WDRprint Mai/2018

35 34 Kirche Zum ersten Mal seit 1986 findet der Deutsche Katholi- kentag wieder im Sendegebiet des WDR statt. Das bedeutet nicht nur Großeinsatz für die Medienleute, sondern auch für den Rundfunkbeauftrag- ten der katholischen Kirche in NRW, Pater Philipp Reichling. EIN FROHER BOTSCHAFTER Aus dem Fenster seines Büros am Wallrafplatz kann er direkt rüber ins Funkhaus schauen. „Ja, die drüben beim WDR können sehen, ob ich hier am Schreibtisch sitze, aber ich kann auch zurückgucken“, lacht Pater Philipp Reichling, Rundfunkbeauftragter der katholischenKirche inNRWbeim WDR in Köln. Da er seinen Job als „Bindeglied zwischen der katholischen Kirche und dem öffentlich-rechtlichen Rund- funk“ bezeichnet, sind kurzeWege vonVorteil. Der Leiter des Rundfunkreferats ist Ordenspriester, hat hier nur eine halbe Stelle.Wenn er nicht inKöln arbeitet, lebt er inder AbteiHam- bornund geht diversen anderenTätigkeitennach: Subsidiar in der Pfarrei Liebfrauen Duisburg-Mitte und Lehrbeauftragter an der Ruhr-Universität Bochumbeipielsweise. Undweil jede der fünf Diözesen zusätzlich einen eigenen Rundfunkbeauf- tragten hat, erledigt er diesen Job für das Bistum Essen. Das Gesetz verpflichtet den WDR, den Kirchen „ange- messene Sendezeiten“ für ihre eigene Rundfunkarbeit ein- zuräumen. Was das genau bedeutet, ist Verhandlungssache. Reichling ist mit demaktuellen Status quo zufrieden, immer- hin senden die Kirchen zusammengerechnet mehr als zwei Stunden wöchentlich im Radioprogramm des WDR. Der Theologe und promovierte Kunsthistoriker betreut zusam- men mit seinem Kollegen Klaus Nelissen die sogenannten Verkündigungsformate in Radio und Fernsehen. Im Alltags- geschäft sind das vor allemdie »Kirche in ...«-Beiträge auf allen Radio-Wellenvon1LIVEbisWDR5, die »Sonntagskirche« auf WDR 4 und »Das Geistliche Wort« auf WDR 5. Formatgerechtes Coaching Texte bestellen und redigieren, die Autoren ins Studio begleiten: Der Rundfunkbeauftragte erledigt Redaktions- arbeit. Damit die Beiträge im Radio funktionieren und gut klingen, werden die Theologinnen und Theologen gecoacht: Sie erhalten Sprechtraining und eine „formatspezifische Schulung.“ Wer sich erinnert, wie altbacken Kirchenvertre- ter früher oft im Radio klangen, und hört, wie modern sie heute daherkommen, weiß: Die Mühe lohnt sich. „Da legen wir sehr vielWert drauf“, so der gebürtigeDuisburger, „dawir als in Anführungsstrichen ‚Laienspielschar̒, in einem hoch professionellen Medium unterwegs sind.“ Im Fernsehen betreuen die katholischen Medienarbei- ter das WDR-»Wort zum Sonntag« mit Pfarrer Gereon Alter und dieÜbertragung von bestimmtenGottesdiensten. „Dann überlegen wir mit den Diözesen, von wo kann man das über- tragen? Wo ist ein guter Prediger, gute Kirchenmusik? Wo ist der Raum attraktiv? Es hilft nichts, einen langweiligen Predigermit langweiligerMusik in einer langweiligenKirche zu zeigen. Dann können wir einpacken“, sagt der 54-Jährige. Die Erfahrung wird im Mai allen Beteiligten zugute- kommen. Es steht vom 9. bis 13. Mai ein Großereignis an, auf das der Rundfunkbeauftragte, das WDR-Landesstudio Münster und die betreffenden Hörfunk- und Fernsehre- daktionen des WDR in Köln sich seit Monaten vorbereiten: Der 101. Katholikentag, der in diesem Jahr unter demMotto „Suche Frieden“ steht, findet in Münster statt. ➔ Pater Philipp Reichling wird in Münster am 13. Mai den Hauptgottes- dienst für das Fernseh-Publikum kommentieren. Fotos: WDR/Anneck

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