WDRprint Juli/August 2018

33 32 Radio Radio NEU: Die junge Radionacht der ARD Die neue 1LIVE-Sendung »Die junge Nacht der ARD« wird ab Mitte Juli auf fast allen jungen ARD-Wellen laufen. Damit ver- sorgt der WDR junge Hörerin- nen und Hörer bundesweit mit einem eigenen live moderier- ten Nachtprogramm. Christian Gottschalk sprach mit Modera- torin Johanna Tänzer und dem stellvertretenden 1LIVE- Programmchef Uli Krapp. Was unterscheidet die „Die junge Nacht“ von der ARD Popnacht? KRAPP: Sie ist jünger! (lacht) Nein, im Ernst, tatsächlich steht 1LIVE für junges, modernes Radio. Wir produzieren für ein jüngeres Publikum als die ARD-Popnacht, haben die Ziel- gruppe bis 30 fest im Blick und senden jetzt bundesweit unse- ren erfolgreichen Mix aus Inhalten, bester aktueller Musik und profilstarken Moderatorinnen und Moderatoren. Bisher haben die jungen Wellen der ARD nachts Automation gesen- det, das heißt es lief Musik von der Festplatte, dazu Trailer. Heute bieten wir volles Programm mit „echten Menschen“, unseren Moderatoren, die unser Publikum durch die Nacht führen. Es ist ja auch wichtiger Teil des Konzepts, mit den Hörerinnen und Hörern zu reden. Gibt es eine individuelle Musikauswahl? Laufen andere Stücke als am Tag? KRAPP: Da gibt es eine eigene Rotation. Die Redaktion erstellt eine Kombination von Titeln für die Nacht. TÄNZER: DieMusik ist tatsächlich einen Tick anders. Mehr neue Musik, aber auch abgestimmt auf den Flow in der Nacht. „Supergute Musik hier!“, hieß es dazu in vielen Mails. direkt, da ist die Distanz einfach nicht mehr so groß zu den Hörern, sie können Teil der Sendung sein. Da melden sich auch echt viele. Und wir haben die E-Mail- Adresse jungenacht@ard.de. Wir rufen einigeHörerinnen und Hörer dann zurück, um mit denLeuten zuquatschen. Gibt es wiederkehrende Rubriken? TÄNZER: Ich kannnur sagen, wie ich dasmache. Ich erstelle einen groben Plan für die Sendung.Wir haben eineMusik- moderation in einer halben Stunde – das ist sehr viel Musik, was ich auch schön finde. Es gibt Comedy und Inhalte, die am Tag relevant waren. Mal eine Umfrage, mal eine Antwort aus einem Korrespondentengespräch zu einem „bunten“ Thema. Bei mir liegt klar der Fokus auf der Interaktion mit den Hörern. Ich lasse mir immer Platz dafür frei. KRAPP: Noch ein Vorteil: Da wir jetzt nachts Moderatoren haben, können wir bei unvorherge- sehenen Ereignissen, im sogenannten K-Fall, dem Krisenfall, sofort reagieren. Direkt nebenan am Newsdesk sitzt die aktuelle Redaktion. Damit haben wir ein schlagkräftiges Nachtteam. Aber eigentlich soll es nachts um leichte Themen gehen? KRAPP: Es ist eine Unterhaltungsshow. Unser Konzept: Wir halten hier zusammen Nachtwache. Nachts um vier wach zu sein, ist ja nicht unbedingt normal. Das sind schon besondere Leute oder Men- schen in besonderen Situationen, und das themati- sieren wir. Was für Leute melden sich nachts? TÄNZER: Inmeinen ersten zwei Nächtenmel- deten sich ein paar Leute, die auch Nachtschicht hatten. Einer, der einfach nicht schlafen konnte. Ich glaube, davon gibt es echt viele. Einemusste ihre Bachelor-Arbeit zu Ende schreiben. KRAPP: Im Laufe des Julis, wenn die anderen Sender und damit vieleHörerinnen undHörer dazu- kommen, wird das noch mal interessanter. TÄNZER: Das ist für uns Moderatorenmegaspannend, dass wir dann deutschlandweit zu hören sind. Dasmacht denReiz noch mal etwas größer. Mit ganz Deutschland in Kontakt zu stehen, das wird schön. Haben Sie sich ausgetauscht mit den Kolleginnen und Kollegen, die auch nachts moderieren? TÄNZER: Wir haben eine eigene WhatsApp-Gruppe und helfen uns untereinander. Wir haben uns alle gegen- seitig eine schöne erste Nacht gewünscht. Wenn in der Schicht Fragen auftauchen, kann man schauen: Ist einer von denen noch wach? Das ist schön, diese coolen Leute zu haben. Wie ist das, wenn man nach der Nachtschicht morgens nach Hause fährt? TÄNZER: Man ist natürlich wirklich kaputt, wenn man um fünf Uhr da rausgeht. Aber jetzt im Sommer zwitschern die Vögel und man denkt: Alle anderen fangen jetzt erst an, und ich gehe ins Bett. Das ist verrückt, aber macht auch Spaß! Johanna Tänzer und Uli Krapp erklären die „neue Unterhaltungsshow“. Foto: WDR/Fußwinkel Die 1LIVE- Moderatoren Lara Heinz, Lisa Kestel, Benni Bauer- dick, Marvin Fischer, Johanna Tänzer und Maike Greine (v. l.) machen neuerdings Nachtschicht. Fotos: WDR/ Fußwi nkel „Wir halten zusammen Nachtwache“ Nachts zu moderieren, „für alle die da draußen noch wach sind“, hat das nicht auch was Romantisches? TÄNZER: Wenn ich alleine im Studio sitze mit viel Scho- kolade, einem Energie-Drink und einer Fünf-Minuten-Terrine, das hat eine ganz eigene Romantik. Wirklich schön ist, dass man merkt, wie dankbar die Leute sind, dass da wirklich jemand ist. Man ist mit dem Hörer nachts viel mehr befreundet, viel näher dran. Die Leute haben mir geschrieben: „Cool, dass Ihr jetzt für uns da seid.“ Das ist schon eine kleine romantische Situation. Moderieren Sie nachts anders als am Tag? TÄNZER: Man hat eine andere Haltung, man ist jenseits des aktuellen Tagesgeschäfts in einer entspannteren Position. KRAPP: Ichfinde, dassduunddieanderenModeratorennachts anders klingen. Ihr seid ein bisschen ruhiger, mehr so bei euch. TÄNZER: Aber nicht weniger unterhaltsam, das ist wichtig. Wie funktioniert die Kommunikation mit den Hörerinnen und Hörern? TÄNZER: WhatsApp ist ein super Tool dafür, man kennt das ja von sich selbst: Mal eben eine WhatsApp schreiben, das geht schnell. Sprachnachrichten kannman benutzen, das ist sehr »Die junge Nacht der ARD« 1LIVE, N-JOY, DASDING, Fritz, Sputnik, YOU FM, UNSERDING MO-FR / 0:00- 5:00 SA + SO / 1:00 - 6:00 Feiertage / 0:00 - 6:00 jungenacht@ard.de

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