WDRprint April 2019

45 Im Gespräch WDR Big Band Maria Schneider Kölner Philharmonie SA / 18. Mai / 20:00 Maria’s Masterpieces Seinen Kaffee bestellt Billy Test in fließendem Deutsch. Mit der Grammatik hapere es aber noch, sagt der Jazzpianist. Immerhin ist er erst seit einem halben Jahr inKöln, und seine Sprache ist dieMusik. Der 30-Jährige stammt aus Pennsylvania, studierte Jazzpiano und klassisches Piano an der William PatersonUniversity inNewJerseyundmachte sei- nen Master an der Manhattan School of Music. Vergangenen September tauschte er Uni-Lehr- aufträge undAuftritte inNewYorker Jazzclubs gegen Köln und die WDR Big Band ein. Wir treffen uns zumGespräch imFunkhaus-Café. Von Manhattan nach Köln – ein Kulturschock? Der größte Kulturschockwar der Karneval. InNewYork ist öffentliches Trinken verboten, und hier wurde für ein paar Tage gleich die halbe Stadt verrammelt. Ich bin nach Paris und Ams- terdam gefahren. Aber vielleicht feiere ich nächstes Jahr mit. Das Piano ist Ihr Instrument. Aber wie kamen Sie dazu? Meine Eltern haben meinen Bruder und mich frühmitMusik in Berührung gebracht. Schon mit sieben wollte ich Klavierunterricht haben. Ich mag den Klang, und ich kann am Klavier die gleichen Emotionen hervorrufenwie ein Sänger. Ich kann auch alle Töne selber erzeugen und brauche keine Band, wie zum Beispiel ein Bassist. Warum spielen Sie Jazz? Mit 15 war ich bei einemAuftritt des Count Basie Orches- tra. Es war so eine fröhliche Musik mit so viel Leichtigkeit. Da wusste ich, das will ich machen. Ich war mir 110-prozentig sicher: Ich werde Jazzpianist. Was lieben Sie an der Musik? Ich bin vom emotionalen Aspekt angezogen. BeimPianis- ten Erroll Garner steckte immer so viel Freude in der Musik. Sie ist ansteckend, bringt mich zumLächeln. Aber auch die von Bill Evans und Herbie Hancock. Jazz ist für mich wie ein Brunnen, der nie versiegt, ich entdecke immer noch Neues. Und Jazz ist so kreativ. Wenn ich einen Song zehnMal spiele, kann ich ihn jedes Mal anders spielen. Wie kamen Sie zur WDR Big Band? Ich war schon Fan der Big Band, seit ich angefangen habe, Auf einen Cappuccino mit Billy Test Billy Test tauschte seine Karriere inNY gegen dieWDR Big Band ein. Foto: WDR/Anneck Jazz zu hören. Als der WDR einen Pianisten suchte, hat mich meinLehrer JimMcNeely vorgeschlagen – er hatte inden 1990er -Jahren mit der WDR Big Band gearbeitet. Ich wurde zum Vor- spieleneingeladenundhabemichdirektwohlgefühlt. Es stimmte alles: die große Bandbreite an Musik, die tollen Leute und die familiäre Stimmung. Dabei hatte ich gerade eine nette kleine Karriere inNewYork: Ichhabe anderManhattanSchool ofMusic unterrichtet undbinmit „The Vanguard JazzOrchestra“ auf- getreten, was immer mein Traum gewesen war. Vermissen Sie Manhattan? Vor allem gute mexika- nische Tacos! ImErnst: Ich vermissemeine Freunde undmeine Familie und meine Auftritte mit dem Vanguard Orchestra. Was ist die größte Herausforderung in der WDR Big Band? Der schnelle Wechsel. An einem Tag spielen wir etwas Supertraditionelles, einen Count-Basie-Swing, am nächsten Tagmachenwir dann einWeltmusik-Projektmit ganz anderem Ansatz. Bei Aufnahmenmuss dann alles wirklich perfekt sein. Das ist anstrengend, aber eine gute Herausforderung! Auf welches Projekt freuen Sie sich? Auf ein Konzert mit BandleaderinMaria Schneider in der Philharmonie – sie ist eine meiner Lieblingskomponistinnen, und ich bin schon sehr aufgeregt. Mit Billy Test sprach Ina Sperl „Jazz ist für mich wie ein Brunnen, der nie versiegt. Ich entdecke immer noch Neues.“ WDR 3 SA / 18. Mai / 20:104 »Das Konzert« 44 Panorama Panorama GudrunEngel ist dieNeue imARD-Euro- pastudioBrüssel. Seit Januarverstärktdie Korrespondentindas Fernsehteamunter der Leitung vonMarkus Preiß. Start von Rumäniens EU-Ratsvorsitz, Brexit und Europawahlen – das erwartet Gudrun Engel (39) in den ersten Arbeits- monaten als Korrespondentin in Brüssel. „Ich freuemich auf die spannendeZeit“, sagt die gebürtige Badenerin. Denn die EU steht vor großenHerausforderungen. „Wir haben Europa lange für selbstverständlichgehalten. Jetzt, da es immermehrKonflikte gibt,mehr hinterfragtwird, halte iches für enormwich- tig, dass wir erklären, wie die EU tickt und funktioniert – und uns auch mit der Kritik an den Institutionen auseinandersetzen.“ Trägerin des „Tagesthemen Awards“ Dass Gudrun Engel dieser Spagat gelingt, hat sie zuletzt sechs Jahre lang als Reporterin der Programmgruppe Zeitgeschehen, Europa, Ausland (ZEA) bewiesen. Aus Köln lieferte sie Beiträge für »Morgenmagazin«, »Tagesschau« und »Tagesthemen«. Und bekamdafür 2017 den „Tagesthemen Award“ in der Kategorie Reportage Inland. Wie preiswürdig Gudrun Engels erste journalistische Schritte bei der Rhein- Neckar-Zeitungwaren, lässt sichheutenicht mehr nachvollziehen. „Mein erster Artikel erschien 1997 – über eine Vernissage in der Walldürner Galerie.“ Gesichert bleibt, dass ihre Karriere imAnschluss Fahrt aufnahm. Nach ersten Radio-Einsätzen bei Radio Ton in Bad Mergentheim und Heilbronn absol- vierte Gudrun Engel von 1998 bis 2000 ein Volontariat im Funkhaus Aschaffenburg. Korrespondentin Gudrun Engel Foto: WDR/Sachs Gudrun Engel, die Neue in Brüssel Während des anschließenden Studi- ums der Journalistik und Politikwissen- schaften in Dortmund führten sie zwei Auslandssemester nach Schweden und Litauen. 2005 stieg sie über eine Hospi- tanz beimWDR ein, arbeitete für Hörfunk und Fernsehen. Ihre Flexibilität zeigte sie als Redakteurin und Reporterin mehrerer »Lokalzeiten«, bei »WDR aktuell« und der »Aktuellen Stunde« sowie phoenix. Später vertrat GudrunEngel Kollegen indenARD- Studios Nairobi, New York und Paris. Und nun das ARD-Europastudio Brüssel. Vermissen werde sie vor allem den Karneval und das Freiwasserschwim- men. Engel: „Das wird schwierig in Bel- gien. Auch mit Schwimmbädern sind sie nicht so gesegnet, Freibäder gibt es gar nicht.“ Zeit dazu hätte sie in ihren ersten Brüsseler Wochen ohnehin nicht gehabt – mit drei Drehs in den Niederlanden und Rumänien, dazuFranzösischundFlämisch/ Niederländisch lernen. „Sehr anstrengend, viel Arbeit, langeTage – aber auch total berei- chernd und spannend“, fasst die 39-Jährige ihren Start inBrüssel zusammen. Zumal sie das Teamwarmherzig aufgenommen habe. „Deshalb freue ich mich jeden Tag auf den Weg zur Arbeit.“ hei Große Ehre für den Verein „Die Kinder von Perm“: Am 2. April verleihen ihm das Moskauer Krebszentrum und das Russische Gesundheitsministerium inMoskau die Goldene Blochin-Medaille. BegründungfürdieAuszeichnung:Der VereinhabemitdemBaueinerneuenKlinik, dermedizinischenAusstattungundderärzt- lichenWeiterbildung zur Verbesserung der Krebsbehandlung von Kindern im Gebiet PermamUral wesentlich beigetragen. DasGeld für dieses Engagement hatte in den 1990-er Jahren das Publikum des WDR Fernsehens gespendet. Ein Bericht von Fritz Pleitgen, damals WDR-Chefre- dakteur, vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion über die beklagenswerten Zustände in der Klinik löste inNordrhein- Westfalen eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Daraufhin gründeten WDR-Mitarbei- ter zusammen mit der Bocholter Initiative „Uth“ und demChefarzt der onkologischen Kinderklinik an der Universität Düsseldorf, Prof. Ulrich Göbel, den Verein „Die Kinder Goldene Blochin-Medaille für „Die Kinder von Perm“ von Perm“, der zeitweilig auch von der Rheinischen Post und der BILD-Zeitung unterstützt wurde. 1990 starben in der Permer Klinik neun von zehn Kindern, heute werden acht von zehn gerettet. EB 2016 feierte die Kinder- krebsklinik „Friedrich Joseph Haass“ in Perm ihre 20-jährige Erfolgs­ geschichte. Zu den Ehrengästen zählte auch Fritz Pleitgen. Foto: WDR/Brücher

RkJQdWJsaXNoZXIy NTQ3NzI=