WDRprint Dez. 18 + Jan. 19

InBremenwerden alljährlichherausragende Produktionen des Regionalfernsehens der ARD gewürdigt. Gleich drei Preise konnte derWDR beimBremer Fernsehpreis Anfang November einheimsen: „Sing mich“, »Aktuelle Stunde« Das Projekt erzählt die Geschichte einer Opferangehörigen als Song. Maria Vavvas hat ihre Schwester bei der Loveparade-Katastrophe verloren. Die Duisburger Rockband Echo Appartment schrieb den Song für sie. Den Preis nahmen Redakteur Jonas Wixforth und Autor Christian Dassel entgegen (siehe auch das Interview auf Seite 65). „Schwerpunkt zum Attentat“, »Aktuelle Stunde« Am28. November 2017 sendete die AKS einenBeitrag zumAttentat auf denBürgermeister vonAltena, AndreasHollstein, das bundesweit für Aufsehen sorgte. Der Beitrag fasste das Geschehen zusammen, sammelte Reaktionen aus der Politik und lieferte Live-Interviews mit Hollstein und mit der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die 2015 selbst Opfer eines Attentats geworden war. Hier ging der Preis an Stefanie Liebl (Redaktion), Catherine Vogel und Michael Dietz (Moderation) und Thomas Görger (Autor). „NRW summt“, »Hier und heute« Umetwas gegen das Insektensterben zu unternehmen, hatte derWDRdazu aufgerufen, in NRWtausende Saattütchen zu verteilen. DieUmweltaktionwurde crossmedial beworben, sodass zahlreiche Fernsehzuschauer, Radiohörer und Internetuser mitgemacht haben. Mit den ausgesätenWildblumenwurden aufWiesen,Wegstreifen undHinterhöfen neue Lebensräume für Bienen geschaffen. Ausgezeichnet wurden die Autorinnen und Auto- ren Pandora Götze-Clarén, Anke Hühner, Heike Knispel, Nicolas Vordonarakis und die Redaktionmit Holger Cappell und Solveig Pott. ImNovember wurde „NRWsummt“ auch mit demUmwelt-Medienpreis der Deutschen Umwelthilfe ausgezeichnet. Im neuen Jahr startet eine neue Aktion: „Pflanze Deinen Baum“. EB TV-Preis kehrt ins Fernsehen zurück Barbara Schöneberger und Stef- fen Hallaschka moderieren am 31. Januar inDüsseldorf dieGala zum Deutschen Fernsehpreis. Der WDR überträgt live auf wdr.de . Am Donnerstag, 31. Januar 2019, wird zum 20. Mal der von ARD, RTL, SAT.1 und ZDF gestiftete Deutsche Fernsehpreis verliehen. Ort der Preis- verleihung ist die Rheinterrasse inDüs- seldorf. Die Ausrichtung übernimmt 2019 der WDR stellvertretend für die ARD. „Das deutsche Fernsehen kann sich sehen lassen, im internationa- len Vergleich ist es auf vielen Feldern wirklich herausragend“, so Jörg Schö- nenborn, WDR-Fernsehdirektor und Beiratsvorsitzender des Deutschen Fernsehpreises 2019. „Das Geschenk an unser Publikum zum 20. Geburts- tag sind ein Live-Stream der Gala und eine Aufzeichnung am späteren Abend in ONE .“ Damit kehrt der Fernsehpreis ins Fernsehen zurück. Seitens des WDR zeichnet Unterhal- tungschefin Karin Kuhn für die Gala verantwortlich. EB Barbara Schöneberger moderiert bereits zum vierten Mal. Diesmal an ihrer Seite: Steffen Hallaschka. Foto: WDR/NDR/imago/Future Image Der Deutsche Fernsehpreis ONE DO / 31. Januar / 22:30 Live-Stream auf www.wdr.de WDR räumte in Bremen ab Der Preis für „NRW summt“ ging an Anke Hühner, Solveig Pott, Holger Cappell und Nicolas Vordonarakis, rechts im Bild Frank Plasberg, Moderator und Juryvorsitzender des Bremer Fernsehpreises . Foto: WDR Im Sommer ist Reporter Christian Dassel für die »Aktuelle Stunde« mit seinem orangefarbenen Bulli in aller Herren Länder unterwegs. Jetzt, im Dezem- ber, fährt er kreuz und quer durch die Region: Für den Adventskalender ist er fast jeden Tag an einem anderen Ort, um interessante Geschichten aufzu- spüren. In der übrigen Zeit produziert der 49-Jäh- rige Beiträge wie „Sing mich“, für den er gerade den Bremer Fernsehpreis erhielt. Wir besuchen Christian Dassel in seiner Produktionsfirma in Düsseldorf. Er lädt uns auf einenKaffeeein, den wir an seinemSchnittplatz trinken. Auf Ihrem Bildschirm ist der Boxer Henry Maske zu sehen. Welchen Beitrag schneiden Sie gerade? „Applaus Applaus“, eine 60-minütige Doku, die ich zusam- men mit Moderatorin AnneWillmes für die »Lokalzeit« mache. Das ist eine abgewandelte Formdes Ehrenamtspreises „Ehrwin“, der einmal im Monat in der »Lokalzeit am Samstag« verliehen wird. Wir porträtieren Menschen, die etwas für andere tun, und wir überraschen sie. In Duisburg-Marxloh besuchen wir einenBoxtrainer; da spielt HenryMaske auch eine Rolle. Jetzt sind Sie wieder für den Adventskalender unterwegs. Wie bereiten Sie sich vor? Da gibt es keine Vorbereitung. Der Ort wird amAbend vor- her ausgelost, morgens fahrenwir los.Wir kommen imDunkeln an, und natürlich sind wir unter Druck, bis wir die Geschichte haben. Wenn du in das Dorf kommst, kennst du keinen, wenn du wegfährst, beinahe jeden. Seit 23 JahrenmachenSie das – immer nochmit Spaßbei der Sache? Das ist ein richtiges Abenteuer, und man kann es nur machen, wenn man mit Vollgas dabei ist. Das ist investigativer Journalismus, ein besseres Training gibt es nicht! Auch auf Bustour gehen Sie seit mehr als 20 Jahren, waren in den USA, in Skandinavien und auf dem Balkan. Ist die nächste schon geplant? Wir fahren andieAtlantikküste, nach SpanienundPortugal. 15Reportagen inachtWochen, undübernachtetwirdnur aufCam- pingplätzen. Das ist tough, sehr eng getaktet, aber mein Teamund ich fühlenuns einbisschenwieeineRockbandaufTournee.Das ist mehralseinJob.Cool,dasswirdasmachenkönnenfürdie»Aktuelle Stunde«. Eine sehr offene und experimentierfreudige Redaktion. Auf einen Kaffee mit Christian Dassel Christian Dassel schneidet gerade die Doku: „Applaus Applaus“. Foto: WDR/Anneck Wie kam es zu dem ungewöhnlichen Projekt „Sing mich“? Ich interessiere mich immer für neue Formate, und als die Prozesse zur Loveparade begannen, habe ich überlegt:Wiewäre es, wenn einOpferangehöriger und eine Band zusammenkämen und einLied entsteht? Ichbin selber Schlagzeuger undüberzeugt von der Kraft der Musik. Es muss Musik gelingen können, eine Geschichte auf eine emotionale Art zu erzählen. Das haben wir in „Sing mich“ gemacht, mit Maria Vavvas und der Duisburger Rockband Echo Appartment. Sie erhielten den Bremer TV- Preis, weil, so heißt es in der Begründung, Ihr Filmdie Fol- gen des Loveparade-Unglücks auf eine andere Art spüren lasse. Sind Sie stolz? Das ist eineWürdigung, da istman stolz. Eswäre toll, wenn der Preis dazu führen würde, dass „Sing mich“ weitergehen könnte –mit anderenBands, die dieGeschichten vonMenschen erzählen. Ich bin überzeugt von der Idee! Mit Christian Dassel sprach Ina Sperl „Wenn du in das Dorf kommst, kennst du keinen, wenn du wegfährst, beinahe jeden.“ „Sing mich“ in der ARD Mediathek: www.wdr.de/k/sing-mich WDR FERNSEHEN täglich / 1. bis 24. Dezember / 18:45 Der Adventskalender der »Aktuellen Stunde« WDR FERNSEHEN SO / 23. Dezember / 18:00 „Applaus Applaus“ Die »Lokalzeit« überrascht Helden des Alltags 65 64 Medienmenschen Im Gespräch

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