WDRprint April 2019

41 40 Nachruf Nachruf nicht wegzudenken ist, mit millionenfach geklicktenKonzerten, KlassikernwieNeu- auflagen.“ Fernsehdirektor Jörg Schönenborn „Peter Rüchel ist durch denKölner »Rockpalast« unsterblich geworden. Gerade wir imOstendamals konntendie Bands live und imRadio-Stereotonüber Fernsehenerle- ben. Das war ja sonst nicht möglich. Rock- palast war für uns lebenswichtig. DANKE Peter. R. I. P.“ Peter Lehnert, Fan auf Facebook „My condolences to the family and friends of Peter Ruchel, the opportunity he gave us to performon »Rockpalast« literally ignited our career in Germany and all of Europe, a band from Funk Rock, Georgia, for that, I will always be grateful. Rest in peace.“ Moses Mo, Mother’s Finest „Peter Rüchel hat die Geschichte des WDR maßgeblich geprägt und mit dem »Rockpalast« eine Sendung geschaffen, die bis heute Pop- und Rockmusikernweltweit ein Begriff ist. Er hat den Klang des WDR in die Musikszene getragen.“ WDR-Kulturchef Matthias Kremin „Am23. Juli 1977 beendete Peter Rüchel die ewige Diskussion um Inhalte undWert von Jugendprogrammen imFernsehen. Die Wucht des Auftritts fegte alle behutsam revolutionären Konferenzpapiere in die Papierkörbe. Die Nacht des ersten Rockpa- lastes mit dem hämmernden-suggestiven Einstieg und die bedingungslos authenti- sche Musik definierte eine neue Epoche. Das Fernsehen durfte dabei mitspielen. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Peter Rüchel nahm mit dem unverstellbaren Anspruchder anderenGenerationdenPlatz imMedium der Moderne ein.“ Gert K. Müntefering, Rüchels damaliger Chef als Leiter des WDR-Familienprogramms „Ich habe damals von Peter Rüchel viel gelernt. Über Journalismus mit Enga- gement, aber ohne Einäugigkeit, über ein Berufsleben ohne Angst vor Vorgesetzten und den Gremien. Auch, dass man gele- gentlich Zumutungen einfach weglachen kann. Jedenfalls, so lange man für sein Tun gute Argumente hatte. Und darum war Peter nie verlegen. Ich bin Peter Rüchel für vieles dankbar undwerde ihnmit Respekt und Zuneigung als Freund und Förderer in bes- ter Erinnerung behalten.“ Wolfgang Schmitz, WDR- Hörfunkdirektor von 2007 bis 2014, erinnert an Peter Rüchels Zeit als engagierter Journalist im Jugendfernse- hen – bei »Direkt« (ZDF) und »Klatschmohn« (WDR) „Nochheute bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich an die Stim- mungunddichteAtmosphärebeim»Rockpa- last« in der Grugahalle denke. Der Moment, indem dieEurovisionfanfaregespieltwurde, dasLicht inderHalleausgingunddieAnsage kam. Oder als am frühen Morgen Mitch Ryder seinen legendären Auftritt als letzte Gruppe hatte ... Danke Peter Rüchel.“ Klaus Dragun, Fan auf Facebook „Eine Nacht lang waren wir ein ,Wir‘ außerhalb von Raum und Zeit: diese 8000 in der Gruga-Halle und die vielen, die Partys feierten vor ihren Fernsehern. Europaweit – von Italien bis zum Nordkap.“ Peter Rüchel, Juli 2017 in WDR print Zum Tod von „Mister Rockpalast“ Peter Rüchel Pionier und Visionär Peter Rüchel, der am 9. März 1937 in Berlin geboren wurde, hatte ein Berufsleben vor dem »Rockpalast«. Der Journalist arbeitete zunächst beim Sender Freies Berlin und beim ZDF, bevor er 1974 die Leitung des Jugend- programms beim WDR übernahm. 1976 etablierte Rüchel im wöchentli- chen Programm für junge Leute einmal im Monat die Sendung »Rockpalast«, in der es auch Live-Musik gab. Die erste reguläre Rocknacht – unter anderem mit Rory Gallagher und Little Feat – fand im Juli 1977 statt und wurde als sechsstündige Eurovision live über- tragen. Auftritte wie die von The Who, The Police, Patti Smith oder Mother‘s Finest gehörten zu den Meilensteinen. Gleichzeitig bedeuteten sie für viele Künstler den Durchbruch in Europa. Zu den großen Verdiensten Peter Rüchels gehörte es, nicht nur etablier- ten Größen, sondern auch kommenden Weltstars ein Forum gegeben zu haben, so etwa U2 und R.E.M. 2003 ging Peter Rüchel in Pension, blieb dem »Rockpa- last« aber verbunden – als Berater und Editor der »Rockpalast«-DVD-Reihe. Rory Gallaghers Bruder Donal meldete sich in der »Rockpalast«-Redaktion, Moses Mo, Gitarrist von Mother’s Finest, kondolierte, unzählige Musik-Fans, die die »Rockpalast«- Nächte zu Hause vor dem Fernseher zeleb- rierten, erinnerten sich auf Facebook an ihre »Rockpalast«-Erlebnisse, Musiker, Kollegen und Wegbegleiter würdigten Peter Rüchels Verdienste. „Der Tod von Peter Rüchel erfüllt uns mit Trauer. Mit dem»Rockpalast« haben er und Regisseur ChristianWagner vor mehr als 40 Jahren etwas Neues, Aufregendes und Einzigartiges geschaffen. Jeder, der sich für Rock-Musik interessiert, kennt den »Rockpalast«. Viele sind mit ihm auf- gewachsen, viele schauen ihn auch heute noch. Dass sein Werk weiterleben, um nicht zu sagen weiterrocken und seine Gültigkeit behaltenwird, ist ein tröstlicher Gedanke.“ WDR-Intendant Tom Buhrow „Das »Rockpalast«-Teamundeinengro- ßenTeil aller >Rockpalast<-Fans eint, dasswir einenHeldenunserer Jugendverlorenhaben. PeterRüchelwar einPionierderFernsehwelt, ein brillanter Denker und aufrechterMann, der zutiefst vomöffentlich-rechtlichenRund- funküberzeugtwar – einmarkantesGesicht desWDR und nicht zuletzt einMensch, der auch imhohen Alter Rockmusik liebte. Wir werdenDichvermissen, Peter!“ »Rockpalast«- Redakteur Peter Sommer und Team „R.I.P. Peter Rüchel. One of my best friends and one of Rock History’s best friends. He was the German genius atWDR that created the RockPalast Shows in the 80ies that were broadcasted live to like 12 countries twice a year. Live! From 8pm to 5am. There’s never been anything like it.“ Stevie Van Zandt „Peter Rüchel hat erheblich dazu bei- getragen, dass Deutschland in den 70-ern hautnah mit demRock ’n Roll in Berührung kam. Er hat beispielsweise „Taste“, die Band umRoryGallagher,imehema- ligenKölnerMetropol-Kinoin derAnnostraßeaufgezeichnet und später dann mit Peter Wagner die Rocknächte in der Essener Grugahalle aus der Taufe gehoben. Er war ein Menschenfreund und Über- zeugungstäter. Ich schätze mich glücklich, ihn als mei- nen Freund bezeichnen zu können. Meine Band und ich haben ihmviel zu verdanken. Ichwerde ihnsehr vermissen, aberdaesjaeinenRock`nRoll- Himmelgibt,sitztervermutlichmitRoryund Tom Petty auf einer gemütlichenWolke und gönnt sich ein Kaltgetränk. Das hat er mehr als verdient.“ Wolfgang Niedecken, BAP „Ich habe das Engagement von Peter Rüchel für den »Rockpalast«, das auchnach seiner aktiven Zeit im WDR unverändert fortbestand, stets bewundert. Damit hat er den Grundstein dafür gelegt, dass die Marke »Rockpalast« heute aus dem Netz Peter Rüchel 2017 zusammen mit Steven Van Zandt, der als Gitarrist in Bruce Springsteens „E Street Band“ bekannt wurde Foto: Van Zandt 15. März 1986, letzte »Rockpalast«- Nacht aus der Essener Grugahalle (v. r.): Wolfgang Niedecken, Peter Rüchel und Jackson Browne Foto: privat Er hat Musikern zu Weltkarrieren verhol- fen und den Fans zu legendären Rocknäch- ten. „Mr. Rockpalast“ Peter Rüchel, der am 20. Februar 81-jährig in Leverkusen starb, bleibt unvergessen.

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