WDRprint Juni 2018

41 40 Medienmenschen Medienmenschen Stabübergabe beimWDRSinfonieorchester: Nachneun erfolg- reichen Jahrenwird sich Jukka-Pekka Saraste imSommer 2019 als Chefdirigent verabschieden. Auf der Suche nach einem Nachfolger gelang dem Orchester ein besonderer Coup: Mit CristianMăcelaru konnte derWDR einen der derzeit interes- santesten und gefragtesten Dirigenten für diese traditions- reiche Position gewinnen. Cristian Măcelaru, der in den USA lebende 38-jährige Rumäne, gilt aufgrund seiner stilistischen Vielseitigkeit und seiner intensiven Interpretationen als einer der Shooting Stars im Bereich Orchestermusik. Schon nach acht Jahren als Dirigent kann der gelernte Violinist eine Liste hochkarätiger und nam- hafter Orchester vorweisen, mit denen er bereits Konzerte gab. Darunter die Orchester von Chicago, New York, Philadelphia, Amsterdam, Leipzig und Paris. Auch für das WDR Sinfonieor- chester ist Măcelaru keinUnbekannter. Seit Februar 2017 spielten die KölnerMusikerinnen undMusiker unter seiner Leitung schon drei Konzerte, eine Zusammenarbeit, die die Grundlage für sein künftiges Engagement legte. Der designierte Chefdirigent: „Wir haben dabei außerordentliche Momente erlebt, die den Wunsch entstehen ließen, unsere Zusammenarbeit zu vertiefen.“ Das Orchester beeindruckte dabei seine Offenheit, denn Măcelaru geht es nicht darum, seineVisiondemOrchester stempel- artig aufzudrücken. „Er hat einen aufmerksamen, kooperativen Stil und kommt nicht mit einem fertigenKonzept, sondern entwickelt gemeinsammit demOrchester denWeg, ein Stück zu interpretie- ren“, sagt Siegwald Bütow, Manager des WDR Sinfonieorchesters. Cristian Măcelaru „Mein größtes Problem: Ich dirigiere gerne alles!“ Dass sichdiePräsentationvonOrchestermusik angesichts digi- talerMedienneuenHerausforderungen stellenmuss, war fürWDR- HörfunkchefinValerieWeber ebenfalls einwichtigesKriterium: „Die digitale Transformation des Orchesters und die Musikvermittlung sind die zentralen Aufgaben des kommenden Jahrzehnts. Cristian Măcelaru hat dazu in denUSA sehr viel Erfahrungmit innovativen Projekten sammeln können.“ Musik durchWerkstattkonzerte und dieEinbindung vonSocialMedia offensiv andas Publikumheranzu- tragen, ist für ihneingrundlegendesAnliegen: „Gerade imdigitalen Zeitalter verbindet uns Kunst mehr als alles andere. Sie definiert uns alsMenschen. Mir liegt viel daran, dass das Publikum auch die historischen und sozialen Bezüge eines Stücks kennenlernt.“ Die Bedeutung zeitgenössischer Musik FürMăcelaru, der parallel zu seinen neuen Aufgaben in Köln weiterhin das Cabrillo Festival of ContemporaryMusic alsmusika- lischer Direktor betreuenwird, hat auchNeueMusik einen hohen Stellenwert: „Kunst war immer ein Spiegel der Gesellschaft. Und zeitgenössische Musik sagt viel über unsere Zeit aus. Sie ist von enormer Bedeutung.“ Dieselbe Relevanz haben für ihn Klassik und Romantik. Vorlieben kennt er dabei keine, er denkt lieber in übergeordneten Konzepten. „Mein größtes Problem ist, dass ich gerne alles dirigiere. Egal ob Neue Musik, Brahms, Strawinsky oder Mozart. Es steckt immer eine andere Persönlichkeit in den Werken, und das fordert von mir immer wieder ein anderes Den- ken. Ich liebe diese Vielfalt.“ – Man darf gespannt sein auf die im September 2019 beginnende Konzertsaison. Jörg Sädler Am 14. Mai hatte Sven Kroll seine Premiere als neuer »Hier und heute«- Moderator. FürWDR-Fernsehzuschauer ist der 34-Jährige kein Unbekannter: Bereits seit 2008 arbeitet der gebürtige Ahlener als Redakteur, Moderator und Reporter für verschiedene Formate wie die »Lokalzeit aus Dortmund« und »Der geschenkte Tag«. Mit einer Zusage für »Hier und heute« hatte Kroll nach dem Casting mit vielen erfahreneren Kolle- gen gar nicht gerechnet. Umso größer war die Freude, als plötzlich der entscheidende Anruf kam. „Ich saß gerade zu Hause, als die Zusage von Redaktionsleiter Holger Cappell kam. Ich habe das über Stunden gar nicht wirklich realisiert. Erst am Abend machte es Klick, und dann wurde mir klar, dass sich für mich gerade ein großer Wunsch erfüllte.“ Starkes Team Denn schon seit sei- ner Jugend hatte Kroll einen chronischen Berufswunsch: Fernsehmacher werden. Wäh- rend der Schulzeit arbeitete er deshalb bei der Lokalzeitung und dem lokalen Radio und machte nach seinem Studium eine Redakteursausbildung bei SAT.1 NRW. Jetzt ist er in der Redaktion von »Hier und heute« angekommen und fühlt sich pudelwohl: „Das ist einGlücksfall! Mir ist ein ange- nehmes Arbeitsumfeld extrem wichtig und von der »Hier und heute«-Redaktion wurde ich sehr, sehr herzlich empfangen. Wenn die Kollegen stimmen, ist das doch schon die halbe Miete.“ Mit dem starken Team im Rücken fühlt Kroll sich auch der neuen Herausfor- derung gewachsen, zwei Stunden amStück live zu moderieren: „Klar, zwei Stunden Live-Moderation sind eine wahnsinnige Strecke. Aber es reizt mich sehr, ausgiebig über tagesaktuelle Themen berichten zu können, die ganz nah an den Menschen in NRW dran sind. Aktionen wie ‚NRW summt‘ oder Rubriken wie Lieblingsre- zepte und Lieblingsorte leben von der Inter- aktionmit den Zuschauern, und das gefällt mir an »Hier und heute« ganz besonders.“ Der enge Kontakt und Austausch mit dem Publikum machte ihm schon immer Spaß, ob als langjähriger Trainer desWDR-Drachenbootteams, bei Aktionen für »Der geschenkte Tag« – oder wie jetzt als neuer Moderator von »Hier und heute«. Carla Johanna Schmidt Seit 1991hatteWolfgangVölzderFigur des Käpt’n Blaubär in der »Sendung mit derMaus«seine charakteristische Stimmeverliehen.Am2.Mai starbder Schauspieler 87-jährig in Berlin. „Keiner konnte uns so charmant und genussvoll einen Bären aufbinden wieWolfgangVölzalsKäpt’nBlaubär.Mit seiner markanten und warmen Stimme wurde er von JungundAlt gleichermaßen geliebt“, erinnert Brigitta Mühlenbeck, Leiterin Programmgruppe Kinder und Familie, an den Schauspieler. SeinenDurchbrucherlebteWolfgang Völz Mitte der 1960er Jahre mit der Fern- sehserie »Raumpatrouille Orion«. In der Kultserie »Graf Yoster gibt sich die Ehre« stander alsButler Johannvor derKamera. Im Auftrag des WDR bereicherte Völzmit seinermarkanten Stimme nicht nur »Die Sendung mit der Maus«, den wöchentlichen »Käpt‘n Blaubär Club« (1993 bis 2001) und den „Käpt‘nBlaubär“- Kinofilm (1999). Auch in der Samstag- abend-Show »Frag doch mal die Maus« tischte er als Käpt‘n Blaubärs Stimme Lügenmärchen auf. Mühlenbeck: „Wie sein Alter Ego war auch Wolfgang Völz einOriginal. Liebenswert, unbestechlich und voller Witz.“ EB Wolfgang Völz † Sven Kroll Im »Hier und heute« angekommen Erfahrung mit inno- vativen Projekten: Cristian Măcelaru (2. v. r.) neben Hörfunkdirektorin Valerie Weber und Orchester-Manager Siegwald Bütow; links im Bild Dr. Christoph Stahl, Leiter der Haupt- abteilung Orchester und Chor Foto: WDR/Kost Sven Kroll, der Neue im »Hier und heute«-Team, moderiert im wöchentlichen Wechsel mit Anne Willmes und Stefan Pinnow. Foto: WDR/Fußwinkel WDR FERNSEHEN MO – FR / 16:15 »Hier und heute« „Unbestechlich und vollerWitz“ Eines der letzten Fotos, die bei den Sprach- aufnahmen für Käpt‘n Blaubär entstanden: Wolfgang Völz starb am 2. Mai. Foto: WDR/Blume

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