WDRprint Mai/2018

37 36 Kirche Das letzte dieser großen Laientreffen gab es im Sendegebiet 1986 in Aachen. Der WDR wird ausführlich über den Katholikentag berichten. Bei der Themenauswahl gelten die üblichen journalistischen Kriterien, Reichling gibt allenfalls Tipps: „Die Redak- tionen fragen uns schon mal nach unserer Meinung.“ WDR-Großeinsatz beim Kirchentag DaskatholischeRund- funkreferat ist zuständig für die beiden Großgottes- dienste imSchlossparkmit jeweils 30.000 Gläubigen. „Da arbeiten wir mit der Redaktion Religion und Wissen unter der Leitung von Maria Dickmeis zu- sammen.“ Deren Mit- arbeiterinnen Johanna Holzhauer, AngelikaWag- ner und Ute Casper be- treuen die Gottesdienste redaktionell. Sie beraten den Kirchenmann dra- maturgisch und textlich, diskutieren mit ihm, ob jetzt vier oder acht Strophen eines Liedes gesungen werden. Chefin Dickmeis wird während des Katholikentages stets vor Ort sein, als Back-up, falls es irgendwo Perso- nalbedarf gibt. „UndwirsindimengenKontaktmitUwe Phenn, der die ganze Logistik drumherum schmiedet“,erzähltder Pater. Der Produkti- onsleiter ist schon seit Monaten indieVorbe- reitung eingebunden, die Ü-Wagen hat er bereits 2016 bestellt. Die Produktion braucht Strom, Platz, Genehmigungen: Bei einem Treffenmit demVeranstalter imAugust 2017 wurdensolcheDingebesprochen. Ebensodie Wünsche des Katholikentages an denWDR. Und natürlich wirkt hier auch wieder Pater Reichling als Bindeglied und unermüdlicher Kommunikator. Phenns Anspruch ist klar: „EsisteineopulenteVeranstaltung,diewollen wir auch gut ins Bild setzen.“ Für die Inhalte der Gottesdienste ist die Kirche verantwortlich, der Rund- funkbeauftragte sorgt dafür, dass die wie- derum fernsehgerecht präsentiert werden. Er möchte gemeinsam mit dem WDR ein „Gesamtkunstwerk“ schaffen. „Das ist kein reines Abbilden, wie bei einem Fuß- ballspiel. Wir ermuntern die Zelebranten: Guckt dochmal in dieKamera, lächelt doch ein bisschen. Wenn wir einen liturgischen Tanz inszenieren, präsentieren wir ihn so auf der Bühne, dass man ihn auch gut fil- men kann.“ Der Hauptgottesdienst am 13. Mai wird im Ersten und im Radio auf WDR 5 übertragen. In der 90-minütigen Live-Sen- dung übernimmt Reichling die Aufgabe des TV-Kommentators. Theodor Dierkes von der Redaktionsgruppe Gesellschaft aktuell beiWDR5, selbst Theologe, wirdmitdemzwei- t en Ma nn im Re f er at , K l aus Nelissen, in einer Sprecherkabine sitzen, hier wird die Zusammenarbeit dann auch buchstäb- lich eng. Gemeinsamkommentieren sie das Ereignis im Radio. Reichling meint, dass die Kirchen durch die Arbeit in den Medien lernen können, den Menschen in einer Sprache zu begegnen, die sie auch verstehen. „Das ist wichtig, umwahrgenommen zuwerden. Es hat keinen Zweck, wenn wir unterein- ander frommeDinge theologischhochkom- pliziert diskutieren. Wir müssen den Mut haben, in die gesamte Gesellschaft hinein zu sprechen.“ Christian Gottschalk Suche Frieden »Lebenszeichen« vom 101. Deut- schen Katholikentag inMünster »Diesseits von Eden« Sondersendung vom Katholikentag Suche Frieden Hauptgottesdienst des 101. Deut- schen Katholikentages inMünster – Live-Übertragung WDR 5 SO / 13. Mai / 10:00 »WDR 5 spezial« Livesendung vomKatholikentag WDR 5 SO / 13. Mai / 11:30 »WDR 3 Konzert« Uraufführung des Oratoriums „PAX“ FERNSEHEN Willkommen inMünster! Eröffnung des Deutschen Katholikentags 2018 Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt vomDeutschen Katholikentag aus Münster Das Erste DO / 10. Mai / 10:00 »Wort zum Sonntag« – vom Deutschen Katholikentag inMünster Sprecher: Gereon Alter Das Erste SA / 12. Mai / 20:55 Hauptgottesdienst des Deutschen Katholikentags aus Münster Das Erste SO / 13. Mai / 10:00 Beten, streiten, feiern Der Katholikentag inMünster Eine Reportage Das Erste SO / 13. Mai / 11.30 „Menschen in einer Sprache begegnen, die sie verstehen.“ WDR 3 SO / 13. Mai / 08:30 WDR 5 SO / 13. Mai / 09:05 WDR 3 MI / 16. Mai / 20:04 WDR FERNSEHEN MI / 09. Mai / 17:45 Pater Reichling, hier vor dem St.-Paulus-Dom in Münster, möchte gemeinsam mit dem WDR ein „Gesamtkunstwerk“ schaffen. Zwei Pilotsendungen von»Geht’s noch? – Zeit für Lösungen!«wurden bereits imNovember vergangenen Jahres gesendet. Ab 28.Mai werdendrei neueAusgaben zu sehen sein. „Wir suchen die Ge- schichten, die wir erzäh- len, im echten Leben“, sagt Detlef Flintz, Leiter der Pro- grammgruppe Wirtschaft und Recht, der die Sendung mitentwickelt hat. „Es wird ein Problem ausgemacht – und im nächsten Schritt suchen wir indivi- duelle und gesellschaftliche Lösungen.“ Um herauszufinden,obeinFacebook-Algorithmus dieWeltsicht der Facebook-User steuert, star- tetedieRedaktiongemeinsammitderUniver- sitätWürzburgeinExperimentmit28Leuten: Die Hälfte informiert sich drei Wochen lang nurüberFacebook, dieanderenkonsumieren ausnahmslos analogeMedien.AmEndewird verglichen, wer dieWelt wie sieht. Charakteristisch für »Geht’s noch? – Zeit für Lösungen!« ist eine ergebnisoffene Herangehensweise an die Themen, betont Flintz: „Wir haben nicht von vornherein ein fertiges Bild im Kopf. Wir werden Teil des Lebensraumes, um den es geht, und leiten aus dem, was passiert, die nächsten Schritte ab.“ So begleiten die Reporter derzeit auch eine Hebamme bei der Arbeit und sprechen mit betroffenenSchwangerenundKranken- häusern. Für das Thema Messerstechereien sind Reporter nachts in Kölner Lokalen unterwegs, um Jugendliche kennenzuler- nen, die von ihren Erfahrungen berichten. Gleichzeitig sollen Eltern, Jugendämter und Polizei zuWort kommen. „Das ist dieHeran- gehensweisederklassischenReportage“, sagt RedakteurinIngridBertram, „unddasmacht dieGeschichten für denZuschauer erlebbar.“ Die Basis: klassische Reportagen Die Sendung ist experimentierfreudig. Die Frage „Macht weniger Meckern eigent- lichglücklicher?“, führte zudemExperiment „Drei Wochen lang nicht meckern“. „Wir wollen wissen, wie sehr dieses Schimpfen und Meckern ohne Lösung unser Wohlbe- finden beeinflusst“, erklärt Bertram. In den zweiteilnehmendenUnternehmenausNRW soll also drei Wochen lang nicht genörgelt werden. Dafür werden Kameras installiert, die Mitarbeiter führen Videotagebücher und bewerten in einer App ihren Tag. Bertram muss nicht lange überlegen bei der Frage, was ihr an der neuen Sendung so gefällt: „Es ist die Chance, Fernsehen anders zu machen.“ Und was ist mit Prob- lemenundLösungen, die in vergangenenSendungenaufgezeigtundange- stoßen wurden? Da wird nachgehakt. Etwa beim Thema verständlichere Lebensmittel- kennzeichnungen, für die sich einige Politi- ker beimBesuchder »Geht’snoch?«-Reporter im vergangenen Jahr in Berlin versprachen einzusetzen. Oder das Problem, dass es auf vielen Baustellen nicht oder zu langsam vor- angeht. Hier hatte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst im November zugesagt, sich über das Modell in den Niederlanden zu informieren. Hat er? „Natürlich kann man diesen Missstand nicht innerhalb von fünf Monaten beheben“, weißDetlef Flintz, „aber man kann es angehen – und wir vermelden auch gerne Erfolge imKleinen.“ kp »Geht’s noch? – Zeit für Lösungen« WDR FERNSEHEN MO / 28. Mai, 4. und 11. Juni / 20:15 Ergebnisoffene Herangehens- weise, realistische Lösungen WDR-Journalistin Nina Lindlahr moderiert und wird auch als Reporterin aktiv sein. Foto: WDR Wenn Dinge schieflaufen, kann man manchmal nur den Kopf schüt- teln. Eine werdende Mutter, die ihr Kind auf dem Parkplatz vor einer Klinik zur Welt bringt, weil sie trotz Wehen in keinem Krankenhaus aufgenommenwird?DramatischzunehmendeMesserstechereienunter Jugendlichen? Und: Steuern Facebook und Co. uns so, dass es unsere Wahrnehmung der Welt beeinflusst? Wenn sie so etwas hören, fra- gen vieleMenschen: „Geht’s noch?“. Weil Empörung allein aber nichts bringt, sucht die gleichnamige Sendung imWDRFernsehennachLösun- gen, die in der Realität wirklich funktionieren.

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