchscreen des Computers. Fragt man Hardy Hoffmann, was ihm an seiner Arbeit am meisten Spaß bereitet, sagt er ohnezuzögern: „dasBasteln.“Ermuss die animierte Figur so gestalten, dass sie genau in die jeweilige Szene passt: Er sucht die richtige Bewegungsphase aus. Wenn er eine Phase nicht hat, wie den kichernden Hasen, der von der Seite aus ins Bild schaut, kann er tricksen und die Figur zur Seite kippen. Details sind wichtig: Die Pupillen des Hasen verändert Hoffmann so, dass die Augenexakt auf denrichtigenPunkt blicken. Er versieht ihnwenn nötigmit einemSchat- ten, damit es realerwirkt. Undwenn zusätz- liche Gegenstände benötigt werden, muss Hoffmannauchdie indie Szeneneinbauen– etwadieRaketen, diedieMaus-Moderatoren inder Silvester-Sendung steigen ließen, oder eben das eine oder andere Osterei. Katrin Pokahr Eier unter demZylinder desKameramannes versteckt sind: Der Hase hoppelt ins Bild, zeigt auf den Hut und hüpft wieder weg. Dafür bekommt Hoffmann zunächst einDrehbuch, das beschreibt, wie die Szene ablaufen soll. Oft ist er auch bei den Dreh- arbeitendabei,wodiejeweiligenAnimations- figuren bereitsmitgedacht werdenmüssen, auch wenn sie noch nicht zu sehen sind. Wenn dieMaus ihre Bauchtasche öffnet Am FLAME, einer speziellen Anima- tionssoftware, sucht Hardy Hoffmann die Bewegungen des rosa Hasen, die in diesem FallfürdasHoppelnundZeigenaufdenZylin- der benötigt werden, aus einer Animations- bibliothek heraus, bearbeitet sie und setzt sie dann indieentsprechendeFilmszenehinein. „InderBibliotheksindsämtlicheAnimations- phasen unserer Figuren gespeichert“, erklärt er.Mit „Phase“ ist eine bestimmte Bewegung gemeint, zum Beispiel wie die Maus ihre Bauchtasche öffnet und etwas hineinsteckt. Seit »Die Sendungmit demElefanten« 2007 startete, werden solche Phasen in der Animationsbibliothek gespeichert. Der Vor- teil laut Hoffmann: „So kann der WDR sie selbst direkt verwendenundmuss nicht jede Bewegung neu erstellen lassen.“ Allein von der Maus existieren inzwischen über 240 verschiedene Phasen im Baukasten, vom Elefanten sogar über 250. Nur Bewegungs- phasen, die es dort noch nicht gibt, muss ein externer Trickfilmer zuliefern. „Inner- halb kurzer Zeit kann man kostengünstig sogenannte Einspieler mit der Maus oder denanderenerstellenunddamit dieMarken WDR, Maus und Elefant noch bekannter machen und stärken“, betont Hoffmann. Die Bibliothek spart jede Menge Mäuse Der Design-Realisator erstellt in enger Zusammenarbeitmit derRedaktiondieAni- mationssequenzenmit derMaus oder ihren „Kollegen“ vor allem für »Die Sendung mit dem Elefanten« und »Die Sendung mit der Maus«. Hinzu kommen andere Fernsehpro- duktionen wie die ARD-Show »Frag doch mal die Maus«, die ARD-Themenwochen oder Trailer für den Kinderkanal (KiKA) sowie die Internetauftritte der Maus und des Elefanten und die Apps. Die App der Elefanten-Sendung zum Beispiel bestückte er ausschließlich mit Figuren aus der Ani- mationsbibliothek. Hoffmann: „Eine große Kostenersparnis.“DieMaus-Spots hingegen, Design-Realisator Hardy H. Hoffmann mit seinen berühmten „Kollegen“: Maus und Elefant. Der Design-Realisator macht es möglich, dass sich Moderatoren und der kleine blaue Elefant in der TV-Welt treffen und interagieren. Der Design-Realisator baut auch die laut Drehbuch gewünschten Gegenstände in die Szenen ein. Außerdem ist er für die Apps und die Internetauf- tritte zuständig. Hardy H. Hoffmann sucht über FLAME (rechts), eine spezielle Animationsoftware, gezielt die benötigten Bewegungen der berühmten WDR-Tiere heraus, und spielt sie auf den Bildschirm links. Fotos: WDR/Brill In der digitalen Animationsbibliothek sind Hunderte Bewegungsphasen von Maus, Elefant, Ente und dem rosa Hasen gespeichert. »Die Sendung mit dem Elefanten« Osterausgabe KiKA SO / 2. April / 06:45

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