WDRprint Juli/August 2018

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Dabei ist das völlig in Ordnung, solange man nicht die Knäckebrotkrümel auf die Mozzarella-Tomaten prustet. Des Men- schen Wille ist sein Himmelreich. Und so ein Wurstbrot vor dem Fernseher istwas Feines, allerdings solltemankeineFilmemit „Mas- saker“ imTitel schauen. Sehr gut sindSendungenüber Eisenbahnen oder nordische Landschaften. Nicht gut sindSpielfilme, denn:Der schlechteRuf desDinierens vordemTV-Gerät rührt zwardaher, dass es alsunkommunikativund ungesundgilt. ImGrundegenommenist es aber respektlosgegenüber den 80 Leuten, die an einer durchschnittlichen Filmszene beteiligt sind. DieSchauspielerin, die indieTrauer der Figur soeineSpurTrotz hineinlegt, dieRegisseurin, diegesagt hat: „Versuchmal indieTrauer soeineSpurTrotzhineinzulegen.“, Kameramann, Beleuchter,Maske, eine Armee tätowierter Typen in Cargohosen, alle haben ihr Bestes gegeben, umdiese eine Szene so gut wiemöglich hinzubekommen. Und Sie Ignorant gucken gar nicht hin, weil Sie gerade die Gurken- scheiben salzen, und wenn endlich die Tränen in Großaufnahme über die Wangen der Protagonistin fließen, fragen Sie sich: Ob die das mit einer Zwiebel machen? Sie sind so unsensibel! In den USA wurde 1954 das TV-Dinner erfunden, ein Fertig- gericht in einer dreigeteilten Aluschale, das extra für den Verzehr vor dem Fernseher gedacht ist. Die Amerikaner feiern diesen zivi- lisatorischen Durchbruch immer am 10. September, dem „National TVDinnerDay“. Sie haben ein sehr unverkrampftes Verhältnis zum Essenvor demTV-Gerät. AmerikanischenSchauspielern ist das egal. Die sagen sich einfach, dieseTräne hatmir 5000Dollar eingebracht, völlig wurscht, ob Sie hingucken oder nicht. Fazit: Es ist o. k., vor dem Fernseher zu essen, solange Sie ame- rikanische Filme, Eisenbahndokus oder Reisereportagen schauen. Bedenklich wird es erst dann, wenn Sie sich eine komplette Paral- lelwelt aufbauen. Also erst mit den netten Leuten aus „Rote Rosen“ zu Abend essen, anschließendmit InaMüller Bier trinken und sich später von denWaltons „Gute Nacht“ sagen lassen. Christian Gottschalk ist es egal, wenn Sie beim Lesen dieses Textes essen oder trinken, solange er vom Honorar seinen Poolboy bezahlen kann. Herausgegeben von der Abteilung Presse und Information des Westdeut- schen Rundfunks Köln, Leiterin Ingrid Schmitz.WDRprint erscheintmonatlich und kann kostenlos bezogen werden. Redaktion: Maja Lendzian (Leitung), Redaktionsassistenz: Marita Berens, Susanne Enders Haus Forum, Raum 102 Appellhofplatz 1 50600 Köln. Tel.: 0221-220 7144, Fax: 0221-220-7108, E-Mail: wdrprint@wdr.de Bildrecherche:Maria Lutze (Dokumenta- tion und Archive), Bild-Kommunikation Das Titelfoto vonMelanie Grande zeigt die Köche Björn Freitag und Frank Buchholz. Redaktionsbeirat: Anja Arp (Personalrat), MartinaEwringmann(Marketing),Markus Gerlach (Produktion & Technik), Chris- tiane Hinz (Fernsehen), Ulrich Horst- mann (Hörfunk), Jan Huber (Inten- danz), Benjamin Koblowsky (Hör- funk), Birgit Lehmann (Studio Düssel- dorf), Michael Libertus (Justiziariat), Uwe-Jens Lindner (phoenix), Andrea Sche- del (HA Betriebsmanagement), Christina Schnelker(Direktion,ProduktionundTech- nik), Carsten Schwecke (Verwaltungsdirek- tion), ElkeThommessen (Personalrat). Layout & Produktion: MedienDesign, Düsseldorf Druck: Kunst- und Werbedruck, Bad Oeynhausen Gedruckt auf ProfiSilk – Umweltpapier zertifiziert nach EMAS, ISO 14001, ISO 9001, OHSAS 18001, ECF, FSC®, PEFC Redaktionsschluss der September- Ausgabe ist der 8. August 2018. Impressum

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