WDRprint Juni 2018

Fußball WM 11 10 Fußball WM Die Leitung steht 32 Mannschaften und 64 Spiele – die Fußball-Fans können sich auf ein Event der Superlative freuen. Gleichzeitig treten ARD und WDR mit so wenig Personal und so wenig Technik an wie noch nie. Wenn am 14. Juni der Schiedrichter im Luzhniki-Stadion in Moskauum17Uhr das Eröffnungs-Matchder Fußball-Weltmeister- schaft zwischen Gastgeber Russland und Saudi-Arabien anpfeift, sitzen Millionen Fußballfans gebannt vor den Fernsehern. Alle Fäden für dieÜbertragung laufen unter Federführung des SWR im Nationalen Sendezentrum (NBC) in Baden-Baden zusammen, ein Großteil des ARD-Personals bearbeitet von hier aus den Fußball in den gut viereinhalb Turnierwochen für alle Ausspielwege. Nach demWarm-up beimConfed Cup im vergangenen Jahr bietet das Sendezentrum alle Voraussetzungen für eine gelungene Produktion. 45BildleitungenverbindendasNBCmit denSpielorten, demDFB-Quartier unddeminternationalenSendezentruminRuss- land. Das führt nicht nur zu Synergieeffekten vor demHintergrund einer Weiterentwicklung des multi- und crossmedialen Konzepts. Durch weniger Präsenz vor Ort sparen ARD und ZDF erhebliche Kosten – einwichtiger Baustein imRahmender ARD-Reformpläne. Der WDR f lankiert das SWR-Sendekonzept mit einer gewohnt eingespielten TV-Mannschaft. Angeführt von Sportchef Steffen Simon, der sich auf sein bereits achtes internationales Turnier als Live-Reporter freut. Erster Einsatz für Simon ist die Partie zwischen Ägypten und Uruguay am 15. Juni in Jekaterin- burg.WDR-Reporter Jürgen Bergener reist zu den deutschenARD- Spielen als Interviewer nach Russland und ist als Storymacher in Baden-Baden im Einsatz. Auch für die gemeinsame technische Produktion von ARD und ZDF aus dem Hotelkomplex in Watu- tinki, demWM-Quartier der deutschen Nationalmannschaft, ist der WDR verantwortlich. Produktionsleiter Andreas Heiserholt ist ein erfahrener Mann, er betreut für den WDR das vierte Turnier. „Wir können von einer relativ smarten, schlanken Produktion sprechen“, sagt Heiserholt. „Weniger Personal, weniger Technik, eine kleine SNG statt großemÜ-Wagen.“ Die Reporter werdenmit speziellen LTE- Rucksäcken ausgestattet, können an mobilen Schnittplätzen arbeiten. Dreimal ist Heiserholt imVorfeld nachWatutinki gereist und hat die Bedingungen vor Ort gecheckt. „Dawar viel Bürokratie zu bewältigen.“ Denn ab dem 12. Juni, wenn die deutsche Mann- schaft ihr Quartier bezieht, muss die gesamte Berichterstattung für Fernsehen, Hörfunk und Online perfekt funktionieren. Um die Sendungsplanung in Baden-Baden kümmern sich als Chefinnen vomDienst dieWDR-Redakteurinnen Svenja Hei- dorn und Pamela Lischke. „Da sind für die langen Sendetage viele Absprachen nötig“, sagt Svenja Heidorn. Kernstück des 330 Qua- dratmeter großen Studios – zu großen Teilen das der EM 2016 in Frankreich – ist die knapp elf Meter lange und 2,70 Meter hohe LED-Wand, „das Schaufenster nach draußen“. Ein Novum ist die Doppelmoderation aus Baden-Baden: An den ARD-Sendetagen spielen sich Alexander Bommes und Matthias Opdenhövel die Bälle zu. Im WM-Studio werden die beiden Sportmoderatoren – unterstützt von Experten – die Spiele und Leistungen der deut- schen Mannschaft analysieren und einordnen. WDR-Redakteur Moin aus Rußland Das ARD-»Morgenmagazin« sendet während der Fußball- Weltmeisterschaft aus einem kleinen Ort in Ostfriesland. Zu Fuß von Amerika nach Rußland in zehn Minuten – das gibt’s nur in Ostfriesland. Gerade mal einen Steinwurf sind die beidenOrtsteile derGemeinde Friedeburg voneinander entfernt. Im Juni dürften die Bewohner des Ortsteils Amerika ein wenig neugierig ins zwei Kilometer entfernte Rußland blicken – dann nämlich,wenndasARD-»Morgenmagazin«währendderFußball- Weltmeisterschaft live aus Rußland sendet. „Das Konzept hat sich bei der vergangenen Weltmeister- schaft bewährt, dieGeschichte kamgut an“, sagt »Moma«-Redak- teur Uwe Kirchner vom WDR. Schon 2014 hatte das »Morgen- magazin« aus einem Ferienort namens Brasilien direkt an der Ostsee gesendet. DiesenSommerdeckt dieARDdenFußball-Frühstückstisch nunganz idyllischaneinemSee inRußland. Andenerstenbeiden Tagenmoderiert Okka Gundel den »Moma«-Sport. Stargast zum WM-Auftakt ist Sänger Adel Tawil, später folgen noch Madsen, Heinz Rudolf Kunze und die Höhner. In den beiden weiteren »Moma«-WochenübernimmtWDR-Moderator PeterGroßmann die Moderation zusammen mit Yared Dibaba vomNDR. DiegeringeZeitverschiebung spielt demTeamindiesemJahr in die Karten. Es gibt Live-Schalten ins deutsche Mannschafts- quartier, Interessantes aus Social Media und jede Menge Exper- tengespräche. Mit dabei: der frühere Nationalspieler Olaf Thon, EishockeyspielerChristianEhrhoff, der ehemaligeBundesligaprofi Mike Büskens sowie Ex-Nationalspielerin Inka Grings. Bis zu 90 Minuten des »Morgenmagazins« wird der Sport während derWeltmeisterschaft einnehmen – stetsmit leicht ost- friesischemEinschlag. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022muss sich das »Moma«-Team dann aber etwas einfallen lassen: Denn einen Ort namens Katar findet man weder an der Nord- noch an der Ostsee. Christian Schyma Klaus Heinen ist stellvertretender Programmchef in Baden-Baden: „Diese Weltmeisterschaft ist schon eine andere Nummer als die Turniere zuvor. Die meisten von uns arbeiten jetzt im NBC, von wo aus wir die komplette WM technisch umsetzen. Zum ersten Mal also nicht vor Ort im Gastgeberland.“ Eine weitere Heraus- forderung kommt auf die wenigen Kollegen vor Ort in Russland zu. Sie müssen sich auf mehrere weite Reisen zwischen den Spiel- stätten einstellen. Darüber hinaus steigt der Anteil der crossme- dialen Arbeit: Da die ARD auch online die Bewegtbildrechte hat, muss der Ausspielweg imNetzmitgedacht, geplant und umgesetzt werden. Und das nicht nur anARD-Sendetagen, sondern an jedem Spieltag der WM. Weltmeister im Gespräch DasWDR-Team imNBC komplettierenAlexander Reker und Christian Riewe sowie Henning Caje und Frank Müller aus dem Sportarchiv. Redakteur Sven Kopainig betreut die neue Rubrik „Weltmeister im Gespräch“ im Ersten: An ausgewählten ARD- Spielübertragungstagen diskutieren Jessy Wellmer und Philipp Lahm hier über mehr als nur Fußball. Natürlich entstehen auch Inhalte direkt vor Ort: WDR-Autor Marc Schlömer reist als Storymacher quer durchs Land. Daneben kümmert sich Korrespodent Udo Lielischkies um die Themen Gesellschaft und Politik, während Schauspielerin Palina Rojinski Land und Leute imBlick hat. ImVorfeld derWMhat sich das Duo auf Reportage-Reise durch dieWM-Städte begeben, der Vierteiler »Unser Russland« läuft seit Ende Mai im Ersten. ChristianSchyma Unser Russland: Folge 3 und 4 Das Erste SO / 3. und 10. Juni / 18:00 Eröffnungsspiel Fußball-Weltmeisterschaft 2018 Das Erste DO / 14. Juni / 17:00 ARD-»Moma« live aus Rußland, Friedeburg 14. und 15. Juni / 05:30 – 09:00 25. bis 29. Juni / 05:30 – 09:00 9. bis 13. Juli / 05:30 – 09:00 Für die WM zieht das »Morgenmagazin« nach Rußland. Foto: Sylvia Reinecke Teil des ARD-WM-Teams: die Kommentatoren Gerd Gottlob, Tom Bartels und Steffen Simon (v. r.). Für WDR-Sportchef Steffen Simon ist es bereits das achte internationale Turnier als Live-Reporter. Foto: SWR/Klein An den ARD-Sen- detagen spielen sich Alexander Bommes (l.) und Matthias Opdenhövel im WM-Studio die Bälle zu. Foto: SWR/Klein Die Late-Night- Show »WM- Kwartira« mit Micky Beisenherz (l.) und Jörg Thadeusz lässt den Fußballtag Revue passieren. Foto: SWR/Klein

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