WDRprint Oktober 2018

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Inmeiner Studentenzeit.“Dannkomme ichmir direktwie soeinLoser vor, der aus lauterTrantütigkeit auf seinemStudentenjob hängen geblieben ist. Dabei habe ich gar nicht studiert. Der Job geht so: Erst verlegt man die Kabel. Sie sind sehr lang. Dann bekommtman seinenKameramann zugeteilt. Kamerafrauen gibt es quasi nicht. Sie sind seltener als Regierungschefinnen oder Franchise-Nehmerinnen imBereichder Schuhschnellreparatur.Nun versuchtmansoauf dieBewegungendesKameramanns zureagieren, dass ernichtmit der schweren„Pumpe“, demmassivenKamerastativ, über dasKabel fährt, stolpert oder darineingewickeltwird. Unddass auch sonst keiner darüberfährt, stolpert oder darin eingewickelt wird. Außerdemsollteman selbstweder stolpernnoch sich imKabel verheddern. Klingt einfach, ist aber je nach der Länge der Wege, die der Kameramann zurücklegt, manchmal kniffelig. Diese Kabel könnenwiderspenstige Biester sein.Wennkeinermeckert, hatman alles richtig gemacht. In der Regel bedankt sich der Kameramann am Ende freundlich. Sollte ich in meiner Autobiografie mal über diese Arbeit schreiben, werde ich das Kapitel „Erinnerungen eines Beta-Männchens“ nennen. Dafür dass der Job in der Technikcrew am unteren Ende der Nahrungskette angesiedelt ist, trage ich ziemlich viel Verantwor- tung. Ich muss zum Beispiel unsichtbar sein. Also aufpassen, dass ich nicht von einer der vielen Kameras in so einem Studio „abge- schossen“werde. Und ichbinverantwortlich für dieGesundheit von Prominenten: einkurzer Zug amKabel imrichtigenMoment undder berühmte Stand-up-Comedian, auf dessen Karriere ich insgeheim neidisch bin, liegt auf der Nase. Für mich am schwierigsten: die Klappe zu halten, selbst wenn ich alles besser weiß. Neulich war ich bei einem spaßigen Quiz mit denüblichenFernsehprominenten imEinsatz. Ichmusstemich sehr zusammenreißen,weil schließlich jederMenschweiß,warum„Mar- mor, Stein und Eisen bricht“ seinerzeit vomBayerischen Rundfunk boykottiert wurde: des Grammatikfehlers wegen nämlich. Weil es korrekt „Marmor, Stein und Eisen brechen“ heißen müsste. Das ist doch eine allgemein bekannte Tatsache, aber weder der stark über- schätzte Comedian noch eine der anderen überbezahlten Fernseh- nasenwusste das. Der Einzige imRaum, der hier überhaupt Ahnung zu haben schien, war ganz offensichtlich ich, der ehrliche Arbeiter amKabel. Während ich mich in Gedanken im Rampenlicht sah, drehte sichmeinKameramannplötzlichum, weil hinter uns auf der Show- bühne ein Schlagerstar seinen Auftritt hatte, und ich musste blitz- schnell reagieren. Das Ende dieser Glosse wäre vielleicht lustiger geworden, hätte ich durch meine Unaufmerksamkeit eine Ketten- reaktion und heilloses Chaos im Studio ausgelöst. Aber ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Das Leben schreibt gar nicht die besten Geschichten. Christian Gottschalk hat nicht ernsthaft vor, seine Biografie zu schreiben, weil das einfach zu viel Arbeit ist. Herausgegeben von der Abteilung Presse und Information des Westdeut- schen Rundfunks Köln, Leiterin Ingrid Schmitz.WDRprint erscheintmonatlich und kann kostenlos bezogen werden. Redaktion: Maja Lendzian (Leitung), Redaktionsassistenz: Marita Berens, Susanne Enders Haus Forum, Raum 102 Appellhofplatz 1 50600 Köln. Tel.: 0221-220 7144, Fax: 0221-220-7108, E-Mail: wdrprint@wdr.de Bildrecherche:Maria Lutze (Dokumenta- tion und Archive), Bild-Kommunikation DasTitelfotovonKirstenOttozeigtWayneMar- shall,ChefdirigentdesWDRFunkhausorches- ters,unddiegänzlichinHolzgebauteSpäthorgel der Immanuel-Kirche inKöln-Stammheim. Redaktionsbeirat: Anja Arp (Personalrat), Martina Ewringmann (Marketing), Markus Gerlach (Produktion&Technik), Christiane Hinz (Fernsehen), UlrichHorstmann (Hör- funk),JanHuber(Intendanz), BirgitLehmann (Studio Düsseldorf), Michael Libertus (Justi- ziariat),Uwe-JensLindner(phoenix),Andrea Schedel(HABetriebsmanagement),Christina Schnelker (Direktion, ProduktionundTech- nik), Carsten Schwecke (Verwaltungsdirek- tion), ElkeThommessen(Personalrat). Layout & Produktion: MedienDesign, Düsseldorf Druck: Kunst- und Werbedruck, Bad Oeynhausen Gedruckt auf ProfiSilk – Umweltpapier zertifiziert nach EMAS, ISO 14001, ISO 9001, OHSAS 18001, ECF, FSC®, PEFC Redaktionsschluss der November- Ausgabe ist der 05. Oktober 2018. Impressum

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