WDRprint Oktober 2018

Die kongolesische Prinzessin Odette liebt reiche Liebhaber, das Leben im Luxus. 2004 taucht sie plötzlich in Frankfurt amMain auf und wird zum Liebling der feinen Gesell- schaft. Doch dann ändert sie die Spielregeln. Coco Chanel soll einmal gesagt haben: „Mein Leben gefiel mir nicht, deshalb habe ich mir eins kreiert.“ Als die junge mode- bewusste Kongolesin Odette Maniema diesen Satz hört, beschließt sie, ihn zu ihrem Lebensmotto zu machen. Sie erfin- det sich selbst neu und hat damit unglaub- lichen Erfolg. „Das Stricken an der eigenen Legende war auch Teil ihrer Selbstermäch- tigung“, sagt Autor Lorenz Schröter. Odette Maniema Krempin war Schönheitskönigin in Ruanda und organisierteModenschauen inNamibia, bevor sie 2004mit ihremneun- jährigen Sohn Max in Frankfurt am Main auftaucht. Schnell avanciert die Adlige zum Liebling der feinen Gesellschaft, wird zur Honorarkonsulin ihres Landes ernannt und zählt Banker und Anwälte zu ihren Freun- den. „Viele haben sich mit ihr geschmückt“, Mannkennenlernte.DerdeutscheBauingeni- eur hat mit ihr einen gemeinsamen Sohn; so pflegensie regelmäßigKontakt. Gernerzählt sie demEx von ihren Firmen, ihrem Ferrari, ihren Erfolgen. Schröter ist überzeugt: „Sie hättemehr erreichenkönnen,wennsienicht auf sich selbst hereingefallen wäre.“ Rechnungen zahlt die Prinzessin aus Prinzip nicht. Als sie schließlich mit inter- nationalem Haftbefehl gesucht wird, flieht sie in den Kongo. 2016meldet eine deutsche Zeitung ihrAbleben. Viele ihrer Freundeund geschädigten Geschäftspartner bezweifeln jedoch ihren Tod. Etliche Gerüchte um Leben und Tod der Odette Maniema Krem- pinkonnte Lorenz Schröterwiderlegenoder verifizieren: „IchhabevieleSachenherausge- funden, die bislangnochnicht veröffentlicht sind. Manche Enthüllung wird sicher auch ihren Bekannten in Frankfurt neu sein.“ ChG WDR 5 SO / 30.9. bis 28.10. / 8:04, WH 22:30 Das Feature steht nach der Sendung befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung. »Tiefenblick« Die Kongo-Prinzessin erzählt Lorenz Schröter, „ein reicher Liebha- ber ruinierte sich sogar für sie.“ Schröter recherchierte zwei Jahre lang in Belgien und in der Demokratischen Republik Kongo, sprach mit etlichen Leu- tenüber „DieKongo-Prinzessin“, wie sie von Frankfurts Boulevardpresse getauft wurde. Zweieinhalb Stunden Radio hat er daraus gemacht, eine fünfteilige Feature-Serie für die WDR 5-Reihe »Tiefenblick«. „Sie ist mehrmals geflohen, musste oft von vorne beginnen“, sagt Schröter, „so erzähle ich in jeder Folge eine völlig neue Geschichte.“ Es geht um einen Korruptionsfall in Belgien, Skandale in Frankfurt, ihren deutsch-afri- kanischen Wohltätigkeitsverein und eine Coltan-Mine in der DR Kongo. Der Autor hörte zum ersten Mal von OdetteKrempin, als er inÄthiopien ihrenEx- Welche Geheimnisse verbirgt die schöne Kongolesin Odette Maniema Krempin? Foto: privat Lorenz Schröter bei Recherchen in der DR Kongo. DIE KONGO-PRINZESSIN Foto: Schröter 25 24 Hörspiel Gesellschaft „Ich liebe es, beimHörspiel mit Requi- siten zu arbeiten!“, schwärmt Daniel Rot- haug. Max von der Groeben ergänzt: „Man ist einfach nochmehr drin in seiner Rolle.“ Das Studio 7 bietet dafür alleMöglich- keiten. Verschiebbare Wände und unter- schiedliche Böden können jeden erforder- lichenOrt simulieren. DieWaldszenewurde in einemreflexionsarmenRaumaufgenom- men. ToningenieurinGertrudt Glosemeyer: „Hier findet alles statt, was draußen spielt. Wiese, Wald oder Häuserschluchten – dar- aus können wir hinterher mit Hilfe von Effekten alles machen.“ Begeistertes Team Zwei Tage später. Heute ist es voll im Studio. Es sind nicht nur Journalisten da, die die Entstehung des Hörspiels nach der jüngsten Hotzenplotz-Geschichte live ver- folgen, sondern auch jene Protagonisten, die zumRäuberHotzenplotz gehörenwie seine Pfefferpistole. Und es kommt der Moment, auf den sich Schauspieler FelixVörtler freut, seit ihmdieRolle angebotenwurde: Er rückt die Pickelhaube zurecht und nimmt Hal- tung ein. Immerhin ist erOberwachtmeister Dimpfelmoser und als solcher eine Amts- person. Kasperl und Seppel stürmenkeuchend ansMikrofon. Hinter sichher ziehen sie den alten hölzernen Handwagen, der genauso rumpelt und quietscht wie ein alter, hölzer- ner Handwagen eben rumpeln und quiet- schen muss, wenn darin kein Geringerer als der gefährlichste Räuber des ganzen Landkreises liegt. Natürlich ahnt das der wie immer ein wenig begriffsstutzige Dim­ pfelmoser noch nicht … Den Räuber Hotzenplotz spricht Wal- demar Kobus. Er hält die Hand vor den Mund, stöhnt und schimpft dumpf, als stecke er in einer Papprolle fest. Aber wir wollen nicht vorgreifen … ImGesprächmit den Journalistenwird klar: Bei diesem Stück dabei zu sein, ist für alle etwas Besonderes. „Heute Morgen fiel esmir schwer, nicht jedemauf der Straße zu erzählen, dass ich gleich den Räuber Hot- zenplotz verhafte!“, lacht Felix Vörtler. „Die Rolle des Hotzenplotz hat mich voll inmei- ner Kindheit erwischt“, erzählt Waldemar Kobus. Auch Max von der Groeben, mit 26 Jahren der Jüngste imSprecherteam, ist mit demRäuberHotzenplotz aufgewachsenund sagt: „Das ist fürmich schon eine Ehre, hier dabei zu sein.“ Ob aufgeregter Dimpfelmoser mit angedeutetem Bayerisch, knurrender Hot- zenplotz, der nicht nur Verbrecher ist, son- derndieHörer auchmitleidig stimmt, wenn er über fehlende Einkünfte klagt, oder der immer etwas langsame Seppel: die Charak- tere sind liebe- und humorvoll gezeichnet und passen zu Preußlers Kasperletheater. „WirwolltendieKomikherausarbeiten, ohne dass es albern wird“, betont Feldhoff, „das Stückmuss für dieKinder glaubwürdig blei- ben.“TrauteHoess spielt dieGroßmutter und findet: „AuchdiesesHolzschnittartige, nicht Psychologisierendemacht einfachSpaß!“Die Musik stammtwiebei den früherenHotzen- plotz-Hörspielen des WDR vom Hammer­ Twintett, dasmit Posaune, Tuba, Percussion undE-Pianodie passendenKlänge undThe- menschuf:WennHotzenplotz schimpft und schnarcht, brummt die Tuba dazu. Erste Kritiken Dannkommt der großeTag: „dasAbhö- ren“ mit Publikum. Im Studio 7 treffen sich das Produktionsteamund vieleKollegenaus demHaus. AuchFelixVörtler ist gekommen. Die wichtigsten Gäste sitzen ganz vorn an den Lautsprechern: Pauline (fünf Jahre alt) Friedrich (6), Anton (6) und Johann (8). Zur Feier desTages gibt esApfelstrudelmitVanil- lesoße – wie bei der Großmutter. Pauline muss besonders lachen, als Kasperl und Seppel sich beim Raketen- Countdown immer wieder verzählen. Johannhat die Stimme vomRäuberHotzen- plotz beeindruckt: „Ich hatte keine Angst, aber sie klang so, als könne man schon Angst haben, wenn man in der Geschichte wäre.“ AlleKinder fanden es „richtig lustig“. Am Ende schüttelten sie sogar noch dem Wachtmeister Dimpfelmoser dieHand. Par- don! Oberwachtmeister natürlich. kp Waldemar Kobus spricht den Räuber Hotzenplotz: „Die Rolle hat mich voll in meiner Kindheit erwischt.“ Kasperl (Max von der Groeben ) und Seppel ( Daniel Rothaug): „Das ist schon eine Ehre, hier dabei zu sein.“ KiRaKa. Radio für Kinder SA /20. Oktober / 19:05 SO /21. Oktober/ 14:05 WDR 5 und KiRaKa Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete

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