WDRprint März 2019

DasDrama „Synonymes“ ist der große Gewinner der 69. Berlinale. Die französisch-israelisch-deut- sche Koproduktion „Synonymes“ von ARTE France entstand mit Beteiligung des WDR und wurde Mitte Februar in Berlin mit dem Goldenen Bären als bester internationaler Langfilm ausge- zeichnet. WDR-Redaktion hatte Andrea Hanke. Die Jury unter Vorsitz von Juliette Binoche hat mit „Synonymes“ einen Kandidaten zum Gewinner gemacht, der – so ihre Begründung – künstleri- sche Eigenwilligkeit und politisches Bewusstsein verbindet. Regisseur Nadav Lapidbeleuchte in seinemFilmdie Suche eines Israelis nach der eigenen Identität inParis inkurzen, geradezuhysterischen Momentaufnahmen, die oftmehr andeu- teten als erklärten. Yoav, ein junger Israeli, will seine Herkunft auslöschen und Franzose wer- den. In Paris legt er die hebräische Spra- che ab und strebt auch sonst nach neuer Identität. EineGeschichte, die Regisseur Nadav Lapid selbst so erlebt hat. EB WDR freut sich über Goldenen Bär Im Februar 2019 hat Tom Buhrow den Mitarbeiterinnen undMitarbeitern auf der Personalversammlung nun die ersten Zwi- schenergebnisse vorgestellt: ein Paket aus zwölfMaßnahmen, die in den kommenden Monaten angegangen werden. Es ist ein Paket, das sich größtenteils auf die Ideen von rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitar- beitern stützt, die sich in den vergangenen Monaten in denKulturwandel-Prozess ein- gebracht haben. Unter anderemsollen soge- nannte Klima-Analysen und systematisch organisierte Vorgesetzten-FeedbacksWDR- weit zum Standard gehören. Weitere The- men sind unter anderem der Umgang mit freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Auswahl von Führungskräften und das Thema Feedback generell – etwa in Werk- stätten und Weiterbildungsseminaren. Kulturwandel-Prozess „Im Kern geht es bei vielen Maßnah- men darum, früher, klarer und aufrichti- ger miteinander zu kommunizieren“, sagt WDR-Verwaltungsdirektorin Dr. Katrin Vernau. Sie verantwortet zusammen mit der Personalratsvorsitzenden den Kultur- wandelprozess imHaus. „WirmüssenDinge miteinander besprechen, anstatt überein- ander zu reden. Wir müssen Kritik äußern, wo sie angebracht ist – auf eine respektvolle Art und Weise.“ Dass die Mitarbeiterinnen und Mitar- beiter nicht nur abwarten sollten, dass sich etwas tut, ist MonikaWulf-Mathies beson- derswichtig. „Ichfinde es gut, dass derWDR die Chance nutzt“, sagte sie bei der Vorstel- lung des Maßnahmenpakets auf der WDR- Personalversammlung. Genausowichtig sei allerdings, dass sich möglichst viele Mit- arbeiterinnen und Mitarbeiter einbringen. „Je mehr mitspielen, desto mehr Chancen habenwir, dass sich auch tatsächlich etwas ändert.“ Dabei dürfe man allerdings nicht von der Fehlannahme ausgehen, dass man Dinge, die über Jahrzehnte gewachsen sind, von heute auf morgen ändern kann. „Kul- turwandel ist keinExpresswunder. Undwie überall dauernWunder auch hier länger.“ „Das wird uns besser machen“ Als Chance im Kulturwandelprozess sieht der WDR auch den geplanten Umbau der Bereiche Hörfunk und Fernsehen. Ziel ist eine neue Organisationsstruktur, damit Radio-, Fernsehen- undOnlinejournalisten Themen gemeinsam besser angehen kön- nen. So soll mehr Raum für neue lineare und digitale Programmideen entstehen, um mehr Menschen auf mehr Wegen zu erreichen. Dafür werden in den kommen- den Monaten jahrzehntealte Strukturen aufgebrochen. „Wir verändern uns“, sagt Tom Buhrow. „Ich bin zuversichtlich, dass das eine große Chance für denWDR ist.“ Auch Buhrow selbst führt mit seinen Direktorinnen undDirektoren inzwischen regelmäßig Feedback-Gespräche – in beide Richtungen, von Intendant zu Direktor und umgekehrt. Genauso, wie es künftig überall imWDR verbindlich ist. „Das wird uns bessermachen, denndarumgeht es“, so TomBuhrow. „Kulturwandel ist kein Selbst- zweck. Wir brauchen eine gute Arbeitsat- mosphäre, um gute Arbeit zu leisten. Und gute Arbeit heißt im Endeffekt gutes Pro- grammfür unser Publikum. Dafür sindwir, der WDR, da.“ Svenja Siegert Regisseur Nadav Lapid (r.) und Produzent Said Ben Said Foto: dpa Hirschberger Personalratsvorsitzende Christiane Seitz Foto: WDR/Borm WDR-Verwaltungsdirektorin Dr. Katrin Vernau Foto: WDRSachs 49 Im Gespräch Er verkleidete sich als Schaf imWolfsgehege, saß im Unterhemd im 5-Sterne-Restaurant und klaute Ex- NRW-Innenminister Jäger das Handy. Daniel Dan- ger macht seit 2013 als Reporter für 1LIVE Sachen, die wehtun. Ab März bekommt Danger-Erfinder Daniel Schlipf (33) seine eigene Sendung: »Danger Zone«. Wir treffen ihn im Café Exki in Köln. Sie trainierten für die Fußball-WM, saßen für 1LIVE zwei Tage imKnast und in einer Kühlkammer. Wie wollen Sie das in Ihrer eigenen Sendung toppen? EinDanger geht nie in Rente, deshalb garan- tiere ich: Es kommt stets was Neues. Vielleicht eine Aktion auf demMond, wer weiß. Das heißt: »Danger Zone« wird ein überirdisches Format? Zumindest habenwir absolute Narrenfreiheit. Keine Stan- dards, keine Vorgaben. Es könnte sein, dass Micaela Schäfer und Donald Trump gemeinsam in meine Sendung kommen. Muss aber nicht. Es gibt kein Konzept? Doch, ein Grundgerüst. Es wird prominente Studio- gäste aus Sport, Musik und Schauspiel geben, dazu Tele- fon-Call-ins und wiederkeh- rende Aktionsrubriken. Die heißen zum Beispiel „Die zweite Chance“, „Inkasso“ oder „Daniel Danger hilft“. Was wird dabei genau passieren? Bei „Die zweite Chance“ helfen wir Leuten in Nordrhein- Westfalen, die etwa 15 Stunden erfolglos wegen eines Rihanna- Autogramms anstanden, es doch noch zu bekommen. Für „Inkasso“ stelle ichmichmit schwarzemAnzug und Bodyguard in dieMensa, umdie 2,50 Euro für die Currywurst einzutreiben, die ein Student dem anderen schuldet. Es soll viel live passieren. Und die Hörer können uns per Whatsapp oder E-Mail schreiben. Darauf werden wir spontan reagieren. Im Fokus steht: Was brennt denMenschen in Nord- rhein-Westfalen unter den Nägeln? Wie können wir helfen? Zum Beispiel einer Hörerin aus Grevenbroich, die uns sagte, bei uns im Ort gibt es keinen einzigen Kiosk. Danger, tu was! WirdDaniel Danger auchmal seriöser als üblich auftreten? Sowie der Reporter Daniel Schlipf, der regelmäßig für WDR 5 arbeitet? Durchaus. So habe ich in der WDR-Themenwoche „Mob- bing“ ein 15-jähriges Mobbing-Opfer zu Gast, mit dem ich über Auf einen Latte macchiato mit Daniel Danger „Danger, tu was!“ Daniel Danger alias Daniel Schlipf Foto: WDR/Anneck seine Erlebnisse spreche. Mit und für die Leute zu arbeiten, ins- piriert mich sehr. Es werden immer wieder ernsthafte Facetten in die Sendung kommen. Es darf aber gern häufiger lustig sein. Sich in aberwitzige Situationen zu bringen, gehört zumMarken- kern der Danger-Figur. Wer hat Sie dazu inspiriert? Eine aufblasbare Gummi-Insel auf der Ruhr. Zum Früh- lingserwachen 2013 wollte 1LIVE eine Außenaktion starten. Also bin ich mit der Insel aufs Wasser. Flan- kiert von einem DLRG- Boot, schaukelte ich dahin. Anhand der Strömungs- geräusche sollten dieHörer erkennen, auf Höhe welchenOrtes oder Kilometerstandes der Ruhr ich mich befinde. Für solche Aktionen sollte ich einen besonderen Namen bekommen. So kamen wir auf Daniel Danger. Gibt es für Ihre Aktionen Grenzen? Ich würde niemals jemanden vorführen oder beleidigen. Und ich werde mich niemals ausziehen ... »Danger Zone« werden Sie also angezogen moderieren. Was wünschen Sie sich noch für das Format? Ich habe immer großen Spaß dabei, wenn ich das Publi- kum zum Schmunzeln bringen kann oder zum Nachdenken. Dann haben wir viel erreicht. Vielleicht denken die Leute aber auch: Da spricht einer, dessen Schicksal ist noch schlimmer als meins. Und sie fühlen sich gleich besser. Mit Daniel Schlipf sprach Heiko Schlierenkamp Daniel hat in »Danger Zone« absolute Narrenfreiheit. Keine Standards, keine Vorgaben. 1 LIVE ab DI / 5. März/ 18:00 - 20:00 »Danger Zone« 48 Unternehmen Unternehmen

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