WDRprint Juli/August 2019

16 Sommer im Westen Aller guten Dinge sind drei – und so geht die beliebte Kochsendung »Lecker an Bord« im WDR Fernsehen in diesem Sommer bereits indiedritte Staffel. Dies- mal schippern die Spitzenköche Björn Freitag und Frank Buchholz zusammen mit Skipper Heinz-Dieter Fröse auf drei Kanälen vom Niederrhein ins Ruhrge- biet: von Friedrichsfeld bei Wesel über Dorsten, die Marina Rünthe, Hamm undHenrichenburg bis Dortmund. Kurz nach dem Startschuss sprach Christian Schyma mit den beiden Freunden. Für Sie dürfte es eine besondere Staffel sein, weil es auch in Ihre Heimatstädte Dorsten und Dortmund geht. Worauf freuen Sie sich besonders? FRANK BUCHHOLZ: Ich freuemich besonders, Björn und Heinz-Dieter wieder- zusehen. Und auf das Boot, die Erzeuger, die Lieferanten und darauf, neueMenschen kennenzulernen. Zudem ist es schön, mal durch den Dortmunder Stadthafen zu fah- ren – das habe ich so noch nicht gemacht. BJÖRN FREITAG: Die Vorfreude ist jedes Mal groß. Das Besondere dies- mal ist aber, die Heimat an bestimmten Orten zu entdecken, die man noch nicht kennt. Ich habe Dorsten beispielsweise lange nicht mehr vom Wasser aus gese- hen – vor fünf Jahren war ich mit einem Freund mit dem Schlauchboot auf dem Kanal unterwegs. Wenn Sie Gästen bei ihrem ersten Besuch Dorsten zeigenwürden, was würden Siemit ihnen unternehmen? FREITAG: Ich würde ihnen die alte Zeche Fürst Leopold zeigen und erzählen, wie sich dort alles verändert hat. Natürlich würde ich mit ihnen auch zum Naturpark Hohe Mark und zum Schloss Raesfeld fah- ren und eine Radtour am Kanal entlang unternehmen. Undwas ist Ihr Lieblingsplatz inDortmund? BUCHHOLZ:Damuss ichalsBVB-Fan natürlich erst einmal das Stadion nennen. Aber Dortmund hat außerdem viele grüne Seiten, den Westfalenpark zum Beispiel. Auch der Stadthafen mit den Ruderverei- nen und das frühere Hoesch-Gelände als Industriebrache haben ihren besonderen Reiz. Ein schöner Ort ist für mich die Klep- pingstraße. Heute bin ich eher ein Gast in der Stadt, mein Lebensmittelpunkt ist seit vielen Jahren Mainz. Können Sie sich noch an die Hotspots Ihrer Dortmunder Jugendzeit erinnern? BUCHHOLZ: Dazu gehörte auf jeden Fall unsere Stamm-Disco Hades. Ich habe aber schon früh inder Kneipemeiner Eltern ausgeholfen und mit 16 Jahren meine Aus- bildung begonnen. Und wo befindet sich Ihr Lieblingsplatz in Dorsten? FREITAG: Der liegt direkt vormeinem Restaurant, der Platz wurde vor ein paar Jahren neu gestaltet. Es ist sehr chillig dort, man kann auf denKanal gucken. Absoluter Lieblingsplatz ist mein Balkon – obwohl ich eigentlich keinen grünen Daumen habe. Gibt es ein typischesGericht inDorsten oder in der Region? FREITAG: Früher gab es den klassi- schen Möhreneintopf, Frikadellen, Panhas oder denKlassiker „Himmel unÄäd“ – also eher die deftige Küche. Der Spargel kam gefühlt erst in den 80er-Jahren dazu. Undwelche Spezialitätenhat das Ruhrgebiet außer Currywurst und Pommes zu bieten? BUCHHOLZ: Im Ruhrgebiet ist wie inzwischen in ganz Deutschland dieNach- frage nach guter Qualität gestiegen. Ich suche immer das leckere Essen, nicht das normale. Das kann türkisch oder persisch sein, Hauptsache es istmit regionalen Zuta- ten gemacht. Und mit viel Liebe. Wenn Sie nicht gerade über denKanal schip- pert, wie reisen Sie privat am liebsten? BUCHHOLZ: Mein Lieblingsland ist Deutschland, es gibt hier noch so vieles zu entdecken, was ichnochnicht gesehenhabe. IndenWintermonatengeht’s indieBerge, im Sommer andie See. Es gibt keinenGrund, in die Ferne zu schweifen. Ich war jetzt gerade wieder inHamburgundhabemir zumersten Mal die Elbphilharmonie angesehen. Die Mannschaft auf dem Hausboot „unaone“ (v.l.): Björn Frei »Lecker an Bord« VomNiederrhein ins Ruhrgebiet

RkJQdWJsaXNoZXIy NTQ3NzI=