WDRprint Dez. 18 + Jan. 19

51 50 Ausland Service Anfang November diskutierten ARD-Korre- spondenten im Studio Kairo zwei Tage lang die politischen, wirtschaftlichen und gesell- schaftlichen Entwicklungen in den Ländern ihrer Berichtsgebiete im Nahen Osten. Die Perspektiven für den von Kriegen und Konflikten gezeich- neten Nahen Osten, so die Radio- und Fernsehjournalistender ARD, sind düster. In Jemen droht eine katastrophale Hungersnot, in Syrien dauert der Krieg seit sieben Jahren an, im Irak ist an die Stelle des IS die Iran-nahe schiitische Hisbollahgetreten, und Israel sieht an all seinen Grenzen die eigene Sicherheit bedroht – so lautete die Bestandsauf- nahme der ARD-Korrespondenten. Diskutiert wurde auf Einladung des WDR, journalistischer Federführer imStudioKairo. Auch einemögliche Nachkriegsordnung für Syrien, dasMachtstreben der Hegemonialmächte Iran und Saudi-Arabien und die Interessen ihrer Verbündeten inMoskau, Ankara und Washington waren Thema. „Alle Korrespondenten betonten, wie wich- tig ein solcher Austauschüber Studiogrenzenhin- weg ist“, berichtetWDR-Hörfunkchefredakteurin AngelicaNetz. NebendempolitischenAustausch spielten in den Gesprächen die Arbeitsbedingun- gen eine große Rolle, mit denen die Korrespon- denten in den meisten Ländern ihrer Berichtsge- biete zu kämpfen haben: „Die Berichterstattung wird durch schwierige Reisebedingungen wie die Verweigerung von Visa und Akkreditierun- gen – beispielsweise für Saudi-Arabien und Iran – sowie durch die Sicherheitslage in Syrien und der Osttürkei behindert. In Syrien etwa können die Korrespondenten nur in Begleitung einer der Kriegsparteien reisen, inanderenLändernwerden sie vom Sicherheitsapparat überwacht“, erläutert Netz. Eingeschränkte Berichterstattung In den Autokratien des Nahen Ostens ist die Berichterstattung auch dann eingeschränkt, wenn Reisen imPrinzipmöglich sind. „In Kairo beispielsweise darf das Fernsehen nur in 15 aus- gewiesenen Straßen drehen. Auch die Kollegen vomHörfunk benötigenmittlerweile Sonderge- nehmigungen für Interviews oderWeb-Videos“, berichtet WDR-Korrespondent Björn Blaschke. „Alle Kollegen gehen davon aus, dass ihre Bei- träge für Hörfunk und Fernsehen, vor allemaber ihre Social-Media-Aktivitäten in den jeweiligen Berichtsländern sehr genau zur Kenntnis genom- men werden.“ EB Treffen der ARD-Korrespondenten in Kairo Björn Blaschke, Hörfunk­ korrespondent und Leiter des ARD-Studios in Kairo Ob Jemen, Syrien oder der Irak: Die Perspektiven für den Nahen Osten sind düster. Foto: imago /AFLO „In Kairo darf das Fernsehen nur noch in 15 ausgewiesenen Straßen drehen.“ Foto: WDR/Sachs Ob Spitzkohl-Kartoffel­ gemüse oder Wirsing mit Kartoffeln und Hack: Bei den »Heimathäppchen« kommt jeder auf seinen Geschmack. Als Facebook-Seite begonnen, kochen sich die »Heimat- häppchen« unter Rezeptgestal- terin Anja Tanas mittlerweile crossmedial durch Fernsehen, Print und die nordrhein-west- fälischen Universitäten. Regional, saisonal, kreativ umgesetzt – und sehr beliebt: Längst sind die Gerichte der »Heimathäppchen – Rezepte aus NRW« nicht mehr nur in täglichen Videos bei Facebook zu sehen, sondern haben seit Mitte Mai eine eigene Sen- dung im WDR Fernsehen. Am 1. Dezember startet die zehnte Folge von »Beste Heimat- häppchen«, in der Köchin Anja Tanas zusammen mit Regio- Expertin Johanna Meier und ModeratorinClaudia Lodorf die besten zehn Gerichte rund um den Kohl präsentieren. „Wir suchen alte, kuriose Rezepte. Schätzchen, diewir in ganz NRW ausgraben. Wir erwecken sie wieder zum Leben, kochen und interpretieren sie neu“, sagt Anja Tanas über ihre Kreationen. Geschmackstest bei 1LIVE Für Ende des Jahres ist eine Kooperationmit 1LIVE geplant: Zehn auserwählte Bewerber machen den Geschmackstest. „Je zwei Protagonisten bekommen ein besonders kurioses Häppchen aus der Region des jeweils anderen vorgesetzt“, erklärt Carolin Gladysch, die die Koop mit 1LIVE betreut. „So bekommt ein Sau- erländer vielleicht ein Gericht aus dem Ruhrpott, das mit Blut zubereitet wird.“ Die Ergebnisse werden nach den Videodrehs auf den Social-Media-Kanälen von 1LIVE hochgeladen. Dass junge Menschen sich für die Küche NRWs interessieren, zeigt auch die Kampagne des WDR an Hochschulen des Bundes- landes. ZumVorlesungsbeginn erhielten die Studierenden „student- welcome-bags“, denenPostkartenmit »Heimathäppchen«-Rezepten beilagen. Passendzu jederRegion, garniertmit einemfrechenSpruch. „Ziel war es, ein neues Heimatgefühl zu wecken und denWDR vor- zustellen“, sagt Anja Myriam Anton vomMarketing. Von Bonn bis Münsterwurdenmehrals75.000Postkartenan24Standortenverteilt. Anton:„DiePostkartenkamenbeidenStudierendensogutan,dasssie zumnächsten Semesterstart imFrühjahr wieder aufgelegt werden.“ Vor allem jetzt in der Adventszeit laden die »Heimathäpp- chen« auf Facebook und Instagrammit traditionellen Backrezep- ten zum Ausprobieren ein. Einmal täglich werden dort Gerichte aus NRW in einem Top-Shot-Video vorgestellt – nach der Devise: einfach, kurz und kinderleicht nachzukochen. Es besteht sogar die Möglichkeit, auf der WDR-Seite eigene Ideen hochzuladen. „Es ist gar nicht so leicht, jeden Tag ein neues Rezept zu finden“, sagt Lena Plönnes, die verantwortliche Online-Redakteurin. „Die Klassiker haben wir mittlerweile alle durch.“ Die internationale KücheNRWs ist übrigens auch gefragt, betont KöchinAnja Tanas: „NRW ist multikulti und jeder kann bei uns daran teilhaben.“ Das Kochbuch Ob Schlodderkappes, Schawujemös oder Kuschelmusch – beliebt sind die Gerichte allemal: Knapp 65.000Gefällt-mir-Anga- ben zählt die Facebook-Seite der »Heimathäppchen«. Seit Oktober gibt es die Rezepte außerdem in gedruckter Form: „Heimathäppchen – So kocht NRW“ heißt das Kochbuch, das sich wie die Fernsehsendung auf die Jagd nach den besten regionalen Speisen imWesten macht. Mathis Beste »Heimathäppchen«: Auf allen Kanälen ein Genuss Schlodderkappes oder Schawujemös? Bei Anja Tanas (l.), Claudia Lodorf und Johanna Meier (r.) dreht sich am 1. Dezember alles um den Kohl. Foto: WDR/2Bild TV.Events & Media WDR FERNSEHEN SA / 1., 8., 15. Dezember/ 17:00 www.facebook.com/Heimathaeppchen/ www.wdr.de/k/heimathaeppchen »Beste Heimathäppchen«

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