WDRprint Juni 2019

35 34 hauptsächlich mit öffentlichen Verkehrs- mitteln oder Leihfahrrädern fortbewegen müssen. Die wichtigsten Veranstaltungs- orte liegen zentral und sind vomStudio aus bequem zu erreichen. Die Verantwortung der Kirchen für die Gesellschaft, soziale Gerechtigkeit, Demokratie und die Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus, Klimapolitik, Frie- denspolitik – die großen Themen bestim- LandespfarrerinPetra Schulze (53)wirdzusammenmitWDR-Hörfunkre- dakteurin Christina-Maria Purkert den großen Schlussgottesdienst im Radio kommentieren. Die Leiterindes „EvangelischenRundfunkreferats NRW“ sorgt aber beispielsweise auch dafür, dass die TV-Kollegen im Ü-Wagen wissen, wann das Trompetensolo kommt. Was macht die Beauftragte für die evangelischen Kirchen im WDR während des Kirchentags? In der Projektleitung für die Eröffnungsgottesdienste erarbeiten wir in einem Team aus ganz Deutschland das Drehbuch für den großen Open- Air-Gottesdienst an der Ostentor-Kreuzung mit schätzungsweise 55.000 Gläubigen, der vomWDR Fernsehen übertragen wird. Für die Kamerateams mache ich daraus einen abgespeckten Kamera-Plan, damit die alles gut ein- fangen können: Zum Beispiel, wie auf dieser Kreuzung Menschen aus allen Himmelsrichtungen zusammenströmen. Der Regieassistent im Ü-Wagen bekommt die Noten, damit die Solotrompete, wenn sie zu hören ist, auch im Bild auftaucht. Allgemein gesprochen vermittelt die Rundfunkbeauftragte zwischen allen Ebenen: den Kirchen, den Beteiligten amGottesdienst, dem Kirchentag und Redaktion, Produktion und Regie beimWDR. Wie kommen Sie als Pfarrerin zum Rundfunk? Das ging schon während des Studiums los: Mit anderen habe ich ein Hörspiel erarbeitet und kleine Radiobeiträge gemacht, für die Kirchenzeitung geschrieben und Seminare bei der christlichen Presseakademie besucht. Nach dem Studium kam dann die Jahreshospitanz beim WDR-Hörfunk. Und ein paar Jahre war ich neben meiner halben Stelle als Pfarrerin als freie Journa- listin tätig. Wie sieht die Arbeit des Rundfunkreferates im Alltag aus? Wir sind insgesamt ein Team von fünf Redakteurinnen und Redakteu- ren und zwei Assistentinnen. Das Team für „Kirche imWDR“ betreut die Sen- dungen der evangelischen Kirchen sowie Radio- und Fernsehgottesdienste. Wir machen klassische Redaktionsarbeit: Autoren finden und beauftragen, Texte redigieren. Wir begleiten unsere Leute bei der Aufzeichnung imRadio- studio. Die sind ja in der Regel keine Journalisten. Welche Bedeutung hat der Kirchentag für die evangelischen Kirchen? Beim Kirchentag kommen Menschen zusammen, um aus christlicher Sicht und imGlauben an Gott zu schauen, was der Gesellschaft gut tut. Das sind Leute, die für eine Erneuerung der Kirche stehen. Vom Kirchentag sind immer wieder Impulse ausgegangen, für neue Ideen in Gottesdiensten und der Liturgie. Viele Menschen zehren lange von einem Kirchentag, von den politischen Diskussionen, von den spirituellen Erfahrungen und den gemeinsamen Erlebnissen, sei es beimBeten oder, ganz wichtig, beimSingen. Man nimmt von einemKirchentag ganz viel mit heim in die Gemeinden und auch in den Alltag. Mit Petra Schulze sprach Christian Gottschalk Und bei aller Vorplanung während des Kirchentags stets die Augen offen halten: „Guckt, was euch so vor die Füße fällt!“ Doch nicht nur die Inhalte des Kirchentags sind journalistisch relevant. Zum Thema „Sicherheit“ gibt es eine eigene Presse- konferenz, schließlich handelt es sich um eine Großveranstaltung, bei der 100.000 Besucher*innen erwartet werden. Und da die AfD ausdrücklich nicht auf die Podien eingeladen ist, „müssen wir auch im Auge behalten, ob rechte Gruppen irgendwas planen“, sagt Koch. Wie kommen wir von A nach B? Aufnahmeleiterin Julia Neuhaus hat zwei SNGs, kleinere Übertragungswagen, und ein Schnittmobil eingeplant. Wegen der Menschenmassen und der Zelte und Bühnen, die für den Kirchentag aufgebaut werden, sind diese eigentlich mobilen Produktionsmittel dazu verdammt, für den gesamten Zeitraum an ihrem Platz zu bleiben. Die Reporter*innen werden sich PETRA SCHULZE „Es ist spannend, das Engagement der Menschen darzu- stellen, der norma- len Leute aus den Gemeinden rund um Dortmund.“ Besprechung im Dortmunder »Lokalzeit«-Studio (v. l.): die Aufnah- meleiterinnen Konni Otto, Julia Neuhaus und Redakteur Oliver Koch. men auch den Kirchentag. Vier Bundesprä- sidenten haben sich angekündigt: Neben Frank-Walter Steinmeier, der an einer Podiumsdiskussion mit Ranga Yogeshwar teilnimmt, reisen auch die Amtsvorgänger Horst Köhler, ChristianWulffund Joachim Gauck nach Dortmund. Der bekannte Journalist Hans Leyen- decker ist der diesjährige Kirchentags- präsident. „DerhatnatürlichseineKontakte“, sagt Koch, „und wenn Kretschmann und Seehofer darüber diskutieren, was ‚konser- vativ‘ bedeutet, wird das einfach spannend.“ Leitgedanke: Was für ein Vertrauen Leitgedanke des Kirchentages 2019 ist das Motto „Was für ein Vertrauen“, das Mut und Zukunftszuversicht der Christen ausdrücken soll. Oliver Koch ist jeden- falls außerordentlich zuversichtlich, dass das Studio Dortmund mit seiner großen Erfahrung in aktueller Berichterstattung die Herausforderung Kirchentag meistern wird. Christian Gottschalk Eröffnungsgottesdienst WDR Fernsehen Mi / 19. Juni / 17:30 Abschlussgottesdienst WDR 5 / ZDF So / 23. Juni / 10:00 Die Kirche und die Rechten Der Streit um das christliche Weltbild Das Erste MO / 17. Juni / 00:00 Wem kann ich vertrauen? Philipp Engel unterwegs auf dem Kirchentag Das Erste SO / 23. Juni / 17:30 Evangelische Kirche imWDR Sondersendewoche MO – SO / 17. –23. Juni/ 07:50, WDR 3 08:55, WDR 4 06:55, WDR 5 Am 18. Juni zum Beispiel mit Kirchentags- präsident Hans Leyendecker

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