WDRprint Oktober 2018

39 38 Titelthema 20 Chöre singen wieder um den WDR-Titel Die Jury hat getagt: 20 Chöre aus Nordrhein-West- falen treten auch in diesem Jahr wieder zumWDR- Casting-Wettbewerb»DerbesteChor imWesten«an. Die Entscheidung hat sich die Jury auch diesmal nicht leicht gemacht. „Wir haben einfach eine tolleChor- szeneinNRW“,sagtRolfSchmitz-Malburg,BassimWDR Rundfunkchor.„DieLive-Atmosphäre,dieNervosität,das Lampenfieber – wenn es nach mir geht, können wir am liebstenmorgenmit der Sendung loslegen.“ Jeweils zehn Chöre treten bei den Casting-Wett- bewerben am 17. November in der Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord und am 24. Novem- ber in der Alfred-Fischer-Halle inHammvor Publikum und Jury auf. Wer sich bei den Vorentscheiden am bes- ten präsentiert, hat die Chance aufs Halbfinale am 7. Dezember 2018 und vielleicht sogar aufs Finale am 14. Dezember 2018 – derWDR sendet live aus demStu- dio in Köln-Bocklemünd. In der Jury sitzen auch in diesem Jahr: Sänger undModerator Giovanni Zarrella, Natalie Horler, Frontfrau des Trios Cascada, Jane Comerford, Leadsängerin der Country-Band Texas Light- ning, und Rolf Schmitz-Malburg vom Rundfunkchor des WDR. Auf denGewinnerwartet einAuftrittmit demWDRRundfunkchor in seiner Heimatstadt. Zusätzlich gibt es ein Preisgeld inHöhe von 10 000 Euro. EB Die Web-Serie »Wayne interessiert‘s« geht in die zweite Runde – und dreht sich gänzlich um die Orgel, das Lieb- lingsinstrument vonWayneMarshall, Chefdirigent des WDR Funkhausor- chesters. Die Orgel in der jungen und architek- tonisch reizvollen Immanuel-Kirche in Köln-Stammheim aus dem Jahr 2013 ist außergewöhnlich: Die Architekten Sauerbruch ließen sie gänzlich in Holz bauen. Auch die Pfeifen der Späth-Orgel verstecken sich ‚im‘ Holz – hinter einem wandfüllenden Schirmaus buntenHolz- stäben. An dieser prachtvollenOrgel lässt sichWayne Marshall nieder und erzählt von seiner Begeisterung für Stücke aus Klassik, Romantik, Barock und Jazz. Der Chefdirigent des WDR Funkhausor- chesters ist ein musikalisches Chamäleon: charismatischer Dirigent und stupender Techniker am Klavier, zeigt sich Marshalls ansteckende Leidenschaft an seinem Lieb- lingsinstrument doch ganz besonders. Wayne Marshall führt uns in die Welt von Johann Sebastian Bach und Franz Liszt, er spielt romantische Orgelsinfonien aus Frankreich und zeigt, dass sich die Orgel bestens für Improvisationen anbietet – für einenJazz-Klassiker vonBillyStrayhornund für Beethovengleichermaßen. Der Britehat auch Tipps für die richtige Hochzeitsmu- sik, schöne Alternativen für die ‚Wedding Evergreens‘ von RichardWagner und Felix Mendelssohn Bartholdy. Und am 5. Okto- ber klettert er mit demKameramann sogar direkt in die Orgel und erklärt das Instru- ment aus seinem Inneren heraus. Die acht Folgen der zweiten Staffel von »Wayne interessiert‘s«werdenauf der Inter- netseite vonWDR 3 und auf Facebook ver- öffentlicht; dort sind auch die Videos der ersten Staffel zu finden. Alle zwei Wochen kommt ein neues Video hinzu. EB Orgelfaszination: »Wayne interessiert’s« »Der beste Chor imWesten«: Vorentscheide WDR Fernsehen FR / 23. und 30. November / 20:15 Die Jury (v. l.): Rolf Schmitz-Malburg, Natalie Horler, Jane Comerford, Giovanni Zarrella Foto: WDR/Grande Ob Klassik oder Jazz: Wayne Marshalls Leidenschaft gilt der Orgel. Foto: WDR/Kirsten Otto Folgende Chöre aus NRW sind mit dabei: Abgestimmt (Brilon/ Olsberg), BonnVoice (Bonn), Chorgemeinschaft Voßwinkel-Höingen, ChoRleriker (Unna), Die Erben (Köln), DIN A5 (Bielefeld), Mseven- tyfive (Moitzfeld), Flow (Aachen), Friday on my mind (Münster), Gospelgruppe Vayrocana (Krefeld), HerrenmitDamen (Köln), Kammerchor des BischöflichenGymnasiums St. Ursula (Geilenkir- chen), musical kidsRheinhausen, Schoenefeldt Chor (KreisWaren- dorf), silk-O-phonics (Krefeld), Soulville Jazz Singers (Düsseldorf), Trallafitti Showchor (Dortmund), Unity-Chor der ESG Münster, vocal-ensemble credo (Bottrop), VoiceOver (Dormagen) Einen Tusch für Christian Brückner! mein letzter Gast in meiner letzten Sendung »Lesen!« Es ist sein Lieblingsbuch, und das passt: Kapitän Ahab, die Hauptfigur des Romans, ist ein spröder, schwer zugäng- licher Mensch, der wenig redet. So sehe ich auchChristian Brückner. Der begnadete Sprecher ist ein scheuer Redner. Er war, ich gebe es zu, mein schwierigster Gast, denn ein Gespräch mit ihm läuft nicht einfach so dahin. Das braucht Zeit, und wann hat das Fernsehen schon mal Zeit … Christian Brückner hat sich nie verbiegen, nie einkaufen lassen. Weil er auch selbst bestimmen will, was als Hörbuch eingelesen wird, gründete er mit seiner Frau Waltraut, die oft den etwas steinigenWeg zu ihm ebnet, das Label Parlando, und Sohn Kai macht da als Musiker auch schon mit. All das hat eine hohe, nie nachlassende Qualität. Und wenn ich nachts vorm Fernseher durchzappe, bleibe ich oft bei Guido Knopps historischen Dokumentationen hän- gen, weil mich die Erzählerstimme so gefangen nimmt. Es ist – natürlich – die Stimme von Christian Brückner. Die will ich immer und immer wieder hören. Er soll getrost noch älter damit werden, noch kratziger. Tusch und: Respekt! Am 27. Oktober wird Christian Brückner 75 Jahre alt. Foto: SWR/Maier „Bitte einen Tusch!“ WDR 5, die WDR Big Band und die lit.COLOGNE gratulieren Christian Brückner Mit Christian Brückner, Elke Heidenreich, Anneke Kim Sarnau, WDR Big Band Veranstaltung im Kölner Funkhaus amWallrafplatz SO / 14. Oktober / 19:30 WDR 5 SA / 27. Oktober / 21:00 Von Elke Heidenreich Er mag es nicht, wenn man ihnTHEVOICE nennt, und er will auch nicht im- mer nur auf die deutsche Stimme von Robert de Niro reduziert werden. Er kann, ist und macht ja so viel mehr, als Sprecher, Schauspieler, Regisseur. Aber wenn irgendwas aus dem Schaffen sehr erfolgreich, sehr bekannt heraussticht, dann hängt einem das an, immer – wer wüsste das besser als Else Stratmann. Meine erste Erinnerung an Christian liegt sehr weit zurück – wir haben nämlich beide zur selben Zeit an der FU Berlin Germa- nistik, Publizistik und Theaterwissenschaft studiert, wir saßen in denselben Seminaren. Und während ich anfing, kleine Artikel zu schreiben, nahm er Sprech- und Schauspielunterricht und wurde sehr rasch bekannt, weil er so gut war. Heiser, kratzig, bösartig – unvergesslich Er ist janichtnurRobert deNiro, dessenTaxidriverTravisBickle keinem, der ihn je hörte, aus demOhr geht: „Are you talking tome?“ „Redest du mit mir? Ach ja? Du laberst mich an? Du laberst mich an?“ Heiser, kratzig, bösartig, unvergesslich. Er ist natürlich auch de Niro als der Pate, er spricht all seine Rollen, und ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie das denn anders klingen sollte. Er ist aber auchPeterFondaundRobertRedford,HarveyKeitel undDonald Sutherland, und erwarMartinSheen in „Apocalypsenow“. Aber vor allemist er einkluger, empfindsamer Leser der großenWeltliteratur. Leser – und nicht nur Sprecher, er weiß genau, was er da spricht: Eichendorffund SándorMárai, Kafka undGoethe, er hatmir Annie Proulx‘ „BrokebackMountain“ imAuto so vorgelesen, dass ichkaum weiterfahren konnte, und Baudelaires Blumen des Bösen, als ich krank war. Mit Melvilles „Moby Dick“ war er im September 2008 Er hat unzählige Hörspiele, TV-Dokumentationen, sogar Hollywood-Filme mit seiner Stimme veredelt, doch zu seinem 75. Geburtstag geht’s musikalisch zu: WDR 5, die WDR Big Band und die lit.COLOGNE schenken dem Jazz-Liebhaber Christian Brückner einen „Tusch“. Wir baten Elke Heidenreich vorab um eine Hommage – an einen ganz besonderen Sprachverzauberer. Livestream: wdr.de/k/konzerte-tusch

RkJQdWJsaXNoZXIy NTQ3NzI=