WDRprint Sept./Okt. 2019

13 Titelthema Der WDR ist nach wie vor attraktiv für den journalisti- schen Nach- wuchs: 739 Interessenten bewarben sich 2018 um zehn Volon- tariatsplätze. Patrick Wagner, Leiter der Aus- und Fortbildungsredaktion Hannah Pick-Goslar und Jacqueline van Maarsen, Anne Franks besteFreundinnen, alsHologrammemitten imRaumundberichten von den damaligen Ereignissen. Droht der Branche ein Nachwuchsmangel? Wie zeitgemäße Inhalte außerdem noch aussehen kön- nen, zeigt das „funk“-Format »Mädelsabende« auf erfolgreiche Weise: Das Trio aus Farah Schäfer (26), Angelina Boerger (28) und Clare Devlin (26) behandelt in demOnline-Projekt Themen, die Mädchen und junge Frauen interessieren – von Sexualität über Familie bis Gesundheit. Zu sehen gibt’s den mit einem Grimme Online Award ausgezeichneten Kanal @maedelsabende bei Instagram. Doch um für die Herausforderungen der sich rasant wan- delnden Medienlandschaft noch besser gerüstet zu sein, werden mehr kreative Junge gebraucht. Gerade hier könnte bald aber Mangel drohen. Aufhorchen lassen unter anderem die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie: Forscherinnen und Forscher des Reuters Institute for the Study of Journalism der Universität Oxford und des Journalistischen Seminars der Johannes-Gutenberg-Universi- tät haben erörtert, ob der Berufs- stand für junge Leute unattraktiver geworden ist. Interviews mit Chef- redakteuren führender Medien in Deutschland, Großbritannien und Schweden bestätigten, dass die Digi- talisierung in der Medienbranche mit dem Ringen um Talente einher- geht. Und dafür gibt es verschiedene Gründe. Eine wichtige Rolle für den Nachwuchs spielt zum Beispiel das Thema Sicherheit. ➔ journalisten arbeiten, schon vieles richtigmachen. DasmachtMut für neue Projekte. Unter dem Arbeitstitel „What if“ produziert »Quarks«-Redakteur Doeckel derzeit zwölf jeweils achtminütige Folgen, die bald auf Social- Media-Plattformen ausgespielt werden sollen. Auf skurrile Fra- gestellungen wie: „Was wäre, wenn man allen Atommüll ins All schießenwürde?“, suchen er und sein Team seriöse wissen- schaftliche Antworten. Eine noch ungewohnte journalistische Erzählformbie- tet derweil die Augmented-Rea- lity-App „WDR AR 1933-1945“, für die Autorin und Videojour- nalistin Stefanie Vollmann (30) einen spannenden Beitrag entwickelt hat. Nutzer, die das Kapitel „Meine Freundin Anne Frank“ über Handys oder Tab- lets aufrufen, erleben eine buch- stäblich erweiterte Realität: Vor ihren Augen erscheinen Presenterin Svenja Spengler von »Glanz& Natur«: „Offen für Neues sein, sich was trauen und mit der Community auf Augenhöhe kommunizieren.“

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