WDRprint Sept./Okt. 2019

Zum Frühstück bei Donya Farahani Foto: WDR/Anneck 69 Im Gespräch Sie hat für ihre Filme in einer Demenz-WG gewohnt, bei der Müllabfuhr mitangepackt, im Bordell geputzt und Staubsauger unters Volk gebracht. Neben ihrer Doku- mentationsreihe »Donya - Unterwegs imWesten« für das WDR Fernsehen besucht die WDR-Reporterin neuerdingsProminente indenheimischenvierWän- den. »ZumFrühstück bei ...« offenbart interessante Einblicke indenLebensalltagvonSängerinPatricia Kelly und denKabarettisten FatihCevikkollu und JürgenB.Hausmann.Wirwarenunterdessenzum FrühstückbeiDonyaFarahani inKölneingeladen – vor einem langen Arbeitstag im Schnitt. Frühaufsteher oder Morgenmuffel, Frau Farahani? Auf gar keinen Fall bin ich einMorgenmuffel, eher der ner- vige Gute-Laune-Typ. Wenn es sein muss, kann ich sehr früh aufstehen, genauso gut auchmal amSonntag länger imBett blei- ben. Wenn ich aufstehe, ist aber meistens gute Laune angesagt. Was gehört bei Ihnen auf den Frühstückstisch? Auf jeden Fall schwarzer Earl-Grey-Tee aus einem irani- schen Teeladen umdie Ecke. Ansonsten bin ich ganz klassisch, esse Brot mit Honig oder Butter, Joghurt mit Obst, auch mal ein Ei. Kaffee gibt’s nur imabso- luten Notfall, wenn ich Koffein brauche. Den trink ich dann kalt und auf ex. Klingt eklig, ich weiß … Das war bei Ihren prominenten Gästen sicher anders ... PatriciaKellyhat einFrühstücksritual: Sie isst jedenMorgen genau anderthalb Scheiben eines Brotes, das ihr Mann selbst gebacken hat. Fatih Cevikkollus Frühstück geht in die türki- scheRichtungmitMenemen, TahinPekmez undWassermelone. Jürgen B. Hausmann frühstückt erst, wenn Frau undKinder aus demHaus sind – und vertieft sich dann in zwei Tageszeitungen. Sie bleiben aber länger als nur zum Frühstück? Genau, mit Patricia Kelly war ich im Kloster, mit Fatih Cevikkollu habe ich auf dem Fahrrad das Köln seiner Kindheit kennengelernt. Und mit Jürgen B. Hausmann war ich am Grab seinerMutter, daser fast täglichbesucht.AuchdasAbendessenwar jeweils ein Erlebnis, bei Jürgen B. Hausmann gab es Sauerbraten nachAachener Art mit Printen – das klang für mich erst seltsam, hat aber wirklich sehr gut geschmeckt. Gibt es einen Unterschied beim Dreh mit Prominenten und „Normalos“? Der Zeitfaktor spielt schon eine große Rolle. Für »Donya - Unter- wegs imWesten«bin ichbis zusiebenTage vorOrt. DieProminen- Auf einen schwarzen Tee mit Donya Farahani tenhatten jeweilsnur zwei TageZeit. Aber dieHerangehensweise ist ähnlich. Ich frage so, als ob ich jemanden in der Kneipe ken- nenlernen würde. Dadurch erfahre ich irgendwann auch etwas über die Veränderungen, die Brüche im Leben wie Erkrankun- gen oder Schicksalsschläge. Ein wichtiger Faktor ist auch, die Prominenten zu Hause zu besuchen. Da ist alles lockerer und nicht so formell. Wie würden Sie sich als Reporterin charakterisieren? Ich versuche mich nicht zu verstellen, sondern offen zu sein. Ichbin interessiert anden Menschen, ihrenGeschichten und an anderenLebenswelten. Meine Freundinnen sagen immer, ich bin im Fernsehen genauso wie sonst auch. Das ist für mich ein Kompliment. WasnehmenSiefürsichpersönlichausdenbeidenSendereihenmit? Die Gespräche weitenmeinenHorizont, wennMenschen denMut haben, offen über ihren Burn-out, ihrenGlauben oder Rassismus zu sprechen. Oder wenn ich erfahre, dass es auch Prominente gibt, die über den Ruhm gar nicht so glücklich waren und andere beneiden, die zumBeispiel noch Kontakt zu ihren Schulfreunden haben. Auch meine Zeit in der Demenz- WG und auf der Palliativ-Station hat mich sehr geprägt. Und während meiner Arbeit bei der Müllabfuhr habe ich haut- nah erfahren, wie schlimm es ist, wenn man beruflich kaum gewertschätzt wird. Für mich sind das wichtige Erfahrungen. Mit Donya Farahani sprach Christian Schyma „Meine Freundinnen sagen immer, ich bin im Fernsehen genauso wie sonst auch.“ WDR FERNSEHEN Fatih Cevikkollu SO / 1. September / 22:45 »Zum Frühstück bei Patricia Kelly« in der WDR Mediathek »Zum Frühstück bei ...« Jürgen B. Hausmann SO / 8. September / 21:45

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