WDRprint Nov./Dez. 2019

Die ersten Scripts von Claudius Pläging sind weitgehend fer- tig, wir entwickeln gerade auf dieser Basis den Look der Figuren und planen die Drehzeiten und -orte. Was ist bei dieser Produktion der – technisch, darstellerisch, schrei- berisch – schwierigste Teil? Der Zeitdruck. Ich bin ja mit meiner „Dittsche – Live & Solo“- Tournee allein auf großer Deutschland-Tournee, und das bis zum 22. November. Erst danach können wir mit dem Dreh beginnen, müssen das fertige Format aber möglichst bis Mitte Dezember parat haben. Wir werden also in relativ kurzer Zeit alle Maga- zinteile mit vielen verschiedenen Figuren an unterschiedlichen Orten drehen und umsetzen müssen, das wird ein heißer Ritt. Dann folgt noch die Phase der Postproduktion. Da wird es keinen Platz für Pannen geben, da darf keineGrippe dazwischenkommen. SörenLorenz vom»Frühstücksfernsehen « moderiert.Wird es auch ein Wiedersehen mit anderen alten Bekannten geben? Natürlich. Es geht in »FRUST – Das Magazin« auch darum nachzuforschen, was aus Schicksalen und KarrierenfrühererAus- gaben des Zyklus in- zwischengeworden ist. Das sind wir dem Zu- schauer schuldig, da müssen wir ihn an die Handnehmenundein- fach anders abholen. Wie geht es zum Bei- spielAndreasBaesecke, dem Tierforscher, der das Polarzebra fand? Wie läuft die Solokarri- ere von Westernhagens Ex-Gitarrist „Platzhirsch“? Kann Dr. Gregor Holz, der seinerzeit dieOrganspender-App„Snip-Snap“ vorstellte,mit neuem medizinischen Rat helfen? Hat der ehemalige Boxprofi und FliegengewichtlerButscheRonieinezweite,spannendeKarriere?Und soweiterundsofort.Dittschewürdesagen:„DaschließtsichderKreis.“ Ich hörte, es gibt einen „Social-Media-Teil“. Worum geht es da? Um das Vorlesen beliebiger Postings im Fernsehen? Wir werden sehen, das ist noch nicht final. Faktenchecks sind aber eigentlich heutzutage unerlässlich im investigativen TV, man hat ja auch Verantwortung als Zuschaueranwalt. An welchen eher trashigen Fernsehformaten haben Sie als Zuschauer Spaß? Ich weiß nicht recht, was mit „trashig“ gemeint sein könnte, da bitte ich umNachsicht. Meine Favoriten der jüngeren Vergan- genheit sind die brillanten Serien „Master of None“ und „Fleabag“. Vor allem letztere ist einfach herausragend. »FRUST – Das Magazin« Das Erste DO / 19. Dezember / 23:30 Olli Dittrich über seine neue TV-Satire „Wir machen den Reality-Check, sind investigativ, bleiben dabei aber heiter.“ 37 Fernsehen Bei der Verleihung des Deutschen Comedypreises Anfang Oktober in Köln war der WDR mit drei Produktionen erfolgreich. »PussyTerror TV« gewann in der Kategorie „Beste Comedy-Show“. Die „Beste Parodie/Sketch-Show“ ging an „Trixie Nightmare – Der tiefe Fall der Trixie Dör- fel“, und die seit 1988 vom WDR produzierten »Mitter- nachtsspitzen« wurden „Beste Satire-Show“. Für die drei preisgekrönten Formate stehen drei Größen der Comedy- und Kabarettszene, die seit Jahren imUnterhal- tungsprogramm des WDR brillieren: Carolin Kebekus, Olli Dittrichund JürgenBecker. In ihrerComedy-Show»PussyTerror TV« setzt KomikerinCarolinKebekus auf einenMix aus aktu- ellen Stand-ups, Parodien und Persiflagen, satirischen Ein- spielfilmen und unkonventionellenMusik-Acts. Gemeinsam mit ihren prominenten Gästen widmet sich Carolin Kebekus schonungslos, aber charmant denEreignissen der vergangenen Wochen und macht auch vor Tabubrüchen nicht Halt. »Mitternachtsspitzen« beste Satire-Show Die Mockumentary „Trixie Nightmare – der tiefe Fall der Trixie Dörfel“ aus dem TV-Zyklus mit Olli Dittrich erzählt, wie die ebennoch so schöneWelt des Serienstars innerhalbweniger Wochen aus den Fugen gerät. Kleine und größere Ausrutscher sorgen für Boulevard-Schlagzeilen. In den insgesamt neunAus- gabendesTV-Zyklus, eineProduktionvonbeckground tv imAuf- trag desWDR, hatOlli Dittrich eineVielzahl Figuren erschaffen und verkörpert. TrixieDörfel war bereits in „TrixieWonderland“ (2017) und in „Das TalkGespräch“ (2014) zu sehen. Die »Mitternachtsspitzen« sind die am längsten exis- tierende Kabarettsendung im deutschsprachigen Fernsehen: 1988 feierte sie Premiere mit Gastgeber Richard Rogler. Seit 1991 kommentieren Jürgen Becker und Wilfried Schmickler das aktuelle Geschehen auf satirisch-kabarettistische Art und kehren dabei gerne auch vor der eigenen Tür. EB Carolin Kebekus nimmt den Preis für die beste Comedy- Show entgegen. Foto: WDR / Getty images Best of Comedy

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