WDRprint März 2019

„Wir verändern uns“ Es ist jetzt ein gutes Jahr her, dass die #metoo-Debatte in Deutschland angekom- men war. Auch imWDRwurden Vorwürfe über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz öffentlich. Seitdem ist viel passiert. Neue Beschwerdestelle ImMärz2019nimmt eineneue zentrale Beschwerdestelle imWDR ihre Arbeit auf – der, unddas ist neu, auchzwei externeExper- ten angehören werden. Hier sollen künftig nicht nurHinweise auf sexuelleBelästigung, sondern auch auf diskriminierende Belästi- gung, Benachteiligung, Machtmissbrauch und Mobbing zusammenlaufen. Die neue Stelle, der auch die Gleichstellungsbeauf- tragte, der Betriebsarzt sowie Vertreter aus Personalrat und Personalabteilung angehö- ren, ist verpflichtet, allen Hinweisen kon- sequent nachzugehen. Für Betroffene, die sich lieber einer Person außerhalb desWDR einbarung auch das Themenfeld Prävention – hierzu gehören unter anderem spezielle Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mit- arbeiter in leitenden Funktionen, um über den korrekten Umgang mit Hinweisen auf Diskriminierung und Machtmissbrauch aufzuklären. Dass es mit neuen Anlaufstellen und einer Dienstvereinbarung nicht getan ist, ist den Verantwortlichen imWDR bewusst. Schließlich geht es nicht nur darum, Fehl- verhaltenzuerkennenundzusanktionieren, sondern solches möglichst erst gar nicht aufkommen zu lassen. Schon bei der ersten Der WDR will seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig besser vor Belästigung, Benachteiligung, Machtmissbrauch und Mobbing schützen. Ab März wird es eine zentrale Stelle geben, bei der mögliche Beschwerden zusammenlaufen. Parallel hat der WDR einen Kulturwandelprozess im Haus angeschoben. Mit ersten Ergebnissen. anvertrauenmöchten, hat der WDR zusätz- lich eine dauerhafte externe Anlaufstelle geschaffen. „Wir klären auf und sanktionie- ren konsequent, denn wir sind verpflichtet, unsereMitarbeiterinnenundMitarbeitermit allen Mitteln zu schützen“, sagt Intendant TomBuhrow. „Wir allewünschenuns einen vertrauensvollenundwertschätzen- den Umgang miteinander.“ DiebeidenneuenAnlaufstellen sind Teile einer neuenDienstverein- barung zwischen Personalrat und dem Intendanten – eine überarbei- tete Version, die die Vereinbarung aus demJahr 2015 ablöst. „Wir haben immer gesagt, dass sexuelle Belästigungnur ein Aspekt von Machtmissbrauch ist“, sagt diePersonalratsvorsitzendeChristianeSeitz. „DieseDienstvereinbarung jetzt ist einechter Durchbruch für einen umfassenden Schutz fester wie freier Kolleginnen und Kollegen.“ Neben den Anlaufstellen umfasst die Ver- großen Mitarbeiterveranstaltung, wenige Tage nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Frühjahr 2018,war für Belegschaft, Personal- rat und Senderspitze klar: Es braucht mehr AugenhöheimWDR.DaswarderStartschuss für einen Kulturwandelprozess imHaus. Dass WDR-Strukturen Abhängig- keiten und damit auch Machtmiss- brauch zum Teil begünstigen, ist eines der Ergebnisse, zu denen auch Dr. MonikaWulf-Mathies imHerbst 2018 kam. Tom Buhrow hatte die ehemalige Gewerkschafterin mit einem Gutachten beauftragt, als die #metoo-Debatte im WDR auf dem Höhepunktwar.Wulf-Mathies sollteprüfen, wiederWDRmitVorwürfensexuellerBeläs- tigung inderVergangenheit umgegangen ist. Von ihr kam nicht nur die Idee, bestehende Beschwerdestellen und Abläufe zu hinter- fragen, sondern auchderAppell, denKultur- wandel imHaus weiter voranzutreiben. ➔ „Ich bin zuversichtlich, dass das eine große Chance für den WDR ist.“ TOMBUHROW WDR-Intendant Tom Buhrow hat gemeinsam mit dem Personalrat eine neue Dienstvereinbarung auf den Weg gebracht. Foto: WDR/Sachs Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen sich konstruktiv in den Kulturwandel-Prozess ein. Foto: WDR/Fußwinkel 47 46 Unternehmen Unternehmen

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