WDRprint Juli/August 2019

32 Wissenschaft Am 21. Juli 1969 betrat der amerikanische Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Damit erreichte der Wettlauf zwischen den USA und der Sowjetunion seinen Höhe- punkt. Die NASA hatte mit ihrer Apollo-11-Mission jene Aufgabe erfüllt, die US-Präsident John F. Kennedy seiner Nation im Jahr 1961 gestellt hatte: Noch vor Ablauf des Jahrzehnts sollten Men- schen zumMond und wieder zur Erde gebracht werden. Die Live-Übertragung war das größte Medienereignis des 20. Jahrhunderts. Auch derWDR schrieb in jener Nacht Fernseh- geschichte, als Günter Siefarth aus Köln sendete und Stunde um Stunde die verwaschenenNASA-Bilder für alle wach gebliebenen ARD-Zuschauer kommentierte. »Quarks« schaut in die Zukunft Im Juli 2019 würdigt derWDR die damaligen Pionierleistun- gen mit vielen Fernseh- und Radiobeiträgen, doch das Magazin »Quarks« schlägt einen anderen Weg ein: „Wir schauen in die Zukunft“, sagt RedakteurinMonika Grebe. „Es gibt einen neuen spannendenWettlauf zumMond, an dem sich nicht mehr nur die USA und Russland beteiligen, sondern auch China, Indien, Israel und private Unternehmen wie SpaceX.“ DochwarumwollenMenschenüberhaupt wieder zumMond, wenn auch Sonden und Roboter diese Aufgabe erledigen könnten? „Die Natur muss erlebt und gefühlt werden“, zitiert »Quarks«- Moderator Ralph Caspers den Forscher Alexander vonHumboldt. „Vom Schreibtisch aus zu forschen ist was ganz anderes als wirk- lich rauszugehen. Das gilt auch für denWeltraum. Deshalb ist für die NASA klar: Sie will wieder bemannt auf den Mond.“ Nach 50 Jahren herrscht in der Raumfahrt eine neue Aufbruchs- stimmung: Die Menschen wollen wieder zumMond. »Quarks« zeigt, wer den aktuel­ len Wettlauf gewinnen könnte. Dass dieses Vorhaben in fünf Jahren umgesetzt werden könnte, zeigt »Quarks« anhand eines Fünf-Stufen-Planes der Amerikaner: 2020 soll eine Trägerrakete das neue Raumschiff Orion ins All schießen, damit es denMond umkreist und zur Erde zurückkehrt. Ab 2022 könnte die Orion den Bau der Raumstation „Lunar Gateway“ ermöglichen. Von dort aus sollen unbemannte Sonden zum Mond fliegen, bevor ab 2024 wieder Menschen den Mond betreten. Russland und China arbeiten an eigenen Mond- missionen, um der NASA die Show stehlen zu können. Die größte Überraschung, die die »Quarks«-Sendung zeigt, ist die Vielzahl deutscherWissenschaftler, die amneuenWettlauf zumMondmitarbeiten. Bei Airbus in Bremen entsteht imAuftrag der EuropäischenWeltraumorganisation ESA das Service-Modul des Raumschiffs Orion. Es wird hinter der Astronautenkapsel alles enthalten, wasMenschen zumÜberleben brauchen: Atemluft und Wasser, außerdem den Treibstoff für die Orion. Der neue Wettlauf zumMond Ralph Caspers: „Vom Schreib- tisch aus zu forschen ist was ganz anderes als wirklich rauszugehen.“ Foto: WDR/Görgen Der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer trainiert für die Reise zur Internationalen Raumstation. Foto: Rumpenhorst/dpa

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