WDRprint Februar 2019

25 24 WDR online WDR online Auf mehr als 400.000 Views brachte es schon nach kurzer Zeit der Clip, in dem eine Muslima und eine Nonne sich über Vorurteile, Emanzipation, Kopfbedeckun- gen und Haarpflege unterhalten. Mehr als 230 Facebook-Kommentare gab es bislang zu der Diskussion zwischen einem athe- istischen und einem katholi- schen Lehrer über den Sinn von Religionsunterricht. „Ich würde Kinder alle an einen Tisch holen, egal woran ihre Eltern glauben“, sagt der Religionskritiker Philipp Möller. Spiel: „Der Wertschätzer“ Während Juden, Muslime und Chris- ten bei den „ReligionTalks“ entdecken, was sie verbindet, hört für Borussia-Dortmund- FanCarstenVey die Toleranz auf, als er vom Vorsitzendendes christlichenBVB-Fanclubs erfährt, dass dieser sich auch mit Schalke- Anhängern trifft: „Also, das könnt’ ich bei aller Liebe nicht.“ Allerneustes »docupy«- Feature ist das Online-Spiel „Der Wert- schätzer“. Die Userinnen und User sollen entscheiden, welcheZitate zuverschiedenen gesellschaftlichen Bereichen am ehesten ihren Werten entsprechen. Am Ende wird erst offengelegt, aus welchen Schriften die Zitate stammen. „Die Frage ‚Wer gehört zuuns?‘ scheint sehr viel mit Heimat und der Vorstellung von Identität zu tun zu haben“, sagt Redak- teurin Nicole Ripperda. Die Angst vor Ver- änderung führe bei vielen Menschen zum Gefühl des Heimatverlustes. Das „Fremde“ müsse dabei nicht unbedingt aus demAus- land kommen, das beschreibt auch der Film »docupy« bringt vielen Usern unter 30 Jahren die journalistischen Inhalte der TV-Reihe »Die Story« nahe. „Religion Talks“: Das Gespräch zwischen einer Muslima, Susan Halimeh, und einer Nonne, Ursula Hertewich, brachte es schon nach kurzer Zeit auf mehr als 400.000 Views. Fotos: WDR/Screenshots Bundestagsabgeordnete und Mitglieder des Kabinetts beantworten Fragen im Netz rund um das Thema „Heimat“. Im Bild (v. l.): Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Robert Habeck, Bundes- vorsitzender der Grünen In Chemnitz fragte das »docupy«-Team: „Begegnen Sie Neonazis in Ihrem Alltag?“ Auch Barfrau Lea Strauss war es ein Anliegen, zu antworten. Abgeordneten scheinen erkannt zu haben, dass »docupy« von vielenMenschen wahr- genommen wird. Ripperda: „Wir haben diesmal fast das gesamte Kabinett vor die Kamera bekommen, auch deutlich mehr prominente Gesichter.“ Christine Schilha „Heimatland. Oder: Die Frage, wer dazu- gehört“ deutlich, der zum Abschluss des Projekts am 25. Februar im Ersten gezeigt wird – und am 27. März mit zusätzlichen NRW-Aspekten imWDR Fernsehen. Wie unter der Lupe lasse sich in einem Neu- baugebiet in Köln-Widdersdorf das ver- unsicherte Land studieren, so die Autorin Julia Friedrichs. Auf einstigemAckerland ent- stand Deutschlands größtes Neu- baugebiet, ein neues Stadtviertel mit Eigenheimen für junge Fami- lien. Manchen alteingesessenen Anwohnern sind die fast 10.000 Zugezogenen jedoch ein Dorn im Auge. Sie würden nicht grüßen, seien hochnäsig und abweisend. „Das ist nichtmehrmeineHeimat“, sagt Axel Jenni- ges, dessen Backsteinhaus nun vonweißen Wohnwürfeln umzingelt ist. Waswollenwir sein?Heimat für jeden oder nur den, der hier geboren wurde? Ein starkes Europa oder eine starkeNation? Die Suche nach Antworten führte das Film- 81 Prozent der User sind unter 34 Jahre alt – damit ist es gelungen, die journalis- tischen Inhalte der TV-Reihe »Die Story« einem jüngeren Publikumnahezubringen. Das »docupy«-Team wurde mehrfach ein- geladen, #ungleichland vor Experten zu präsentieren. Die Teamleistung wurde mit dem „Otto Brenner Preis 2018“ gewürdigt, was die Redakteurinnen besonders freut: „Unser Ziel war es ja, dass es nicht mehr heißt: Die Onliner und wir. Von Anfang an habenwir immer alles zusammen gedacht.“ Jüngst wurde das »docupy«-Team oben- drein in der Kategorie Spezial für einen Grimme-Preis nominiert. Seit Oktober ist die Doku „Ungleichland – Wie aus Reich- tumMacht wird“ bei Netflix zu sehen. Fast das gesamte Kabinett macht mit Der Erfolg sei ein Türöffner bei Inter- view-Anfragen, so Kohnert. Während #ungleichland für alle noch Neuland war und quasi aus demNichts entstand, könne das Team nun etwas vorweisen. Auch die team unter anderem nach Mecklenburg- Vorpommern, wo es unter jungenHeimat- rückkehrern nach deren Beweggründen forschte. Wohin bewegt sich Deutschland? InWashington traf Friedrichs Made- leine Albright. „Wir wollen alle wissen, in welche Richtung sichDeutschland bewegt. Wir leben in einer komplizierten Zeit, die eine Wegkreuzung sein könnte“, sagt die frühere US-Außenministerin, die 1939 mit ihrer Familie vor den Nazis aus Prag floh. Auch die vorab gelaufenen Online-Aktivi- tätenwerden, wie schon bei #ungleichland, in den Filmeinfließen, kündigt die Autorin an, die zusammenmit Fabienne Hurst und Andreas Spinrath den filmischen Part von »docupy« übernimmt, während sich Nora Nagel, Sara Lienemann und Kevin Brüssel dem Online-Part widmen, alles unter der Projektleitung von Eva Müller. Das öffentliche Interesse amVorgän- gerprojekt war groß, das Feedback positiv. Heimatland. Oder: Die Frage, wer dazugehört Das Erste MO / 25. Februar / 20:15 docupy – #heimatland wdr.de/fernsehen/docupy facebook.com/docupy twitter.com/docupy instagram.com/docupy WDR FERNSEHEN MI / 27. März / 22:10

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