WDRprint April 2018

31 30 Dokumentation Dokumentation Sie lernten sich in der Chemo-Ambu- lanz des Essener Klinikums kennen: Jenni (29), Steffi (49), Silke (53), Elke (63) und Mandy (30). Schnell ist klar: Sie haben nicht nur dieselbe Diagnose, sondern auch den- selben Sinn für Humor. „Lachen ist wichtig, um gesund zu werden“, ist sich nicht nur die so lebenslustige wie pragmatische Steffi sicher. Die Frauen gründen eineWhatsapp- Gruppe namens „Die taffen Chemo Chicas“ undgehenseitdemgemeinsamdurchHöhen und Tiefen. Die Leidensgenossinnen stüt- zen sich gegenseitig undwollen „demHerrn Krebs den Stinkefinger zeigen“. Bereits im April 2016 berichtete die Autorin Ute Schneider in »Frau tv« über die ungewöhnliche Gang. Sie hatte Steffi und Silke zufällig während der Recherchen für ein anderes Projekt kennengelernt und war fasziniert von ihrer Stärke. „Ist es leichter, zusammen zuversicht- lich zu bleiben?“, fragte die Journalistin die bei- den. „Ja und wir werden alle wieder gesund, eine andere Alternative gibt es gar nicht“, antwor- tete Steffi, „und wenn jemand mal ganz am Bodenist, dannsagenwir: Alles besser als tot!“ Die Geschichte dieses Zusammenhalts habe sie erzählen wollen, sagt Schneider. Riesige Zuschauer-Resonanz „Eigentlich hattenwir schon so oft von Menschen erzählt, die Krankheiten durch- leben“, erinnert sich »Menschen hautnah«- Redaktionsleiterin Britta Windhoff. Doch die einzigartige Geschichte der „Chemo Chicas“ habe sie überzeugt. Ein halbes Jahr langbegleitete Schneider für dieDoku-Reihe dieFrauen in ihremÜberlebenskampf. Auch für »Frau tv« berichtete die Autorin in den vergangenenzwei Jahren immerwieder über „DieChemoChicas“ –mit riesiger Resonanz des Publikums. „Eine schöne Synergie“, fin- det Windhoff. Nun sei es auch für »Men- schen hautnah« an der Zeit gewesen und zu schauen, wiedas LebennachdemKrebs aus- sieht, wie die Chicas wieder in ihren Alltag zurückfinden. Mit Co-Autor ChristophWittig suchte Schneider erneut vier derChemoChicas auf. Die dreifacheMutter Mandy wollte sich aus familiärenGründennicht anderFortsetzung derDokubeteiligen. Die schwereKrankheit hat dasLebenaller fünf Frauenverändert. Sie hatten gehofft, das Schlimmste liege hinter ihnen.Dochkeinekannsoeinfachzurück in ihr altes Leben. Die früher so selbstbewusste Silke etwa muss sich eingestehen, dass sie ihren Job nicht mehr bewältigt: „Ich schaffe das imMoment einfach nicht, ich habe kei- nen Plan, wie es weitergehen soll. Früher wusste ich immer, wo es langgeht, heute lassen mich selbst kleinste Alltagsdinge manchmal verzweifeln.“ Jenni, die jüngste im Bunde, steht vor einer schweren Entscheidung. Da ihr Krebs hormonbedingt war, wurde siemit 29 in die Wechseljahre versetzt. Siewill sichnicht als alte Frau fühlen. Vielleicht möchte sie doch noch Kinder bekommen. Soll sie das Risiko eingehen, die Behandlung abzubrechen? Steffi will nicht zurück in den alten Trott, sie hatmit 51 eineErwerbs- minderungsrente ein- gereicht. Das verschafft ihr Zeit, um für sich einen neuen Weg zu finden. Bei Elke ist der Krebs zurückgekehrt. Sie wird bald das erste Mal Oma undmöchte nicht vorher sterben. Das Leben ist für alle nicht einfacher gewor- den, aber: „Die Chemo Chicas“ sind noch immer füreinander da. Am Tag der Ausstrahlung der neuen »Menschen hautnah«-Folge berichtet auch »Frau tv« über die Frauen. Im Anschluss an „DieChemoChicas–LebennachdemKrebs“ zeigt der WDR noch einmal den ersten Teil „DieChemoChicas –Alles ist besser als tot!“ Christine Schilha CHEMOCHICAS ARE BACK! Die „Chemo- Chicas“ Stefanie, Jenni, Silke und Elke (v. l.) Foto: WDR/ Wittig Im Januar 2017 porträtierte »Menschen hautnah« erstmals „Die Chemo Chicas“, couragierte Frauen, die gemeinsam dem Brust- krebs trotzen. Die Fort- setzung „Leben nach dem Krebs“ zeigt, wie es ihnen heute geht. Wie sieht das Leben der „Che- mo Chicas“ nach dem Krebs aus? »Frau tv« mit einem Beitrag über die Chemo Chicas DO / 19. April / 22:20 – 22:40 »Menschen hautnah« Die Chemo Chicas – Leben nach dem Krebs DO / 19. April / 22:40 – 23:25 Die Chemo Chicas – Alles ist besser als tot! DO / 19. April / 23:25 – 0:10 WDR FERNSEHEN

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