WDRprint Dez. 18 + Jan. 19

Musik 37 36 Er gehört zudenbekanntestenComediansDeutschlands: Luke Mockridge. Große Bühnen und TV-Abendshows sind sein zweites Zuhause. Mit 1LIVE verbindet den 29-Jährigen nicht nur die Sendung »2LIVE in 1LIVE«: Der Comedy-Preisträger war 2016 selbst Krone-Gewinner. Nunmoderiert er zum ers- ten Mal Deutschlands größten Radiopreis. Luke, du bist selbst großer Fan der 1LIVE Krone und hast dieses Jahr dieEhre, sie zumoderieren.WelcheBedeutunghat dieser Job für dich? Es ist eine große Freude! Ichverfolge dieDevise, auf beruflicher Ebene nur Dinge zu tun, auf die ich Bock habe. Und als die Anfrage kam, habe ich überhaupt nicht nachgedacht, sondern sofort gesagt: Das ist es! Hört sich fast so an, als obdasNobelpreiskomitee sichgemeldet hätte. Wo warst du denn, als der Anruf kam? Ichwar in einemAuto, bei demichmeinHandynochnichtmit dem Bluetooth gekoppelt hatte. Deswegen habe ich illegalerweise telefoniert. Aber natürlich habe ich die Lautsprechertaste gedrückt. Dubist schonvor über 14.000Men- schen in der Lanxess-Arena auf- getreten. Macht es für dich einen Unterschied, ob du vor der vollen Arena auftrittst oder vor Kraftclub, Cro und den Toten Hosen? Esmacht einengroßenUnter- schied.Wenn ichauf Tour bin, sind die Leute wegenmir da, und wenn ichdie 1LIVEKronemoderiere, sind sie trotzmir da (lacht). Diewol- len nicht hören, was ich zu sagen habe, sondern wer gewonnen hat. Deswegen ist man, wenn man eine Show moderiert, im wahrsten Sinne des Wortes moderat. Ich werde versuchen, den Abend gut gelaunt und mit der einen oder anderen Duftnote zu gestalten. Du trittst in die Fußstapfen von Klaas Heufer-Umlauf, der 2016 und 2017dieKronemoderierte. Klaashat einenweißenSmokinggetragen. Was wirst du anziehen? Ja, das habe ich noch vor Augen, weil sich das für immer in meine Netzhaut gebrannt hat. Das grelle Weiß seines Smokings. Klaas trägt generell oft Anzug und ist in seinen Sendungen immer sehr schick. Ich würde mich so ein bisschen verkleidet fühlen. Des- halb werde ich vermutlich den Kölner TV-Redakteur-Look fahren: alsoT-Shirt, Sakko, schwarzeHose undhelle Sneakers. Casual passt besser zu mir. 2019 startet dein neues Bühnenprogramm „Welcome to Luckyland“. Kannst du da schon was spoilern? Absolut. Ich habe meine Programme immer als Trilogie gese- hen, zunächst „I’m Lucky, I’m Luke“, dann „Lucky Man“ und jetzt „Welcome to Luckyland“. Bei meinem ersten Programmging es um dieWelt als Kinderzimmer und dieVorfreude auf alles, was kommt: Studentenleben, Saufen,Mädels. Fast schoneinhedonistischer Life- style. „Lucky Man“ war dann eher die Suche eines Endzwanzigers nach dem Sinn und nach sich selber. Und jetzt möchte ich in „Wel- come to Luckyland“ die Weltanschauung angreifen: Ist die Welt wirklich so schlimm, wie sie uns immer verkauft wird? Ich glaube, aktuell habenviele vonuns dasGefühl, ineiner komplettenDystopie zu leben. Ich versuche, neue Gedankenanstöße zu geben und dem Zuschauer klarzumachen, dass er es immer selbst in der Hand hat, wie seine Welt aussieht und wie nicht. Daran schreibe ich gerade. Unddasmachtmir großenSpaß. Deshalbwird „Ist dieWeltwirklich schlecht?“ auchdie StartfragemeineswitzigenEssays von „Welcome to Luckyland“ sein. Hat das auch mit deinem Älterwerden zu tun? In »Inas Nacht« hast du erzählt, dass du mittlerweile, mit 29, auch gerne spazieren gehst und kochst und dich erwachsener fühlst. Macht sich das in deinem neuen Programm bemerkbar? Ich versuche, mein Comedy-Programm und das, was ich schreibe, immer sehr nahanmir selbst zugestalten. Deswegenbleibt das nicht aus. Ich werde jetzt nicht mit bunten Klamotten irgend- welche Cartoon-Lieder nachsingen. Obwohl ich nicht versprechen kann, dass dieGummibärenbande nicht dochnochmit reinkommt. Vielleicht ist das mein „Let it be“. DeineElternsindSchauspieler,deine Patentante istHellavonSinnen, und duunddeineBrüdersindSchauspie- ler,RegisseureundMusiker.Wolltest du jemals Bankkaufmannwerden? Lehrer wäre ich tatsächlich gerne geworden. Für welche Fächer? AmliebstenfürEnglischundSport. Englisch,weil icheinNative Speaker bin und Sport, weil es easy ist (lacht). Die Fächerkombi ist allerdings sehr beliebt, soweit ichweiß. AberUnterrichten ist ja auch so einperformativesDing: Duhast dieKlasse als deinPublikum, das du dann auch bespielst. Ich hatte immer Lust darauf, der Lehrer zu sein, den ich selber nie hatte: hart, aber fair! Klingt nicht nach einem kumpelhaften Lehrer. Kumpelhaft schon, aber auch einer, der durchgreifen kann. Es gab bei mir oft diese Lehrer, denen du auf der Nase herumgetanzt bist. Das wollte ich nicht. Ich hätte es schon ernst genommen. Aber ich habe Freunde, die jetzt Lehrer sind, die immer früh auf- stehenmüssen und enormen Stress haben. Davor habe ich größten Respekt. Und könnte es glaube ich nicht. Ist also schon ganz gut so gelaufen. Letztes Jahr hattest duüber 100Live-Showsundhast parallelmehrere Fernsehsendungen produziert.Wie erholst du dich nach einer Show? Wenn du bei so vielen Shows zweieinhalb Stunden Vollgas gibst, schlaucht dichdas. Aber ichversuche,mir immerwieder kleine Inseln zubauen, viel zu reisen, dieWelt zu sehen. Es soll ja alles auch noch Spaß machen. Natürlich ist es viel, aber ich würde mich jetzt nie darüber beklagen.Wennman beispielsweise Altenpfleger sieht, diemega viele Schichtenmachenmüssenund dann auchnoch total unterbezahlt sind, alsodamitwürde ichmichnicht vergleichenwol- len. Denn was die leisten, ist um einiges krasser, als ein paar Witze zu erzählen. ➔ „DAS IST ES!“ „Wenn ich auf Tour bin, sind die Leute wegen mir da, wenn ich die Krone mode- riere, sind sie trotz mir da.“ 2016 gewann Luke Mockridge die Comedy-Krone, nun moderiert er den begehrten Radiopreis. Foto: 1LIVE / Kirsten Otto Luke Mockridge moderiert die 19. 1LIVE Krone, die am 6. Dezember in der Bochumer Jahrhunderthalle verliehen wird. In sieben Kategorien gehen herausragende nationale Top-Acts ins Rennen um den größten deut- schen Radiopreis. Die 1LIVE-Hörer können bis kurz vor Beginn der Show abstimmen: bis zum 6. Dezember, 12 Uhr, auf www.1live.de.

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