WDRprint Juli/August 2018

51 50 Produktion Studio nach Hamburg schicken. Die LU-Smart dagegen sendet auch zum WDR in Köln und in diemeistenAuslandsstudios. Die Regionalstudios, so Demonte, werden im Laufe des Jahres mit der entsprechenden Empfangs- technik ausgestattet. „Ich kann mit dem Livesignal zum Beispiel über den Schaltraum direkt ins »Morgenmagazin« nach Köln schalten“, erklärt Walter Demonte, „ich habe eine sehr komfortable Datei-Übertragung mit einer Integration indieWDR- Prozesse, wir kommen automati- siert auf unsere Postproduktions- Plattformen.“ Weitere Pluspunkte: DieApp überträgt schnell große Daten- mengen, weil sie in der Lage ist, alle vorhandenen Übertragungs- wegezubündeln:Mobilfunk,Wifi, sogar LAN. LU-Smart für jedenMitarbeiter Die Übertragungstechnik ist bewährt. Das etwas größere Produktionsmittel aus dem Portfolio des Herstellers, der Übertra- gungs-Rucksack, an dem eine vollwertige Kamera betrieben wird, bündelt zur Datenübertragung bis zu acht Mobilfunk-Modems mit der gleichen Technologie wie die App. Das heißt, die Server, die die Bilder empfangen, müssen nichts Neues „lernen“. Außerdem ist die LU-Smart als Standardprodukt weltweit im Einsatz. „So haben wir den Riesenvorteil, dass der Hersteller das Produkt immer auf dem neuesten technologischen Stand hält“, sagt Norbert Schmidt. Grundsätzlich gilt es, zwei Anwendungsmöglichkeiten der App zu unterscheiden: den geplanten und den spontanen Einsatz. Schmidt: „Für die LU-Smart habenwir eine ARD-Lizenz.Wir kön- nen sie komplett an alle Mitarbeiter ausrollen – ohne zusätzliche Kosten.“ Das Kalkül: Je mehr Kollegen die App auf ihrem Dienst- handy installiert haben, desto größer dieWahrscheinlichkeit, dass im Falle eines Ereignisses jemand mit der App in der Nähe ist und demWDR erste Bilder schicken kann. Schmidt: „Die Appwird nur bei der Installation auf den als Standard-Diensthandy definierten iPhones supportet.“ Der andere Fall sind geplante Drehs. Dafür ist das iPhone- Reporter-Set mit dem entsprechenden Zubehör gedacht, das in der Kameraausgabe bereitgehaltenwird. Dabei denkt Kamerachef Demonte nicht nur an Fernsehbeiträge: Der Bedarf an beweg- ten Bildern für die verschiedenen Online-Plattformen ist enorm gewachsen: „Es ist nicht realistisch, fürs Netz jedes Mal ein kom- plettes EB-Teamzu disponieren. Das kann ichwunderbar mit dem Smartphone machen.“ Christian Gottschalk PERHANDY LIVEAUF DENSENDER Gerade passiert und schon auf Sendung: Das Medien- geschäft wird immer schneller. Da kommt eine neue App gerade recht. Walter Demonte, Kamera- chef des WDR: „LU-Smart – die Video-App für alle Fälle – steht für die nächs- te Stufe in der mobilen Berichterstattung.“ Vom Handy auf den Sender: Wie viele Kollegen testet Philip Siegel (ARD Morgenmagazin) auf dem Campus Kamera und Ton die neue App LU-Smart. „Früher hattest du einen Ü-Wagen, heute hast du das Ding in der Hosentasche!“ Auf dem Campus Kamera undTon indenKölnerWDR-Arka- den hat sich um Michael Herbst eineMenschentraubegebildet.Der SNG-Techniker erklärt amgroßen BildschirmdieBenutzeroberfläche der neuen LU-Smart App. Er zeigt das Auswahlmenü, über das mit dem Smartphone gefilmte Bil- der in HD-Qualität direkt an das gewünschteWDR-Studioübertra- gen werden können. Kommt ein Reporter ohne Kamerateam zu einemwichtigen Ereignis, könnte er sogar ganz alleine mit der Live- Berichterstattung beginnen. Im Nebenraum probiert Christian Feld, sichselber freihändigsozufil- men, dass dasKabel seinesMikro- fonsnichtzusehenist:„IchbinKor- respondent bei der »Tagesschau«. In der besten aller Welten hätten wir immer schnell ein Team am Ort des Geschehens.“ Aber er hat es selber schon erlebt: Im echten Lebendauertdasmanchmal etwas länger. ZurÜberbrückungkanner jetzt die App benutzen. Wa lt er Demont e , Abteilungsleiter Kamera und Ton, und Norbert Schmidt, Gruppenleiter für die Aktuelle mobile Produktion, prä- sentieren das Zubehörset, das sie für die Produktion mit dem Smartphone zusammengestellt haben. Es enthält ein Ansteckmikrofon, einHandmikrofon, einHeadlight, einen Selfie-StickundeineHalterungmit einemStabilisierungssys- tem, das eine ruhige Kameraführung ermöglicht. Außerdem ein Akkupack, weil die App viel Strom verbraucht. „Phänomenale Qualität“ Etliche Kolleginnen und Kollegen probieren die Gerätschaften aus und diskutieren Anwendungsmöglichkeiten. Heinz Pohl ist freier Mitarbeiter beim »ARD Morgenmagazin«. Er kennt die Situation, dass die einzige Kamera in einer Liveschaltung gebunden ist, und dann „passiert was imHintergrund“. Beispiel: Politiker fahren vor. Ausgestattet mit der neuen App, kann der Producer am Ort des Geschehens einfach sein Dienst-Handy zücken und damit jene Bilder produzieren, die er für die nächste Schalte braucht, um sie kurz darauf auf den Server zu schicken. Pohl: „Die Qualität ist phä- nomenal, man sieht fast keinen Unterschied mehr zu Bildern von Kameras. Früher hattest du einenÜ-Wagen, heute hast du das Ding in der Hosentasche.“ Die Idee ist nicht ganz neu. Bereits 2014 wurde die ARD- Tagesschau-App extra für Reporter mit den Funktionen Upload, Live und Recording zur Verfügung gestellt: Dieselbe Idee also, dochdieseAppkonnte ihreBilder ausschließlich ins »Tagesschau«- Zum Zubehörset gehört auch eine Halterung mit einem Stabili- sierungssystem für eine ruhige Kameraführung. Im Bild: Walter Demonte und Norbert Schmidt. Fotos: WDR/Dahmen

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